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Atreyu: In Our Wake (Review)

Artist:

Atreyu

Atreyu: In Our Wake
Album:

In Our Wake

Medium: CD/Download
Stil:

Modern Metal / Rock

Label: Spinefarm / Universal
Spieldauer: 45:27
Erschienen: 12.10.2018
Website: [Link]

Dass sich ATREYU für die Produktion ihres neuen Albums wieder an John Feldmann wandten, der sie schon beim Aufnehmen von "Lead Sails and Paper Anchor" betreute, lässt tief blicken, und tatsächlich: "In Our Wake" knüpft in Teilen an jene experimentierfreudige, stilisch offenere Phase der Südkalifornier an, bloß dass man die zwischenzeitlich hinzugewonnene Souveränität in jedem Song erkennt.

Zerfahren wie vor rund elf Jahren noch hier und dort wirken die aktuellen Kompositionen der Band nicht, obwohl sie alle der Spontaneität zuliebe im Studio geschrieben wurden, und mit fortlaufender Spielzeit stellt sich sogar ein gegenteiliger Eindruck ein - der von Kalkül. Zwölf Tracks im Radio-freundlich kurzen Format, Refrains zum sofortigen Mitsingen und auch ansonsten mehr Pop denn je.

Das äußert sich in den wiederholt eingewobenen elektronischen Elementen, die zum Glück nicht zu Lasten der Mainstream-verträglichen Härte gehen. Alex Varkatzas brüllt an den richtigen Stellen, während sich die beiden Gitarristen im beschränkten Rahmen die Zügel schießen lassen, wobei die beseelten Solos besonders willkommen sind. Andererseits ist es nicht so, als sei alles nach Schema F gestrickt, denn wie angedeutet toben sich ATREYU aus, sei es in für sie ungewöhnlichen Klangefilden oder mit Songstrukturen, die sie noch nicht zigmal durchgekaut haben.

So lebt beispielsweise 'House Of Gold ' von seiner Dynamik - hämmernde Ausbrüche und lichte Momente, in denen sich der Frontmann selbst zu umarmen scheint, wechseln sich stetig ab -, und die zweite Single 'The Time Is Now' ist mit ihrem gegrölten Melodiemotiv ein Sofort-Hit und entwickelt eine orchestrale Sogwirkung, wobei in Bezug auf die Suizide von Chris Cornell und Chester Bennington, die ATREYU beim Songwriting beschäftigten, auf die stimmliche Ähnlichkeit zwischen dem Soundgarden-Frontmann und Varkatzas hingewiesen sein.

Dass dann statt wie vielleicht zu erwarten diverser Rap-Parts ('Blind Deaf & Dumb') ausgerechnet 'Super Hero' am Ende, wo M. Shadows von Avenged Sevenfold & Aaron Gillespie von Underoath mitsingen, in ihrer gespreizten Art die schwächste Nummer der Scheibe ist, fällt bei so viel hörenswertem Stoff überhaupt nicht ins Gewicht.

FAZIT: ATREYUs siebtes ist zugleich ihr vielfältigstes und kompositorisch spannendstes Album. Orchestrale Opulenz trotz kompakter Strukturen, Soundtrack-Flair, hingebungsvolles Gitarrenspiel und ein Sänger, der alle Register eines Arena-Rockers zieht, ohne sich zum Hanswurst zu machen, gereichen der Gruppe zu einem Ritterschlag - nicht zu vergessen der textliche Mehrwert, denn "In Our Wake" befasst sich mit zunehmend rücksichts- wie orientierungslosem Verhalten der Menschen untereinander, inneren Dämonen und persönlichen Schicksalsschlägen der Mitglieder, aber auch der weiteren Entwicklung der Gesellschaft generell.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 420x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Our Wake
  • House of gold
  • The Time Is Now
  • Nothing Will Ever Change
  • Blind Deaf & Dumb
  • Terrified
  • Safety Pin
  • Into The Open
  • Paper Castle
  • No Control
  • Anger Left Behind
  • Super Hero

Besetzung:

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