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TesseracT: Polaris / Errai (Review)

Artist:

TesseracT

TesseracT: Polaris / Errai
Album:

Polaris / Errai

Medium: Do-CD
Stil:

Progressive Metal, Djent

Label: Kscope/Edel
Spieldauer: 65:09
Erschienen: 16.09.2016
Website: [Link]

Wenn ein Album mit der Feststellung endet: „Hier kann ich endlich wieder atmen, nachdem ich alles hinter mir gelassen habe […] Nutze die dir verbleibende Zeit, überprüfe deine Werte – schaue nicht zurück, das macht alles nur schlechter“, dann muss im Verlauf eines Konzeptalbums, welches sich nach dem Polarstern benennt, im Vorfeld so einiges geschehen sein, was nicht sehr angenehm war. Ein ständiges Auf und Ab, ein Laut und Leise, ein Himmelhochjauchzend und Zutodebetrübt. Begeben wir uns mit den britischen Prog-Metallern TESSERACT auf die Musik-Reise zum Polarstern und durchleben dabei in der guten Dreiviertelstunde all die Stimmungen, die sich bei „Cages“ sogar in growlenden Schreien überschlagen und am Ende zu der übersetzten Feststellung in „Seven Names“ führen.

Bereits 2015 erschien von TESSERACT „Polaris“, das nun aufgepeppt durch die EP „Errai“ mit zusätzlichen, alternativen Versionen einiger „Polaris“-Stücke als die „Polaris Tour Edition“ erscheint.
Wer allerdings das Album sich nicht doppelt zulegen möchte, der kann sich die EP auch als 180-Gramm-Vinyl zulegen und umgeht so den zweifachen „Polaris“-Kauf.
Wahrscheinlich werden wohl gerade der EP in CD-Form wegen einige TESSERACT-Liebhaber, die das Original – vielleicht sogar mit der dolbydigitalen DVD-Ausgabe – bereits besitzen, schwach werden. Die Songs sind es durchaus wert, denn sie kommen ruhiger, finsterer, melancholischer als auf „Polaris“ durch unsere Boxen gekrochen und verbreiten eine beängstigende und zugleich für den Proggie wohlige Atmosphäre, selbst wenn sie auf ihren Songwriter-Kern minimiert wurden, haben sie trotzdem noch jede Menge progressive Wurzeln geschlagen. Dazu kommt der hervorragende Gesang von DANIEL TOMPKINS, der über jeden Verdacht erhaben ist und zugleich ein paar Erinnerungen an Prog-Apostel TED LEONARD von ENCHANT weckt. Das alles macht diese „Tour Edition“ zu einer wirklich gelungenen Sache, wenn da nicht schon das gleiche „schwarzbecoverte“ Album existieren würde, zu dem eigentlich nicht mehr all zu viel gesagt und geschrieben werden muss, da es bereits bei seinem Erscheinen vor gut einem Jahr jede Menge euphorische Kritiken einheimste, egal ob im „Metal Hammer“, die von einem „absoluten (Welt)Klasse“-Album sprachen oder das „Legacy“, wenn es feststellt: „... blitzsauberes Handwerk wie von kaum einer Band in diesem Genre“.

Und wenn man beim letzten „Polaris“-Song „Seven Names“ gleich am Anfang glaubt, sich auf STEVEN WILSONs „The Raven That Refused To Sing“ verirrt zu haben, selbst wenn diese Stimmung nur kurz erhalten bleibt, bis sich metallische Elemente in den Vordergrund schieben und schlussendlich die Aura der kompletten Scheibe in einem Zuge noch einmal zusammenfassen: Prog trifft auf Metal trifft auf Melodie trifft auf Melancholie – dann ist TESSERACT tatsächlich zwar noch kein Meisterwerk, aber ein richtig gutes Prog-Metal-Djent-Album gelungen.
Da muss man dann auch der „Visions“ zustimmen, die fast im predigenden Unterton bittet: „Und überhaupt sucht ‚Polaris‘ ein größeres Publikum, also auch STEVEN WILSON und PORCUPINE TREE-Hörer.“

FAZIT: Schön, wie abwechslungsreich Prog Metal klingen kann. Da kommt garantiert Begeisterung bei allen auf, die vielleicht bisher noch nicht auf diese britische Band aufmerksam geworden sind. TESSERACT sollten nach „Polaris“ bzw. dieser „Tour Edition“ deutlich mehr als ein Geheim-Tipp sein.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1567x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • CD 1 – Polaris (46:15):
  • Dystopia
  • Hexes
  • Survival
  • Tourniquet
  • Utopia
  • Phoenix
  • Messenger
  • Cages
  • Seven Names
  • CD 2 – Errai – EP (18:54):
  • Survival
  • Cages
  • Tourniquet
  • Seven Names

Besetzung:

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