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Alvin Lee: Let It Rock - 1978 (Remastered 180g Vinyl) (Review)

Artist:

Alvin Lee

Alvin Lee: Let It Rock - 1978 (Remastered 180g Vinyl)
Album:

Let It Rock - 1978 (Remastered 180g Vinyl)

Medium: LP
Stil:

Blues Rock / Classic Rock

Label: Repertoire Records
Spieldauer: 43:49
Erschienen: 18.11.2016
Website: [Link]

Repertoire Records hat offensichtlich seine Leidenschaft für ALVIN LEE wiederentdeckt – oder neuentdeckt – und das ist nur gut so. Denn in den vergangenen zwei Jahren hatten wir dadurch das Glück, die wichtigsten Alben Lees als 180g-Vinyl neu und in hervorragender Klangqualität in den Abbey Road Studios remastert zu erhalten. Bei diesem Klang stimmt es einen wirklich traurig, dass der britische Blues-Rock-Gitarrist und Sänger sowie Kopf der TEN YEARS AFTER, ALVIN LEE, der am 6. März 2013 verstarb, nicht mehr miterleben darf, wie hervorragend seine alten Alben nun auf dem schwarzen Gold aus den Abbey Road Studios klingen.

In diesem Monat November ist also neben „Rocket Fuel“ und „Pump Iron!“ auch sein 78er-Album „Let It Rock“ dran, das sich schon durch eine seltsame gestalterische Parallele zu PINK FLOYDs „Dark Side Of The Moon“ auszeichnet, da es schwarz gehalten und mit dem Prisma-Farbspektrum (auf der Rückseite) versehen ist. Und manchmal erinnert ALVIN LEEs Gitarrenspiel auf dieser recht ruhigen, mit vielen Balladen versehenen LP tatsächlich in den soften Passagen an DAVID GILMOUR.
Trotzdem bleibt sich Lee ansonsten absolut treu und huldigt dem Blues mit Leib und Seele. „Little Boy“, der die erste LP-Seite abschließt, ist das allerbeste Beispiel dafür. Ein Blues, der uns förmlich wie eine Dampflock – denn genau die wird von den „Little Boy“-Chorgesängen intoniert – überrollt.

Der Titel „Let It Rock“ täuscht dagegen ein wenig darüber hinweg, dass genau dieses Album mit zu den „unrockigsten“ und zugleich „balladeskesten“ in der langen Lee-Ära zählt. Doch nichts desto trotz ist dieses Album gerade durch seinen Abwechslungsreichtum, das mit einer echten Rock‘n‘Roll-Nummer im ELVIS-Stil endet, welche dem Album sogar seinen Namen verleiht, ein sehr gelungenes Werk, das zugleich den alten TEN YEARS AFTER-Fans suggeriert, dass Lee es satt hat, immer nur auf „Mister I‘m Going Home“ beschränkt zu werden und er auch völlig anders kann, ohne natürlich seine Wurzeln zu verleugnen.

Besonders auffällig an „Let It Rock“ ist neben dem Können von ALVIN LEE besonders auch das Schlagzeugspiel von MARTIN SUSSWELL, den Lee extra für diese Album mit ins Boot geholt hatte und der durch seine gänzlich perfekte Schlagpräzision und die häufigen Rhythmus-Wechsel „Let It Rock“ einen zusätzlichen, ganz besonderen Reiz verleiht. Wer genau hinhört, wird schnell entdecken, warum!

Der Ehrlichkeit halber muss aber auch zugegeben werden, dass dieses Album, als es 1978 erschien, größtenteils miese Kritiken einheimste, was daran lag, dass Lee eben genau die TEN YEARS AFTER-Fans nicht mit dem bediente, was sie wollten. Den ewig gleichen „I‘m Going Home“-Aufguss. Genau diese mutige Entscheidung macht sein Album aus heutiger Sicht so besonders – und ohne musikalische Scheuklappen gehört, ist es wirklich ein gelungenes Werk „der anderen ALVIN LEE-Art“, was 1978 beispielsweise solche Zitate (Nachzulesen auf der ALVIN LEE Fan-Page im Netz) zur Folge hatte: „Alvin, bist du‘s wirklich? Dem Cover nach – ja. Der Platte nach – nein! Und das Ding dann auch noch ‚Let It Rock‘ zu nennen, das ist echt frech!“ oder „Die LP ist durchweg von langweiligen Kompositionen mit derangiertem Chormietzen-Geschwafel und Lee-Gitarrenläufen, die man ihm allenfalls als Aufwärmphase vor anschließenden Bühnenauftritten zugestehen würde, durchzogen“.

Für alte Fans verständliche Reaktionen, aber aus musikalischer Sicht absolut nicht nachvollziehbar. Genau das werden viele auch 38 Jahre später feststellen, wenn sie dieses von Repertoire neu aufgelegte, rundum ausgezeichnet gestaltete und dem Original nachempfundene Album, inklusive bedruckter Innenhülle, bewundernd in den Händen halten. Und sowie sich die LP auf einem guten Plattenspieler dreht, wird die Verblüffung über den fantastischen Klang noch größer sein.

FAZIT: ALVIN LEE geht auf diesem Album, das „Let It Rock“ heißt, aber nicht wirklich rockt, neue Musik-Wege und stößt damit einigen alteingeschworenen Fans vor den Kopf. Das war 1978 so – aber aus der über 30jährigen Distanz betrachtet und gehört, ist auch dieses insgesamt recht ruhige, aber trotzdem tief im Blues verwurzelte Album des ehemaligen TEN YEARS AFTER-Vorzeigemusikers eine absolut gelungene Scheibe, welche diese grandiose Remaster-Leistung durch die Abbey Road Studios unbedingt verdient hat!

Thoralf Koß (Info) (Review 1262x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Seite A (21:46):
  • Chemicals, Chemistry, Mystery & More (3:51)
  • Love The Way You Rock Me (3:19)
  • Ain‘t Nobody (5:08)
  • Images Shifting (4:45)
  • Little Boy (4:43)
  • Seite B (22:03):
  • Downhill Lady Racer (3:42)
  • World Is Spinning Faster (5:26)
  • Through With Your Lovin‘ (5:00)
  • Time To Meditate (3:56)
  • Let It Rock (2:59)

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