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Abstürzende Brieftauben: Doofgesagte Leben Länger (Review)

Artist:

Abstürzende Brieftauben

Abstürzende Brieftauben: Doofgesagte Leben Länger
Album:

Doofgesagte Leben Länger

Medium: CD/LP/LP&CD-Box
Stil:

(Fun-)Punk

Label: Weserlabel
Spieldauer: 37:12
Erschienen: 23.09.2016
Website: [Link]

Harte Zeiten erfordern entsprechende Mittel: Wenn rechtes Gedankengut in Deutschland wieder mainstream-tauglich wird, wenn Pegida und AfD Straßen und Parlamente unsicher machen, DIE ÄRZTE zu netten Rock‘n‘Roll-Frührentnern geworden sind und ANDREAS GABALIER und XAVIER NAIDOO ihr völkisches Süppchen ungestraft und im großen Stil über die Lauscher der Nation gießen dürfen, dann ist nichts gebrauchter und willkommener als eine fette Dosis Mittelfinger, Punk-Attitüde und Lebensfreude. Und genau die verabreichen die ABSTÜRZENDEN BRIEFTAUBEN mit ihrem Comeback-Album „Doofgesagte Leben Länger“. Wenn der Titel der Wahrheit entspricht, hätte diese Rezension wohl eher ein Verriss werden müssen – hoffentlich genügt auch der Wunsch, das Duo möge uns noch lange erhalten bleiben.
Über zehn Jahre sind seit dem letzten Konzert, über 20 seit dem letzten Album vergangen! In dieser Zeit brachten die TAUBEN die DVD „25 Jahre Sind Genug“ heraus und mussten 2006 den Tod von Schagzeuger, Sänger und Gitarrist Konrad Carls (geb. Kittner) verarbeiten.

„Wir könn‘ nicht mehr als drei Akkorde und spieln nicht filigran“. Aber mehr braucht es auch nicht – keine pseudo-intellektuellen Texte, keine HERBERT-GRÖNEMEYER-Lebensweisheiten, keine unbedingte politische Korrektheit oder ein moralischer Auftrag von oben herab. Auch wenn Micro und Olli ihre Jugendtage schon hinter sich haben, man hört es ihnen nicht an.
Das vorab als Single veröffentlichte „Nie wieder Pegida“ ist eine perfekte, tanz- und gröhlbare Nazis-Raus-Hymne und formuliert eine klare Botschaft und Haltung - sowas bräuchte man öfter. Mal ironisch, mal ernst setzen sich die TAUBEN mit aktuellen Themen auseinander: Überwachung und Vorratsdatenspeicherung („Freiheit Stirbt“), die Ignoranz des Westens gegenüber dem Rest der Welt („Tim Buktu“), verratene Ideale („No Future War Gestern“) und einigem mehr. Dazwischen gestreut sind immer wieder Nummern, die einfach nur Spaß machen: „Keine Probleme und leicht einen sitzen – so stell‘ ich mir das Glücklichsein vor“ („Keine Termine“). Wie viel Ironie man in solchen Texten hören will, ist wohl von der Einstellung oder dem Alkoholpegel des Hörers abhängig.
Musikalisch beweist das Duo sehr überzeugend, was man aus einer Gitarre, einem Schlagzeug und zwei Kehlen rausholen kann: Das lässt SLIPKNOT ziemlich alt aussehen. Natürlich ist das Ganze noch Punk, heißt: Einfach gestrickt. Aber wie in ihren Texten vertreten die TAUBEN auch musikalisch einen klaren Standpunkt: Sie biedern sich nicht an den Mainstream an, sie versuchen nicht, Opern zu schreiben, sondern machen einfach das, was sie am besten können: „Punk-Rock von der Pieke auf: Seit über 30 Jahrn“ und das absolut ausreichend für ein -

FAZIT: - echt starkes Comeback, das man auch auf der zurzeit stattfindenden Tour abfeiern sollte!

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Tobias Jehle (Info) (Review 2218x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
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  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Das Grauen Teil 3
  • Ausschlafen
  • Pieke Punk
  • Lindener Girls
  • Freiheit stirbt
  • Nie wieder Pegida
  • No Future war gestern
  • Keine Termine
  • Der Roadie Job ist gar nicht so einfach wie man denken mag
  • Tim Buktu
  • Pause
  • Die Blumen sind für sie Herr Polizist
  • Weißt du was du mich mal kannst
  • Im Garten sind Mörder
  • Die Tauben kommen
  • Vorbei

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Rasi
gepostet am: 21.09.2016

"Über zehn Jahre sind seit dem letzten Konzert,"

seltsam. also im Ruhrpott sind die Tauben seit Jahren regelmäßig auf der Bühne
Tobias
gepostet am: 21.09.2016

"10. August 2002 – Micro und Konrad spielen in der Glocksee in Hannover ein phänomenales Abschiedskonzert und geben alles!
Seit 2013 – Olli und Micro rocken wieder was das Zeug hält!"
(Tauben-Homepage)

Dann sagen wir "10-jährige Konzertpause"?
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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