Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Alien Nature And Christian Fiesel: Unter Null (Review)

Artist:

Alien Nature And Christian Fiesel

Alien Nature And Christian Fiesel: Unter Null
Album:

Unter Null

Medium: CD/MC
Stil:

Elektronische Musik und Psychedelic Rock

Label: Aural Films
Spieldauer: 75:08
Erschienen: 15.03.2017
Website: [Link]

Ganz schön heiß, diese „Unter Null“-Scheibe von WOLFGANG BARKOWSKI a‘la ALIEN NATURE und CHRISTIAN FIESEL, dem unermüdlichen Elektronik-Solisten, der nur zu gerne auch mal zur Gitarre greift!

Auf „Unter Null” vereinen sich elektronische, an die Berliner Schule – ganz besonders an TANGERINE DREAM und KLAUS SCHULZE - erinnernde Klangwelten mit astreinem, oftmals dem Albumtitel entsprechenden, etwas dunkel-unterkühlt wirkendem Psychedelic-Rock. Dabei kann fetter Keyboard-Bombast auch gerne auf kreischende oder heulende und sogar FRIPP-“geloopte“ E-Gitarren treffen. Außerdem gibt es jede Menge Sound-Collagen oder experimentelle Geräuschfrequenzen inklusive. Hinzu kommen auch – als kleiner Haken – sehr dynamische „Schlagzeug”-Rhythmen, die etwas zu offensichtlich aus der Dose kommen. Schade, dass Keyboarder und Gitarrist Fiesel sowie Keyboarder Barkowski für dieses Album nicht auf einen „echten Drummer“ zurückgegriffen haben. Man stelle sich nur einmal vor, dieses Album eingespielt mit HARALD GROSSKOPF hinter den Fellen! Unter Null wäre ein kleines Meisterwerk geworden, das beispielhaft eine geglückte Symbiose von psychedelischem Rock und Frühsiebziger-Electronic präsentiert und in die Gegenwart transferiert hätte. So wundert es auch nicht mehr, dass „Unter Null“, statt mit Keyboard-Bombast, von einem kurzen Gitarren-Solo mit dem mehr als passenden Titel „A New Run“ abgeschlossen wird.

Im Verlaufe der insgesamt acht Stücke, von denen zwei über zehn und das vorletzte über zwanzig Minuten lang sind, spielt die Verflechtung von ruhigeren Electronics und extrem dynamischen E-Gitarren-Rock-Klängen eine sehr wichtige Rolle, die sich sogar bis zum Errichten typischer Post-Rock-Klangwälle steigern kann. Besonders zum Ende des Albums hin nimmt die Dynamik hinter Unter Null deutlich zu, sodass die CD auch locker als ein Werk einer instrumentalen Stoner- und Psyche-Rock-Band durchgehen würde. Eigentlich müsste „Unter Null“ aus rein authentischen Gründen auch auf einem Vinyl-Doppel-Album, natürlich von EROC speziell für die schwarzen Rillen remastert (Obwohl das bei der Klangqualität nicht wirklich nötig wäre!), erscheinen. Dazu dieses mystische Schwarz-Weiß-Cover mit dem Wald-Blick in Richtung einer hellen, undefinierbaren Quelle, so als wären Hänsel und Gretel auf der Suche nach einem Ausweg aus dem bedrohlichen Wald, um dann doch nur auf die Hexe zu treffen. Echt passend!

Der größte und zugleich leider viel zu eindeutige Makel hinter „Unter Null“ sind die Übergänge der Stücke, welche allesamt plötzlich in einer kurzen Pause abbrechen, obwohl alle Stücke ineinander übergehen. Das wäre der Hauptgrund für ein neues Remaster. Ein Fehler jedenfalls, den man eigentlich bei den Aufnahmen hätte vermeiden können. Hier muss eben auch an Details gefeilt werden, die sich auf den Gesamt-Hörgenuss störend auswirken, gerade wenn die Sound-Qualität samt des Mixings ausgezeichnet gelungen ist.

FAZIT: „Unter Null“ ist die gelungene musikalische Fusion aus elektronischer Musik im Stile der Berliner Schule und psychedelischem Rock, welche für Freunde der einen genauso wie der anderen musikalischen Richtung jede Menge Reize ausübt. ALIEN NATURE und CHRISTIAN FIESEL aus Deutschland legen mit diesem Album eine interessante neue Variante des Krautrocks auf! [Album bei Amazon kaufen]

Thoralf Koß (Info) (Review 334x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Tell Me
  • Pumping Silence
  • Unter Null
  • Rückkehr ins Grasland
  • Boiling Point
  • Floater
  • Access Point To REM
  • A New Run

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Wieviele Tage hat eine Woche?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!