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Broekhuis, Keller & Schönwälder, Detlef Keller, Fanger & Schönwälder, Filterkaffee: 4 EPs (Review)

Artist:

Broekhuis, Keller & Schönwälder, Detlef Keller, Fanger & Schönwälder, Filterkaffee

Broekhuis, Keller & Schönwälder, Detlef Keller, Fanger & Schönwälder, Filterkaffee: 4 EPs
Album:

4 EPs

Medium: CD/Download
Stil:

Electronic/Instrumental

Label: Manikin Records
Spieldauer: EP1: 35:54/EP2: 42:16/EP3: 45:23/EP4: 45:52
Erschienen: 18.03.2016
Website: [Link]

Zeitgleich erscheinen vier EPs und geben einen schönen Querschnitt des Repertoires von Manikin Records ab. Doch was heißt schon EP? Das kürzeste Werk, allesamt veröffentlicht im Pappschuber, im gewohnten Manikin-Design, dauert knappe sechsunddreißig Minuten, das längste, Detlef Kellers „The Breakfast Event“ legt noch zehn Minuten drauf. Andernorts sagt man ‘Longplayer‘ dazu.

Beginnen wir mit dem Kürzesten, FANGER & SCHÖNWÄLDERS „Analog Overdose – The Pool Concert“, aufgenommen während eines Konzerts 2008 im Stadtbad Steglitz. Die EP besteht lediglich aus einem Track namens „Berlin Zwei“. Zu Beginn schleicht es sich still heran, dann entfalten sich ausschweifende Melodiebögen, der Sequencer setzt ein, die smoothe Trance-Party im Pool kann beginnen, psychedelische Lightshow inklusive. „Berlin Zwei“ ist ein bewegtes Stück aus der alten Schule, kennt seinen Lehrstoff und die zugrundeliegenden Muster, feiert seine Lehrmeister auf ergötzliche Art. (10 Punkte)

„The Repelen EP“ von BROEKHUIS, KELLER & SCHÖNWÄLDER, mit den Dauergästen Raughi Ebert und Thomas Kagermann, ist ein zweiundvierzigminütiger Auszug aus dem 2015er Event und macht Lust auf die alljährlich stattfindenden Konzerte in der Repelener Dorfkirche. Ebert und Kagermann brechen den elektronischen Grundklang auf, schaffen Raum für Folkloristisches. Assoziationen zu (Western-)Soundtracks sind ebenfalls nicht fern. Der Italo-/Hispanischen-Art, keine Hollywood-Eskapaden.

Die Synthesizer zwitschern, Sequencer arbeiten sacht im Hintergrund, vor fast freien, ambienten Flächen sorgen verhalten angeschlagene und gestrichene Gitarren- beziehungsweise Geigenklänge für eine traumverlorene Stimmung. Synthetische Chöre blenden sich ein und aus, die rhythmische Begleitung wird intensiver, zwischen Wehmut und Euphorie tanzen Schatten. (12 Punkte)

FILTERKAFFEEs „100“ vereint Stücke zwischen vier und siebzehn Minuten. Wieder ist Dunkelheit ein Leitthema, die sich diesmal bis in milde Technoregionen vortastet („Night Shift“). Das ist so komprimiert wie spannend, zeigt, dass elektronische Musik auch bei kurzer Laufzeit funktioniert ohne zu Synthi-Pop zu mutieren. Die Musik fließt, schwillt auf und ab, tritt höchst stimmungsvoll auf der Stelle („Bridge Over Troubled Oscillators & LFOs“), ist hypnotisch und auf dem Raumschiff Orion ein Tanzbodenfüller. Besonders für Erstklässler in der Berliner Schule gilt die höchste Empfehlungsstufe. Fortgeschrittene brauchen’s eh. (11 Punkte)

DETLEF KELLER schließlich lässt sich mit seinem „Breakfast Event“ Zeit. „Eleven Years Later“ umreißt ja auch eine satte Spanne und darf ruhig sechsundvierzig Minuten in Anspruch nehmen. Hier sind die Spannungsbögen raumgreifend, werden durchbrochen, um neu anzusetzen; zwischen Behaglichkeit und Kälte entfalten sich Miniaturen, die sich schlussendlich zu einem großen Ganzen fügen. Erinnert zuweilen an MICHAEL HOENIGS Klassiker „Departure From A Northern Wasteland“, ist so schlicht wie ausgeklügelt, eine sich vorantastende, atmosphärische Reisebeschreibung, die zurück an den heimischen Frühstückstisch führt. Zum Ende mit viel Schwung und auf ergreifende Weise hochromantisch. (11 Punkte)

FAZIT: Ein lohnendes Quartett, das als Einstieg in die elektronische Musik in der Folge von KLAUS SCHULZE, TANGERINE DREAM und darüber hinaus taugt und sich sogar als Querschnitt verdammt gut macht. Auch klanglich gibt es, gerade bei den Live-Aufnahmen (Publikumsreaktionen wurden allerdings ausgeblendet), nichts zu mäkeln.

Erhältlich sind die EPs via MANIKIN RECORDS, digital und als CD im Pappschuber.

Jochen König (Info) (Review 1948x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • EP1=
  • Fanger & Schönwälder, Analog Overdose - The Pool Concert:
  • Berlin Zwei
  • EP2=
  • Broekhuis, Keller & Schönwälder, The Repelen EP:
  • Green One - An Acoustic Mix
  • Green Two - Another Acoustic Mix
  • EP3=
  • Filterkaffee, 100:
  • Night Shift
  • Bridge Over Troubled Oscillators & LFOs
  • Shadows of the Darkshift
  • Rebound
  • Raindrops
  • Midnight Session
  • EP4=
  • Detlef Keller, The Breakfast Event:
  • Eleven Years Later

Besetzung:

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