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Snarky Puppy: Ground Up (Review)

Artist:

Snarky Puppy

Snarky Puppy: Ground Up
Album:

Ground Up

Medium: CD+DVD
Stil:

Jazz / Fusion

Label: MIG (Made In Germany) Music
Spieldauer: 152:57
Erschienen: 26.10.2012
Website: [Link]

Das Kollektiv SNARKY PUPPY um den Multi-Instrumentalisten Michael League besteht aus Berufsmusikern, die für allerlei Pop-Gesindel arbeiten beziehungsweise gearbeitet haben. Mit dieser Band hingegen tobt man sich auf funky Jazz-Terrain aus, experimentiert und dient sich gleichermaßen dem Mainstream an. Ob das funktioniert? Jawohl.

Das fünfte Album, dessen Stücke live in einem selbst eingerichteten Studio vor Publikum mitgeschnitten wurden, beginnt entspannt mit „Thing Of Gold“, einem leicht mediterran klingenden Sonnenschein mit stilsicher platzierter Trompete, warmen Orgel-Sounds und in seiner Vielfältigkeit dennoch lockerem Schlagzeugspiel. Das Melodiemotiv hingegen stammt von einem Keyboarder, derer es mehrere in der Formation gibt. „Bent Nails“ könnte aus einem Blaxploitation-Streifen stammen und kehrt ebenso kontrapunktische Bläsersätze hervor wie zahlreiche Kabinettstücke der Rhythmussektion, was es mit „Mr. Montauk“ eint. SNARKY PUPPY tun aber gut daran, nicht nur anzugeben, sondern die Haptik nicht zu kurz kommen zu lassen.

Hier wie im folgenden „Minjor“, einem über weite Strecken saftig rockenden und relativ geradlinigen Stück, bewirken Spielfreude und klar gezeichnete Grundthemen, dass selbst der Laie, so ihm niemand die Ohren mit Beton vergossen hat, die Musik der Combo genießen kann. „Binky“ schlägt eine Brücke zwischen Urwald und Fusion à la TRIBAL TECH, nicht zuletzt wegen der ähnlichen Keyboard-Sounds, wiewohl dieses zehnminütige Herzstück lautmalerische Wandlungen durchläuft, gefühlt annähernd von Field Recordings aus dem Papageienkäfig bis zum Weltraum, in dem sich die Sterne offensichtlich zu Reggae-Grooves bewegen – unerhörter Stoff fürwahr.

Im Pop kommen SNARKY PUPPY mit dem eleganten „Like A Light“ und Teilen von „Quarter Master“ an, welche man geradewegs vom Broadway entführt haben könnte, wohingegen „Young Stuff“ die glatteren TOWER OF POWER zu zitieren scheint; anderseits passt das lyrische Finale dieses ebenfalls überlangen, leicht improvisatorisch anmutenden Tracks nicht so recht zu dieser Einschätzung. Unberechenbarkeit, aber eben nicht zwanghaft – genau dies macht dieses Ensemble aus.

Die DVD lediglich als Bonus zu bezeichnen, wäre untertrieben, denn Klang und Bild genügen höchsten, ja sogar gewissermaßen künstlerischen Ansprüchen von Cineasten, was Schnitt und Perspektive betrifft. Das zusätzlich auf Tournee mitgeschnittene Filmmaterial zeugt dabei ebenso von Liebe zum Detail wie die Aufmachung insgesamt, und so haftet „Ground Up“ überhaupt nichts von den leblosen Fließband-Fusion-Produktionen insbesondere der Achtziger an; dazu ist es ohnehin viel zu bunt ausgefallen.

FAZIT: SNARKY PUPPY mögen in Europa noch ein Geheimtipp sein, doch Jazz-affine Hörer mit offenen Ohren und Augen können langfristig nicht über sie hinwegsehen: „Ground Up“ bezeugt Originalität zwischen südländischem Flair und allgemeingültig progressiver Combo-Musik aus der Steckdose, die nichtsdestoweniger ganze Orchester am geistigen Auge vorbeiziehen lässt.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 12205x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Thing Of Gold
  • Bent Nails
  • Minjor
  • Binky
  • Mr. Montauk
  • Like A Light
  • Young Stuff
  • Quarter Master

Besetzung:

  • Sonstige - Michael League, Mark Lettieri, Bob Lanzetti, Justin Stanton, Shaun Martin, Bill Laurance, Chris McQueen, Robert "Sput" Searight, Nate Werth, Mike Maher, Jay Jennings, Chris Bullock, Ian Rapien, Zack Brock et al, Bran Josef Duncan, Cory Henry

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