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Driving Mrs. Satan: Did You Mrs. Me? (Review)

Artist:

Driving Mrs. Satan

Driving Mrs. Satan: Did You Mrs. Me?
Album:

Did You Mrs. Me?

Medium: CD
Stil:

Verträumte, akustische Folk-Cover-Versionen von Metal-Songs

Label: Agualoca / Indigo
Spieldauer: 43:49
Erschienen: 04.03.2016
Website: [Link]

„Phantasie ist die einzige Waffe im Krieg gegen die Realität!“
Wie ich sie doch liebe, diese klugen Sinnsprüche, die Musiker ihren Alben mal voran oder ans Ende stellen, um dem Hörer neben der Musik auch eine Einstellung, die ihnen wichtig ist, mitzuteilen.
Oft sagen solche Weisheiten auch viel darüber aus, was uns dann als Botschaft über unsere Boxen klangvoll mitgeteilt wird. Die musikalischen „Waffen“, die auf „Did You Mrs. Me“ von DRIVING MRS. SATAN zum Einsatz kommen, sind ausschließlich akustische. Die „Kriegsstrategie“ aber wurde von metallischen, hart elektrifizierten Rockern ausgeklügelt. So erscheint die Realität, welche man hinter solchen Songs wie „Iron Man“, „Antisocial“, „Raining Blood“ oder „To Hell And Back“ erwartet, deutlich anders, als sie dann bei den satanischen Italienern eintritt.
Hier wiederum ist die Kunst der Phantasie des Hörers gefordert, der sich auf‘s springende Headbangen einstellt und plötzlich nur zärtlich mit Kopf und Füßen wippen darf!
Mit DRIVING MRS. SATAN lösen wir nicht etwa ein Ticket in die Hölle, sondern eine Fahrkarte Richtung Himmel!

2012 entschlossen sich drei italienische Musiker, genau den Weg zu gehen, welcher derzeit von der Öffentlichkeit sehr gern wahrgenommen wird. Und schließlich wissen wir ja schon seit „Mozart in the Jungle“, dass klassisch geschulte Musiker in ihren „geheimen Plattenschränken“ die LPs von BLACK SABBATH, METALLICA, LED ZEPPELIN und alles metallisch Rockende zu stehen haben.
Warum also nicht seine gute, klassische Musikausbildung dazu nutzen, auch die Musik, die man heimlich abgöttisch liebt, vom elektrisch rockenden Kopf auf akustisch folkende Füße zu stellen?
Denn wer gute Musik vergöttert, dem ist es Ritze, ob diese nun elektrifiziert oder akustisch, hart oder entspannt daherkommt.
Warum also nicht die E-Gitarre gegen eine akustische und den E-Bass gegen einen Kontrabass austauschen?
Dazu noch eine wunderschöne weibliche Stimme, die ihre schönsten Momente immer dann erreicht, wenn sie auf einen männlichen, leider nur „geborgten“ Gegenpart trifft, ein feines Piano und statt der Drumsticks ein paar Besen. Auch Gäste werden eingeladen, damit auf „Did You Mrs. Me?“ zusätzlich noch, neben himmlischen Flöten und Streichern, Trompeten - aber nicht die von Jericho - Posaunen, Klarinetten, Hörner und vieles mehr zum Einsatz kommen. Man muss schon einiges aufbieten, um echte Metal-Stücke akustisch zu covern und in ein gänzlich neues Klanggewand einzukleiden!

Besonders schön fällt dabei das durch ein Baby eröffnete „Iron Man“-Duett zwischen CLAUDIA SORVILLO und FRANCESCO FORNI aus, welches glattweg das Niveau von CHRIS & CARLA, bzw. den WALKABOUTS, oder NICK CAVE und KYLIE MINOGUE erreicht, als der darin besungenen jungen Dame die wilden Rosen zum tödlichen Verhängnis wurden. Auch dies ein schönes Bild, das sich DRIVING MRS. SATAN an ihre Musikwand hängen könnten.

