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Anasazi: 1000 Yard Stare (Review)

Artist:

Anasazi

Anasazi: 1000 Yard Stare
Album:

1000 Yard Stare

Medium: CD
Stil:

Progressive Rock

Label: Eigenproduktion/ Just For Kicks
Spieldauer: 73:44
Erschienen: 08.05.2015
Website: [Link]

Das Remake der „Drei Musketiere“ hört auf den Namen ANASAZI und sieht aus, als wären die Darsteller allesamt von französischen Marktständen gecastet worden. Auch die Personenzahl stimmt am Ende nicht ganz, aber den Wahlspruch kann man übernehmen. Im Gegensatz zur frickelproggigen Frühphase kämpfen in der Band nun immer mehr alle für einen und einer für alle. „1000 Yard Stare“ ist damit fast schon poppig geworden, offenbart aber nun ganz neue Qualitäten und rechtfertigt einen neuerlichen Release im größeren Stil, nachdem das Album bereits 2014 in Eigenregie veröffentlicht wurde.

ANASAZIs d'Artagnan hört auf den Namen Mathieu Madani und drückt dem umfangreichen Opus vor allem mit seiner Stimme den Stempel auf. Madani klingt einerseits vom Timbre wie Dave Mustaine, kann sich aber wunderbar in den Gesamtsound einschmiegen und singt wesentlich sauberer. „Drop Dead Silence“ weckt logischerweise zunächst Assoziationen mit MEGADETH zur „Cryptic Writings“-Phase plus dezenter Orgel. Ist das nun progressiv? Relativ. Eher aber retrospektiv. Auch „Ordinary Man“ rockt noch heftiger, bevor es mit „Under“ ins ruhigere Fahrwasser geht. Es bleibt aber zunächst eine Hommage an die anspruchsvolle Rockmusik der letzten 20 Jahre. CREED, DREAM THEATERs „Falling Into Infinity“-Album, TOOL ohne Schnörkel. ANASAZI machen zu Anfang alles richtig, fahren einen angenehm bodenständigen Sound, nehmen sich die Zeit, Songteile ordentlich zu entwickeln, solieren unangestrengt ohne Allüren und begeistern auch in Sachen subtilem Background-Gesang.

Dass dabei fast immer die 5-Minuten-Grenze geknackt wird, fällt zum ersten Mal bei „One More Time“ auf, ist aber dank des Fretless Bass-Solos verschmerzbar. In der zweiten Hälfte wendet sich „1000 Yard Stare“ dann immer mehr gen US-Rock der letzten Dekade und bringt mit „Water's Edge“ den großen Paukenschlag. Ein Song, für den Chad Kroeger sein letztes Hemd gäbe, sofern noch ein Rest künstlerischen Anspruchs in ihm steckte. ANASAZI rauchen mit diesem Song NICKELBACK und Konsorten wie rote Gauloises und klingen vielleicht gerade deshalb so ehrlich, kraftvoll und doch locker. Auch „Then“ kann in dieser Hinsicht überzeugen und sollte jeden bekehren, der von aufgeblasenem Radiorock die Nase voll hatte.

Meiner Ansicht nach können ANASAZI diesen Kurs gerne weiterverfolgen, allerdings wäre dann eine Spielzeitanpassung angebracht. Zwar bleibt „1000 Yard Stare“ bis zum Schluss qualitativ hochwertig mit guten Riffs und exzellenten instrumentalen Leistungen, aber häufig ist es des ereignislosen Groovens dann doch zu viel. Das abzustellen kann aber nicht allzu schwer sein.

FAZIT: ANASAZI sind nicht mehr das, was sie einmal waren, doch sie entwickeln sich in eine spannende Richtung. Ihr moderner, facettenreicher Rock ist ein erfrischender Tritt für den Mainstream und wäre mit mehr Prägnanz auf Hot Rotation-Plätze im Radio abonniert. Diese Band hat es verdient, beide Ohren geliehen zu bekommen, zumal auf der Homepage auch sämtliche Frühwerke als kostenloser Download verfügbar sind.

Joe A. (Info) (Review 2828x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Morning Overture
  • Drop Dead Silence
  • Ordinary Man
  • Under
  • One More Time
  • Legacy of Fools
  • Water's Edge
  • 1000 Yard Stare
  • Then
  • Underneath the Dirt
  • The River
  • Runaway
  • Mother

Besetzung:

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