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Arckanum: Den Förstfödde (Review)

Artist:

Arckanum

Arckanum: Den Förstfödde
Album:

Den Förstfödde

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Black Metal

Label: Folter Records
Spieldauer: 47:11
Erschienen: 28.09.2017
Website: [Link]

ARCKANUM ist… eine Marke. Oder besser: War eine Marke. Denn „Den Förstfödde“ markiert das letzte Album, das Shamaatae unter diesem Banner veröffentlichen will. „Den Förstfödde“ ist nicht wie das vorletzte Album Fenrir (dem mythischen Wolf) sondern der Midgardschlange Jörmungandr gewidmet. Dazu Shamaatae: „Jörmungandr ist die vergiftete Essenz der herbeischleichenden Kräfte, deren Ziel in dieser Welt es ist, aus dem eingrenzenden Kreis der Götter auszubrechen. Der Schatten des Wolfes, die absolute Grenzenlosigkeit“ (Deaf Forever 01/2018).
Solche Aussagen können spirituelle Nullleiter wie mich zum Schmunzeln oder auch Augenverdrehen bringen – Regungen, die auch „Den Förstfödde“ bisweilen hervorruft.

Man nehme beispielsweise „Ofjättrad“: Ausgestattet mit recht interessanten, energetisch polternden Riffs, wird dem Song alsbald ein ausuferndes, hardrockig-laszives Gitarrensolo beigemischt, das irgendwie hinten und vorne nicht ins Bild passt, aber auf eine vertrackte, halb scherzhafte Art für einen sehr unterhaltsamen Moment sorgt. Im zweiten Teil des Stücks geht es dann wieder ernsthaft zur Sache – was nicht gleichbedeutend mit langweilig ist: Besonders der Gesang ist an vielen Stellen ein großer Pluspunkt für das Album. Shamaatae bietet weniger den sicken, langezogen-hohen Kreischgesang seiner früheren Werke, sondern ein oftmals sehr wildes, rohes, doch auch artikuliertes Schreien, das offenbar aus mehreren Aufnahmen unordentlich zusammengeschichtet wurde. Das starke, unkompliziert herausgebollerte „Du Grymme Smed“ hat demgemäß auch eine fast punkige Note – einer der (wenigen) durchweg gelungenen Songs des Albums. Weniger unmittelbar, doch ebenfalls sehr packend ist „Likt Utgårds Himmel“, das beizeiten wie eine bedrohlich aufgeplusterte LIFELOVER-Nummer klingt und bei einiger Abwechslung seine finstere Stimmung nicht aufgibt: Der sicherlich intensivste Moment des Albums.

...Vielleicht unter anderem deswegen, weil der besagte Song aus dem vierminütigen Wachkoma aufweckt, in das man durch „Nedom Etterböljorna“ (ebenso wie sein Klon „Ginnmors Drott“) versetzt wurde: Simple, um nicht zusagen, beliebige Tonfolgen, in Schneckentempo auf einer stark verzerrten Gitarre mit eklig künstlichem Klang gespielt. Das ist nicht atmosphärisch, das ist auch nicht SUNN O))), das ist einfach langweilig und ziemlich billig. Womit wir zum Kernproblem des Albums vorgestoßen wären: Ein wenig zu oft, um ignoriert zu werden, klingt, das, was da geboten wird, zwar ordentlich, aber keinesfalls spannend, originell, oder wenigstens außergewöhnlich. Viele der die Musik (den schnellen, melodischen Black Metal, nicht die lahmen Zwischenspiele und das zugegebenermaßen spannende, coole 9-Minuten-Sakral-Overtüren-Intro „Den Förstfödde“) wesentlich charakterisierenden Melodien und Riffs wirken ausgelutscht, fad, bekannt: „Låt Fjalarr Gala“, oder auch der Closer „Kittelns Beska“ sind sauber ausgeführt, letzteres schlägt sich auch nicht schlecht als breit angelegter Schlusspunkt, sich aus schnell fließender Gitarrenarbeit speisend, beiden gelingt es jedoch höchstens ansatzweise, Interesse zu wecken und aufrecht zu erhalten. Bei all dem spirituellen Gerede, scheint genau das dem Album nicht selten zu fehlen: „Spirit“, emotionale Aufgeladenheit, oder zumindest Melodien, Momente, die im Kopf bleiben.

FAZIT: Es ist nicht schlecht, dieses letzte Kapitel im Buche ARCKANUM: Stellenweise schlägt es in seinen Bann. Als wirklich gut kann man es jedoch auch nicht bezeichnen: Zu viel Laschheit, Austauschbarkeit, manchmal auch offenbare Ideenlosigkeit gibt es zu hören. Bei Tageslicht betrachtet ist „Den Förstfödde“ also eine ganz solide Angelegenheit – vielleicht offenbart es jedoch nur bei Kerzen – oder noch besser: Mondlicht seine wahren Qualitäten... [Album bei Amazon kaufen]

Tobias Jehle (Info) (Review 390x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 9 von 15 Punkten [?]
9 Punkte
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Tracklist:
  • Den Försfödde
  • Nedom Etterböljorna
  • Likt Utgårds Himmel
  • Ofjättrad
  • Ginnmors Drott
  • Låt Fjalarr Gala
  • Du Grymme Smed
  • Kittelns Beska

Besetzung:

  • Sonstige - Shamaatae

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