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Gregory Alan Isakov: The Weatherman (Review)

Artist:

Gregory Alan Isakov

Gregory Alan Isakov: The Weatherman
Album:

The Weatherman

Medium: CD
Stil:

Alltägliche Liedermacherkunst

Label: Suitcase Town / Alive
Spieldauer: 41:37
Erschienen: 23.08.2013
Website: [Link]

Im Singer-Songwriter-Kosmos gab es schon immer drei Konstanten, die in den 60er/70er Jahren für spärlich instrumentierte, aber inhaltlich und leidenschaftlich ausgezeichnete Musik standen. Diese Konstanten trugen die Namen DONOVAN, NICK DRAKE und AL STEWART. In solchem musikalischen Bermuda-Dreieck bewegt sich auch GREGORY ALAN ISAKOV - zwar ohne darin unterzugehen, aber in so einige Strudel wird er unliebsam hinabgezogen.

Der erste Eindruck vom Album vermittelt sich über das Cover, welches an die gute alte Zeit der 30er Jahre erinnert, in der die Wettermeldungen noch mit Hilfe von Wetterballons erhoben wurden. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein - auch auf dem Album von Isakov.

Eine sehr umfangreichen Besetzungsliste von beteiligten „Weatherman“-Musikern weckt vorab einige Erwartungen, genauso wie die Vielzahl der zum Einsatz kommenden Instrumente: Violinen, Banjos, Ukulelen, Mandolinen, Mellotron, Akkordeon und sogar Waschbrett und Säge. Doch das gesamte Album lang werden diese nicht erfüllt, denn „The Weatherman“ beschränkt sich gänzlich auf spartanische Akustikausflüge, die von Gitarre, Piano, Kontrabass und Isakovs sanfter Stimme leben. Gerade die dezente, aber zugleich gefühlvoll vorgetragene Musik erinnert oftmals auch an einen Musiker, der, wenn er nicht gerade den Boss spielen will, auch mal ausschließlich die akustischen Hosen runterlässt und damit oftmals die Kritiker, aber seltener seine Fans begeistert, denn dem isakovschen Wettermann wohnt ein gehöriges springsteensches „Nebraska“-Gefühl inne.

Wer nun denkt, dass sich die Texte von „The Weatherman“ ums Wetter drehen, der irrt und im Pressetext klärt ISAKOV auch gleich über das Symbolhafte dieses Albumtitels auf: „Die Gedanken an die Wettervorhersagen haben etwas sehr Kraftvolles, Intensives. Bedenkt man nur, dass die Meteorologen, die uns im Fernsehen oder Radio etwas über‘s Wetter erzählen, zugleich auch unsere Zukunft voraussagen, ohne dass uns dies wirklich bewusst ist, hat das schon was. Ähnliches versuche ich mit meinen Texten zu erreichen.“ So erzählen Isakovs Texte auch in erster Linie alltägliche Geschichten, die sich nicht vordergründig um die kleinen Lebenskatastrophen, sondern die Schwierigkeiten des Alltags drehen. Eines Alltags, der Vergangenheit war, Gegenwart ist und wohl Zukunft sein wird. Doch wer von uns sehnt sich nach solch alltäglicher Zukunft? Diejenigen, die sich intensiver mit dieser melancholischen Musik von GREGORY ALAN ISAKOV auseinandersetzen, wohl eher nicht. Schade nur, dass die musikalische Seite von „The Weatherman“ dieses alltäglich Musikempfinden nicht abzuschütteln vermag.

FAZIT: Auf „The Weatherman“ haben wir‘s leider noch nicht mit einem Nachfolger von LEONARD COHEN zu tun, so sehr auch die gute Absicht diesbezüglich zu erkennen ist, aber ein wenig wie DONOVAN zu klingen, ist ja auch schon was.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1856x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 9 von 15 Punkten [?]
9 Punkte
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Tracklist:
  • Amsterdam
  • Saint Valentine
  • Second Chances
  • Living Proof
  • Time Will Tell
  • O‘ City Lights
  • Astronaut
  • California Open Back
  • The Universe
  • Suitcase Full Of Sparks
  • Honey, It‘s Alright
  • All Shades Blue
  • She Always Takes It Black

Besetzung:

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