Die Stimme von Sängerin Sorvillo hat sogar etwas von unserer LENA, was in keiner Weise negativ gemeint ist, denn singen konnte unsere ehemalige Eurovision-Song-Contest-Siegerin durchaus, auch wenn sie nach ihrem Erfolg einen Ratsch abbekommen hat - „Verdammte Axt, das war nicht mehr geil!“
Bleibt nur zu hoffen, dass CLAUDIA SORVILLO nicht eine ähnliche Entwicklung durchmacht. So gut singen wie LENA kann sie jedenfalls, aber zum Glück trägt sie ja Metal-Songs vor. Und irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass unsere Lena-Hupfdohle tatsächlich Metal-Songs von ANTHRAX, METALLICA oder SLAYER neu interpretieren würde.
Da sei jegliche Axt vor!

Und weil ähnlich schön und verträumt wie die Musik auf „Did You Mrs. Me“, die aus harten Alb- glattweg zarte Kuschel-Träume werden lassen kann, auch der kurze Text im Booklet ist, in dem uns DRIVING MRS. SATAN ihr Album als schmackhafte Speisekarte präsentieren, hier die freie Übersetzung:

„‘How long is forever? Sometimes, just one second...‘ (Wie lange dauert die Ewigkeit? Manchmal gerade eine Sekunde...)
Mrs. Satan lädt dich ein zu einem nächtlichen Picknick an der Wassermühle von Mapledurham (Ort in Oxfordshire an der unmittelbaren Nordseite der Themse - T.K.).
Diesmal haben wir dir eine Menu zusammengestellt, nach dem du dir alle Finger ablecken wirst. Und da sich die Jahreszeit auch noch von ihrer besten Seite zeigt, erwartet dich ein frenetischer, kulinarischer Genuss.
Dabei verwendet sie ein wundervolles rotes Gewürz, stahl etwas vom zuckersüßen Sexy-Elixier, versteckte ein paar französische Kräuter in ihrer Handtasche und zerkleinerte heimlich ein paar ganz bestimmte, freche Blätter.
Dann blies sie den Rauch daraus in den Busch aus Violinen und trainierte den Chor der Libellen für ihren Einsatz an den Hörnern.
Nun köcheln nur noch die verzerrten Gitarren und wilden Schlagzeuge, um dieses Mahl so verführerisch, berauschend, spannend, nahrhaft und voller furchtloser Lieblichkeit werden zu lassen, wie du es noch nie zuvor genossen hast.“

Jetzt müsste wohl auch der Letzte auf den Geschmack gekommen sein. Vorausgesetzt, er kann die Realität auch mal Realität sein und sich stattdessen völlig in die Phantasie fallen lassen.

Übrigens haben es DRIVING MRS. SATAN in unseren Breiten schon bis zu einem fünfminütigen „Titel Thesen Temperamente“-Beitrag gebracht, der uns zeigt, dass nicht nur die Musik hinter diesem bedrohlichen Bandnamen sehr sympathisch klingt, sondern es auch die Musiker sind.

„Weiche Schale, harter Kern - diese Musik ist ein strahlender Schatz!“ So endet der ttt-Beitrag und dieser Vergleich ist hervorragend gewählt! Denn genauso endet auch dieses FAZIT!

PS: Da wir für Alben, auf denen ausschließlich Musik gecovert wird, keine „offiziellen“ Punkte verleihen, muss diesmal ein PS dafür herhalten. Diese traumhaften Interpretationen von knallharten Songs hätten eine glatte Eins (also 14 Punkte) verdient!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1627x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • Hungry Fo Heaven
  • Iron Man
  • Caught Somewhere In Time
  • For Whom To Bell Tolls
  • Antisocial
  • Running Free
  • Peace Sells
  • The Unknown Konows
  • Raining Blood
  • Eyes Of A Stranger
  • To Hell And Back

Besetzung:

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