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Inner Core: Soultaker (Review)

Artist:

Inner Core

Inner Core: Soultaker
Album:

Soultaker

Medium: CD
Stil:

Symphonic-Metal/Hard-, Classic-, Pomp-Rock

Label: Echozone/Soulfood
Spieldauer: 60:00
Erschienen: 06.04.2018
Website: [Link]

INNER CORE stammen aus Lörrach, sind seit 2013 aktiv und veröffentlichen jetzt mit „Soultaker“ ihr Debüt. Rezensionsinteresse weckte vor allem der Name des Mannes am Mischpult: EROC. Mit EVERON hat er sich ja bereits in der Vergangenheit durchaus erfolgreich ins Metier des bombastischen Hard-Rocks mit leichtem Prog-Einschlag begeben. INNER CORE sind weiter entfernt vom Progressive Rock, trotz satten Einsatzes von diversen Tasteninstrumenten, klinken sich eher beim symphonischen Metal ein, wobei ein Geschwindigkeitsrausch aus- und die Härte moderat bleibt. Stattdessen, siehe oben, flauschige Keyboardteppiche als Fundament.

Anna Rogg ist weder derbe „Rockröhre“ noch klassische Diva, die sich auf dem Weg zur Opernbühne verlaufen hat. Ihr Gesang liegt irgendwo dazwischen, kraftvoll und zünftig, auch wenn sie gelegentlich ein wenig zum Knödeln neigt. Kann man als bodenständigen Charme abhaken.

Musikalisch wird pompöser Hardrock geboten, der selten eilends nach vorne prescht. Was auch eher Irritationen auslöst, wie bei den zaghaften Growl-Einlagen auf „Crucified“. Das gefühlige, ausladende vor sich hin Daddeln liegt der Band weit mehr. Die eingeschobenen Gitarrensoli sind gediegen, strotzen nicht gerade vor Originalität, überzeugen am ehesten dadurch, dass die Spielzeit nicht überdehnt wird. Die klassisch angehauchten Tasteneinsätze drängen sich eh gerne in den Vordergrund, egal ob auf dem Klavier schnuckelige Läufe gespielt werden, künstliche Chöre jubilieren oder dem Flirt mit Metal ein Himmelbett zum Toben bereitet wird.

Balladeskes bekommen INNER CORE ebenfalls achtbar hin, sogar mit angetäuschtem Geigeneinsatz auf „Keep The Distance“. Dank der sauberen Produktion und des Masterings gefällt am besten, wenn die komplette Combo dem Bombast frönt, ein bisschen Richtung Prog schielt, sich nicht scheut künstliche Blässer schmettern zu lassen („Monsters“) und überhaupt ungehemmt mit Kitsch, Kunstanspruch und Plattitüden in die Vollen geht („Into Eternity“ klingt stellenweise so, als würde Napoleon mit einem Symphonieorchester in Russland einfallen. Groß, ganz groß).

FAZIT: „Soultaker“ ist so eine Art Äquivalent zur Essensaufnahme während einer Kreuzfahrt. Auf verschiedenen Decks kann man sich an voluminösen Büffets mit ordentlich zubereiteten Speisen eindecken, Experimente und mit Sternen prämierte Kochkunst fallen aber flach. Stattdessen darf gehobener wie deftiger Hausmannskost geschlemmt werden bis zum Umfallen. Zwischendurch wird im Kunstledersessel bei besserem Kuschelrock wohlig verdaut.

Jetzt ernsthaft: INNER CORE präsentieren Pathos pur. Wächst mit der Laufzeit. Guilty Pleasure, wohl wahr, aber wer Steine zum Werfen hat, der findet viel bessere Gelegenheiten dafür. [Album bei Amazon kaufen]

Jochen König (Info) (Review 448x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
10 Punkte
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Tracklist:
  • Soultaker
  • Sweet Addiction
  • Snowstorm
  • Crucified
  • Keep The Distance
  • Screw That
  • Blame
  • Monsters
  • Ghost Dust
  • Into Eternity

Besetzung:

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Interviews:
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