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Talking Pets: Cities (Review)

Artist:

Talking Pets

Talking Pets: Cities
Album:

Cities

Medium: CD
Stil:

Pop, der sofort ins Ohr geht und dann in die Beine!

Label: Soundpark
Spieldauer: 46:34
Erschienen: 24.02.2012
Website: [Link]

Wer sich in Deutschland auf die Suche nach Musikern oder Bands begibt, die ein herrliches Pop-Appeal besitzen und denen ganz locker tolle Melodien mit unpeinlichem Hit-Charakter von der Kompositionsfeder gehen, der wird schnell fündig. THE JEREMY DAYS oder FOOL'S GARDEN wären da die Top-Adressen. Doch von denen hat man schon lange Zeit nichts mehr gehört, kein „Brand New Toy“ oder „Lemon Tree“ mehr in Sicht.

Doch die Zeit des Wartens und Suchens auf/nach dem nächsten großen Hit „Made In Germany“ hat endlich ein Ende, denn der kommt garantiert aus München. Da bin ich mir ganz sicher, auch wenn die Hit-Band diesmal einen anderen Namen trägt – und zwar TALKING PETS. Wer mir nicht glaubt, der sollte sich einfach mal „Love's Just An Empty Word“ vom Album „Cities“ anhören, der am Anfang sofort Erinnerungen an JONA LEWIEs „Stop The Cavalry“ weckt. Dass dieser Song nicht schon in Dauer-Rotation im Radio läuft, ist eine echte Schande für alle Hit-Radiosender, die uns Tag für Tag mit den ewig gleichen Songs berieseln.

Selbst wenn man die CD einlegen und die Zufallswiedergabe drückte, nicht ein Titel von „Cities“ würde im Radio durchfallen. Da bin ich mir ganz sicher, wohl auch wegen der vielen „Ahhh-Haaaa-Haaas“ und „Uhhhh-Huuuu-Huuus“, die einem beim Hören immer wieder aus den Boxen entgegenschmettern (Und die ich nicht sonderlich mag – hier wäre etwas weniger tatsächlich mehr gewesen!). Herrlich nette Pop-Musik eben, die zuerst ins Ohr und dann in die Beine geht. Und garantiert erreichen die vier jungen Herren mit dieser Musik ohne Weiteres das auf ihrer Homepage vorgegebene Ziel: „Mädchen zu erreichen, die singen können oder nicht singen können.“ Überhaupt ist es sehr angenehm, dass die TALKING PETS sich selber und ihre Musik nicht zu ernst nehmen, wovon ihre Selbstbeschreibung Bände spricht:

„TALKING PETS sind keine Band! Nur eine Gitarre, ein Schlagzeug, eine Bass-Gitarre, ein Synthesizer und keinerlei Tricks! (Hier hätte allerdings noch der sympathische Gesang erwähnt werden müssen – also „One Voice“! - T.K.) Wir sind vier Leute, zwei unterschiedliche Haarschnitte, drei Bärte, drei Führerscheine und garantiert angstlos im Umgang mit Pop-Musik.
Besonderes Interesse haben wir für schwedisches Essen und schwedische Möbel (Und die besagten Mädchen! - T.K.).
Alle Bandmitglieder leben in München, und sind noch nicht reich. Noch nicht! Im Winter tragen einige gerne warme Schuhe, andere nicht.“

Diese Vorstellung ist genauso nett, freundlich, lustig und sympathisch wie die Musik auf „Cities“. Natürlich werden jetzt viele sagen: „Na ja, Pop-Musik. Nicht gerade anspruchsvoll, was die vier Typen da so veranstalten.“ Auch solchen Kritikern muss man zustimmen. Nur wirklich gute Pop-Musik gibt’s auch nicht wie Sand am Meer. Und all der Schrott, der sich hinter diesem Begriff versteckt, lässt einen oftmals zurückschrecken vor dieser Musikrichtung. Aber was haben eigentlich die BEACH BOYS oder FLEETWOOD MAC für Musik gemacht? Genau! Und „Cities“ braucht sich hinter solchen Größen nicht zu verstecken. Das Album leuchtet wie ein Stern über dem Sumpf all der mit Drumcomputern und technischem Schnickschnack auf Disco- und Radiotauglichkeit getrimmten oder gecasteten Pop(o)-Elaborate für den schlechten Geschmack.

Selbst die Gestaltung im ansprechenden Digi-Pack mit eingelegtem Faltblatt, welches, wenn man es entfaltet, sogar als Poster verwendet werden kann, auf dessen Rückseite die Lieder, die durchaus ansprechend getextet wurden, enthalten sind, haben ein deutlich höheres Niveau als die vielen hingeschluderten Jewelcase-Verpackungen.

Cities“ hat eben was, was viele andere Pop-Alben nicht haben – nämlich die Liebe zum Detail!

FAZIT: Endlich mal ein Pop-Album aus Deutschland, das in angenehmer Weise den Weg fortsetzt, der durch THE JEREMY DAYS und FOOL'S GARDEN geebnet wurde. Und selbst DEXY'S MIDNIGHT RUNNERS, TRAVIS oder DEATH CAB FOR CUTIE werden ein wenig vor Neid erblassen, wenn sie die vielen Ohrwurm-Melodien auf „Cities“ entdecken. [Album bei Amazon kaufen]

Thoralf Koß (Info) (Review 3729x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Sunlight Anthem
  • Carolina
  • Love's Just An Empty Word
  • Demons
  • Montreal
  • The Salesman
  • Traffic Jam
  • Lost
  • Silhouette
  • In The Shade
  • Too Many Girls
  • The Man Who Sailed The Seven Seas
  • The Open Road

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

  • Cities (2012) - 11/15 Punkten
Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Starsailor77
gepostet am: 28.08.2012

User-Wertung:
12 Punkte

Wäre "Love's Just An Empty Word" aus den 60ern, würde der Song heute zu den großen Klassiker-Singles von damals gehören! Ganz großes Kino von den Jungs aus München auf ihrem zweiten Album! Und auch live toll. Wobei man merkt, dass es teils schwierig ist die doch oft üppigen Arrangements auf die Bühne zu bringen...wobei das aber auch kein Beinbruch ist sondern eher sympathisch! Gibt ja heutzutage schon genug bekannte Bands, die ihren Live-Sound mit übermäßigem Einsatz von Sounds aus der Dose künstlich aufplustern...
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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