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Barock Project: Vivo (Review)

Artist:

Barock Project

Barock Project: Vivo
Album:

Vivo

Medium: CD
Stil:

Euphorischer Retro-Prog Live

Label: Artalia/Just For Kicks Music
Spieldauer: CD1: 65:00/CD2: 58:48
Erschienen: 17.06.2016
Website: [Link]

Steven Wilson verzichtet auf einen Lorelei-Auftritt beim NOTP, weil er nicht mehr auf Progressive Rock und die damit verbundene Szene reduziert werden möchte. Er versteht sich jetzt als „klassischer Rock-Act“. Sieh an, der eklektizistische Zauberlehrling hat sein bis in die zweiunddreißigste Kammer verschnörkelt dekorieretes Progwarts verlassen und möchte ein schnöder Rockmuggel sein.

Das wird dem italienischen BAROCK PROJECT voraussichtlich nie passieren. Hier wird mit solch einem Enthusiasmus Progressive Rock zelebriert, dass man selbst als Skeptiker mitgerissen wird. Das Live-Doppelalbum „Vivo“ ist State of The Art-Rock. Fußt tief in den Siebzigern und transportiert die Musik dieser Zeit mit Lust und Laune in die Gegenwart. Paten sind vor allem GENESIS, denen mit dem konzentrierten und fulminanten „Los Endos“-Cover ein überzeugendes Ständchen gewidmet ist, zu Beginn der zweiten CD gesellen sich EMERSON, LAKE & PALMER mit Macht hinzu (gut, der JETHRO und sein TULL sind ebenfalls unüberhörbar vor Ort). Zum Abschluss gibt es mit „My Silent Sea“ noch einen kleinen Appetizer aus dem Studio.

Die Melodien sind süffig und griffig, die Instrumentalparts komplex, aber nie selbstgefällig, das BAROCK PROJECT beherzigt jederzeit, dass fein und schwungvoll gedrechselte Partien am besten funktionieren, wenn sie in Rock gemeißelt sind. Kein überflüssiges Geschwurbel, kein unnötiges Engelschörchen hier und da. Überflüssigen Ballast kann die böse Hand doch wegradieren. Bevor er nervt.

Selbst das etwas schnulzig beginnende Studiostück gewinnt nach wenigen Minuten mit einem ordentlichen Kick und darf fröhlich, unverfroren und genüsslich (zumindest kurz) die „Mad Man Moon“-Kastagnetten auspacken, bevor es kammermusikalisch dem Ende entgegen geht.

Klanglich wurde ebenfalls hervorragende Arbeit geliefert. Der Sound ist klar und licht, verweist aber deutlich auf die Bühne und nicht ins Studio. Stimmig und stimmungsvoll. Form und Inhalt.

FAZIT: Still alive after all these years. Das BAROCK PROJECT besitzt – besonders auf der Bühne – ein außerordentliches Gespür für die mitreißende Mixtur aus Kopf- und Bauchmusik. Da werden selbst Zweifler schwach und können nur konstatieren: Geiles Album, das sich um eine Verortung oder Etikettierung keinen Deut scheren muss. It‘s only Prog’n’Roll and I like it.

Jochen König (Info) (Review 2023x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • CD 1
  • Back To You Coffee In Neukolln
  • Save Your Soul
  • Fool's Epilogue
  • Inside My Dreamer's Eyes
  • Un Altro Mondo
  • Duellum
  • Los Endos
  • CD 2
  • Overture
  • Gold
  • Roadkill
  • Skyline
  • The Silence Of Our Wake
  • The Longest Sigh
  • My Silent Sea (Studio Track)

Besetzung:

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