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Farson: Erode (Review)

Artist:

Farson

Farson: Erode
Album:

Erode

Medium: CD
Stil:

Black Metal, Post Rock, Drone

Label: Revolvermann Records
Spieldauer: 43:46
Erschienen: 27.05.2016
Website: [Link]

Die kurze Beschreibung von FARSON unter ihrer Facebook-Seite ist nicht gerade erbauend: „I lost my faith in humanity, I lost my hopes; I have no dreams!“
Aber was erwartet man denn vorerst bei einer Band, die sich klar und deutlich dem Black Metal verschrieben haben?
Solch Statement vielleicht, aber auch solche Musik wie auf „Erode“?!?!
Nicht ganz, denn neben dem wirklich treibenden, growlenden und schwer frickelnden Hammer-Metal gibt‘s auch jede Menge herrliche Post-Rock-Breitwände zu genießen und entspannte, gar akustische Momente.

Viel Sinn für Humor scheint dem jungen Göttinger Quartett auch zueigen zu sein, denn welche Black-Metal-Band kam bisher auf die grandiose Idee, ihre schwarzmetallische Musik auf weißem Vinyl zu bannen?
Schon das ist der erste Paukenschlag, den man verspürt, selbst wenn die LP sich noch nicht einmal auf dem Plattenteller dreht.
Erfreut nimmt man auch wahr, dass dem Album ein Download-Code sowie ein zweiseitig bedruckter Kunstdruck beiliegt, der neben zwei Baumkronen auch alle Texte der insgesamt vier Songs enthält, die offensichtlich als durchgängiges Konzept gedacht sind. Ein Konzept, das bei weitem nicht so humorvoll wie das weiße Vinyl erscheint, sondern pechschwarz. Die Texte drehen sich um den physischen und psychischen Verfall eines Menschen, der an seinen inneren und äußeren Widersprüchen verzweifelt und zerbricht.
Dieser Entwicklung entsprechend beginnt die Musik auf „Erode“ fast immer ruhig und beinahe entspannt, aber im Hintergrund brodelt schon der Vulkan, der dann mit brachialer Gewalt aus harten Gitarren, wummernden Bässen, treibenden Drums und ekstatischem Growlen hervorbricht und bis zum Ende der jeweiligen LP-Seite sich postrockend und dronend steigert. Auch lassen sich die vier Longtracks - jeweils zwei pro LP-Seite - viel Zeit für ihre Entfaltung und bauen atmosphärisch Beruhigendes genauso ein wie eruptiv Bedrohliches. Hoffnung wird zu Angst, Melancholie zu Entsetzen. Und „Erode“ zum bedrückenden Black-Metal-Soundtrack über den Untergang eines Menschen, der an sich selbst und seiner Umwelt zerbricht.

FAZIT: „Erode“ von FARSON zeigt wortwörtlich Schwarz (Metal) auf Weiß (Vinyl) wie ansprechend und anspruchsvoll sich Black Metal mit jeder Menge Post Rock vereinen und dabei eine spannende Geschichte erzählen kann, die man zwar bei dem extremen Growlen nicht immer versteht, aber auf dem kunstvoll gestalteten LP-Einleger gespannt mitlesen darf: „In the distance I can hear a shot fired behind my back. Yes, I do only live on my own behalf now.“
Ein Happy End liest sich zwar anders, aber das, was man hört, ist durchaus ein Happy End für alle Freunde gut gemachten Black Metals aus deutschen Landen!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1650x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (20:43):
  • Contradictions, Consuming
  • Empathy
  • Seite B (23:03):
  • Of Discontent And Consciousness
  • Distance / Closure

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

  • Erode (2016) - 11/15 Punkten
Interviews:
  • keine Interviews
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