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Malthusian: MMXIII (Review)

Artist:

Malthusian

Malthusian: MMXIII
Album:

MMXIII

Medium: MC
Stil:

Doom/Death Metal

Label: Invictus Productions
Spieldauer: 24:40
Erschienen: 22.11.2013
Website: [Link]

In Irland ist das Leben wie eine Achterbahnfahrt. Zur Zeit der Einführung des Euros hatte sich das Land schon deutlich von seiner landwirtschaften Prägung wegbewegt und als Hightech-Standort etabliert. Nach der Boom-Phase mit für deutsche Verhältnisse unvorstellbaren Wachstumsquoten traf die Weltwirtschaftskrise Irland so schwer, dass es zeitweise nah am Staatsbankrott wandelte. Ein einzigartig fruchtbarer Nährboden für die dortige Metalszene. Sowohl der Underground als auch die bekanntere Szene Irlands sprechen da eine deutliche Sprache.

PRIMORDIAL und MOURNING BELOVETH gehören sicherlich zur zweiten Kategorie und begegnen ihrem Alltagsschmerz mit allerlei Melancholie. MALTHUSIAN kann man wohl getrost zum Underground zählen, denn mit Kommerz hat ihre Musik rein gar nichts zu tun. Sie sind zwar auch traurig, aber um eine ganze Ecke wütender als die oben genannten Bands. Das verwundert etwas, wirkt hier unter dem Pseudonym PG doch MOURNING BELOVETH-Gitarrist Pauric Gallagher mit, dem das melodische Korsett seiner Hauptband wohl zu eng zu werden scheint. Die Demo der 2012 gegründeten Band, die im Übrigen ganz old-schoolig erst einmal nur auf Kassette erhältlich ist, beginnt mit dem Intro 'Wraith', das durch seinen hypnotischen Aufbau umgehend eine okkulte Atmosphäre erzeugt. Im anschließenden 'Plague Spore' bricht die Hölle los, ohne dass die Stimmung darunter leidet. Im Gegenteil, erst die rasende Wut lässt das doomige Intro und später den langsamen Mittelteil so richtig zur Geltung kommen und natürlich auch umgekehrt. Sieht man etwa genau dort die irische Mentalität durchscheinen? Zwischen purer Energie und melancholischem Schmerz? Können sie das eine nur mit dem Wissen über das andere so richtig kontrollieren und am Ende auch schätzen?

Entspricht die Produktion auf der Kassette der mp3-Promo-Qualität, dann sollte man als Hörer keinen zusammen gerumpelten Klumpatsch erwarten. Obwohl es sich nur um ein Demo-Tape handelt, scheinen MALTHUSIAN ihre Visionen zu 100% umgesetzt zu haben. Zumindest gefällt mir der klare Gitarrensound und die herrlich organisch klingenden Drums in Verbindung mit den mit Hall bearbeiteten Vocals. Da macht es auch überhaupt nichts, dass die Texte kaum zu verstehen sind. Die Iren spielen nicht nur Doom/Death Metal, sie fühlen ihn! Damit sind sie gar nicht so weit von ihren Genrekollegen GRAVE MIASMA oder NECROS CHRISTOS entfernt, sowohl musikalisch als auch qualitativ. Diese knapp 25 Minuten Musik beherbergen sowohl aggressive Blastbeat- und Shredding-Attacken, als auch langsamere Melodiebögen, die trotz ihrer Morbidität eine gewisse Schönheit ausstrahlen und (am wichtigsten) auch noch lange im Gedächtnis bleiben. Denn was gibt es besseres, als einen Ohrwurm von Death Metal zu haben? Vielleicht brauchen MALTHUSIAN noch einen kleinen Schuss mehr Zielstrebigkeit, weil diese nach 'Plague Spore' nicht mehr in Gänze erreicht wird. Aber das liegt alles im Bereich des Feintunings und ein wenig Luft nach oben müssen die Herren sich ja auch noch lassen. Wäre ich Labelchef, ich würde ihr Debütalbum sofort finanzieren.

FAZIT: MALTHUSIAN setzen eine Duftmarke im Underground und melden sich für die Zukunft an. Zum Roadburn würde der atmosphärische Doom/Death Metal mit allerhand Widerhaken jedenfalls wunderbar passen. Das sieht wohl auch der Underground so: Die Kassetten-Demo war nach nicht mal einer Woche ausverkauft. Zur Zeit sind wieder ein paar Exemplare im Verkauf.

Norman R. (Musikreviews.de-Stellvertreter) (Info) (Review 1925x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Wraith///Plague Spore
  • The Mother's Blade
  • Hallucinogen

Besetzung:

  • Bass - PG
  • Gesang - PG, AC, MB
  • Gitarre - AC, MB
  • Schlagzeug - JK

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Interviews:
  • keine Interviews
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