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Starfish64: An Altered State Of Joy (Review)

Artist:

Starfish64

Starfish64: An Altered State Of Joy
Album:

An Altered State Of Joy

Medium: CD/Download
Stil:

Atmosphärischer Progressive Rock

Label: Eigenvertrieb
Spieldauer: 42:41
Erschienen: 28.10.2016
Website: [Link]

„Dieses Album sollte man am besten unter guten Kopfhörern und bei Kerzenschein sowie einem guten Getränk genießen.“

So steht‘s als Empfehlung auf der STARFISH64-Seite.
Und natürlich hält sich der Kritiker genau an diese Empfehlung.
High-End-Kopfhörer über die Ohren gestülpt, eine Kerze angezündet, ein gutes Glas Saft – nein keinen Alkohol, der verwirrt die Sinne, auch den Gehörsinn – neben sich gestellt und „An Altered State Of Joy“ in seinen Player einfahren lassen. Jetzt beginnt tatsächlich ein Genuss – für die Ohren und die Seele. Danke, STARFISH64!
Und alles beginnt mit zartem Glocken- und Windspielgeläut. Ein dunkler Ton nähert sich jedoch bereits aus dem Hintergrund, dann eine Bassgitarre und flirrende Synthies. Beim mauererprobten Ost-Prog-Fan kommen tatsächlich Gedanken an das beste Album von SBB auf: „Ze Slowem Biegne Do Ciebie“ aus dem Jahr 1977. Überhaupt glitzert „An Altered State Of Joy“ oftmals in den Siebziger-Tonlagen. Besonders die östlichen – denn auch an die grandiosen, für die meisten längst vergessenen Artrock-DDR-Zeiten, als sich LIFT 1976 mit ihrem legendären Album auf „Meeresfahrt“ begaben. Auch der Starfish leuchtet dabei über ihnen. Sehr melancholisch, sehr ruhig, traurig-verträumt und voller Atmosphäre. Kein komplex übertriebener KlingKlang, dafür aber klangvolle, abwechslungsreiche Ruhe, die immer wieder ihre Struktur ändert, ohne dabei in Extreme auszubrechen. Es ist wie mit dem Windspiel – auch das klingt immer zart, doch der Wind spielt darauf die unterschiedlichsten Tempi und Melodien. STARFISH64 ist so gesehen der progressive Wind, der Klänge erzeugt, die hypnotisch, aber nie chaotisch sind.
Und dann kommt noch diese fragile, „zarte“ Stimme dazu, die uns verdächtig an einen gewissen „h“ erinnert. Ja, den „h“ von MARILLION, auch wenn jetzt ein „t“ alias Thomas Thielen vielleicht lauthals rufen würde, dass diese Stimme doch auch an ihn, den „deutschen h“ erinnert. Wobei wir eigentlich bei einem hervorragenden Vergleich wären, denn was ein „t“ und ein „d“ ;-) alias DIETER HOFFMANN hier musikalisch abliefern, weist so einige Parallelen auf. Nur dass Hoffmann im Gegensatz zu Thielen mehr auf ruhig Atmosphärisches als auf bedrückend Bombastisches setzt.

Der deutsche Multiinstrumentalist, Sänger, Komponist und Texter DIETER HOFFMANN ist unser STARFISH64 und er verblüfft auf seine Weise mit diesem atmosphärischen Album. Zum Glück ist er sich dabei nicht zu schade, auch auf Musiker, die ihn unterstützen, selbst wenn er den Großteil fast in Eigenregie verwirklicht, zurückzugreifen. So sind die Flöten oder die Trompeten – und natürlich auch die Drums - wirklich echt und nicht synthetisch erzeugt. Sogar ein klassisches Piano kommt ausgiebig zum Einsatz, während auf dem 23minutigen Longtrack „Altered States“ im beeindruckenden Text so „ganz nebenbei“ noch ein Bezug zum offensichtlichen Vorbild von Dieter Hoffmann hergestellt wird: „The Crimson King had left his crown / On a bench beside a bus stop / A Formentera-Lady sat down and picked it up.“ Selbst wenn diese „Formentera Lady“ auf KING CRIMSONS „Islands“ auftaucht, so weckt STARFISH64 doch eher Poseidon auf.
Auch eine so geheimnisvoll wirkende Trompete wie auf „The Black Dot“ entdeckt man nur selten auf einem guten Prog-Album. Die (oft akustische) Vielfalt hinter den ruhigen Tönen ist eine große Stärke auf diesem insgesamt starken Album.

Gebt mit ein „d“...
In diesem progressiven Falle ziehe ich es dem „t“ vor.
Und das hat ausschließlich etwas mit der Musik und nicht irgendwelchen verbissenen Fans zu tun.

FAZIT: „The Altered State Of Joy“ von STARFISH64 ist genau das progressive, entspannte Rockalbum geworden, das man sich von einem deutschen Multiinstrumentalisten wünscht, während ein anderer deutscher Multiinstrumentalist so viel Aufmerksamkeit genießt, dass für STARFISH64 anscheinend nicht mehr genug übrig ist. Ein großes Versäumnis! Aber vielleicht kann man das ja noch ändern, so wie seinen Hör- und Blickwinkel.

PS: Die Bezüge zu „t“ wurden besonders auch darum hergestellt, weil meine letzte Kritik zu „t“ Dieter Hoffmann dazu anregte, mit mir Kontakt aufzunehmen und mich um eine Review für sein aktuelles Album zu bitten. Das schreibe ich hier nur zur Sicherheit, damit nicht wieder wilde Spekulationen im Gästebuch entfacht werden!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1905x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Altered States
  • The Black Dot
  • So Is Life
  • Dusk

Besetzung:

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