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Ryan O'Reilly: Northern Lighs - EP (Review)

Artist:

Ryan O'Reilly

Ryan O'Reilly: Northern Lighs - EP
Album:

Northern Lighs - EP

Medium: CD/LP+CD
Stil:

Ruhiger Folk-Pop

Label: DNA Records
Spieldauer: 19:08
Erschienen: 03.04.2015
Website: [Link]

Es ist ein wirklich sympathischer Typ, der einen da aus dem aufgeklappten Cover des Digi-Packs entgegenblickt. Marke: Schwiegermuttis Liebling, mit Augen, denen man nicht widerstehen kann, und Wuschelhaaren, die ihm etwas Verwegenes verleihen. Fein, fein! Nur warum muss seine EP „Northern Lights“ auch so klingen - etwas verschmust, etwas weinerlich, etwas zärtlich und ohne jegliche Ecken und Kanten?
Musik zum Wohlfühlen und ein gemeinsames Kaffeetrinken in Familie. Niemand stört sich daran, es plätschert da nebenbei etwas aus den Musik-Boxen und das wichtigste ist, dass Muttis Kuchen schmeckt.
Da passt dann natürlich auch hervorragend die Geschichte dazu, wie der „liebe Junge“ RYAN O‘REILLY zur Musik kam - sein Vater schenkte ihm nämlich seine erste Gitarre mit den Worten: „Mit deinem Charme und Aussehen wirst du nie jemanden wirklich beeindrucken. Darum solltest du es wohl besser hiermit (Gitarre) versuchen.“
Zumindest nahm der gehorsame Junge die Gitarre und Vaters Angebot an, um am Ende diese EP vorzulegen.

Viel akustische Gitarre, ein Schlagzeug, das von Anfang bis Ende im gleichbleibend-verhaltenen Rhythmus den eintönigen Takt vorgibt, eine schwelgende 70er-Jahre-Flair verbreitende Orgel und natürlich O‘REILLYs Stimme, die sich in den höheren Lagen wohl fühlt und ein klitzekleines, verwegenes, rauchiges Timbre hat. Los geht‘s - Mitwippen erwünscht, selbst wenn manchmal eine peinliche vokale Weinerlichkeit doch etwas die Wohlfühl-Stimmung stört. Und selbst vor Streicherschmalz wird auf „Northern Lights“ nicht halt gemacht.

Der in England geborene Sohn irischer Eltern hat nicht nur vom Äußeren her eine gewisse Ähnlichkeit mit dem britischen Songwriter FRANK TURNER, auch seine Musik weist so einige Parallelen auf. Nur dass Turner überzeugender, flotter, bissiger und abwechslungsreicher an seine Musiksache herangeht und durchaus zurecht mehrere Wochen lang mit seinem letzten 2013er Album „Tape Deck Heart“ auf dem zweiten Rang der britischen Charts stand. Bis dahin ist es jedenfalls für RYAN O‘REILLY noch ein weiter Weg.

Am stärksten erscheinen die nachdenklich-melancholischen Texte der EP, die sogar als Booklet dem Digi-Pack beigefügt wurden. Nur die in den Lyrics beschriebenen Stimmungen vermag die Musik auf der EP einfach nicht umzusetzen. Zu banal erscheinen die Töne, welche Botschaften über Ängste oder Umgang mit dem Tod zum klingen bringen sollen.

Der die EP abschließende Song „Northern Lights“ klingt nach einer langweiligen Ballade, die MUMFORD & SONS nie geschrieben haben, weil ihnen deren Eintönigkeit garantiert auf die Nerven gegangen wäre.
Das Schönste an „Northern Light“ ist im Grunde das Video, welches hervorragend gelungen ist und eigentlich auf die EP neugierig macht, die letzten Endes nur ansatzweise einen ähnlich positiven Eindruck wie die im Video dargestellte Geschichte der beiden Kinder vermitteln kann.

FAZIT: So ambitioniert der der englische Singer/Songwriter bei seiner Debüt-EP auch zur Sache geht, ihm gelingt mit dieser ruhigen, unaufgeregten Musik zwischen Folk, Pop und Americana zwar ein angenehm schlummriges Gefühl zu erzeugen, aber bei Weitem kein Achtungszeichen!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 2622x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 8 von 15 Punkten [?]
8 Punkte
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Tracklist:
  • Evil Quarter Mile
  • The One
  • In The End
  • Give Up On Me
  • Northern Lights

Besetzung:

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