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Moriarty: Echoes From The Borderline – Live Recordings & Auto Bootlegs (Review)

Artist:

Moriarty

Moriarty: Echoes From The Borderline – Live Recordings & Auto Bootlegs
Album:

Echoes From The Borderline – Live Recordings & Auto Bootlegs

Medium: CD-Book/Do-CD
Stil:

Von Irish Folk über Blues und Country, aber auch Chanson und Swing bis hin zu Indie- und Alternative-Rock

Label: Air Rytmo
Spieldauer: 116:18
Erschienen: 09.03.2018
Website: [Link]

Als vor ziemlich genau dreizehn Jahren die französischen Folk-Indierocker MORIARTY mit ihrem Debüt-Album „Gee Whiz But This Is A Lonesome Town“ den französischen Charteinstieg unter die Top 30 und etwas später sogar den Goldstatus erreichten, war das eine faustdicke Überraschung. Eine Überraschung, die man zehn Jahre später gebührend feiern musste – und für die sich MORIARTY wirklich etwas ganz Besonderes haben einfallen lassen: ein hart eingebundenes Digibook mit zwei CDs und einem 48seitigen Foto-Album voller Impressionen von ihren Live-Auftritten und Reisen in und durch die Welt, chronologisch rückwärts geordnet, beginnend 2015 und endend 2005. Dazu gibt es auf den zwei rappelvollen CDs lauter Live-Aufnahmen aus dieser Zeit, die eindrucksvoll beweisen, warum MORIARTY der große Erfolg beschert wurde. Drei Jahre sollte es also noch dauern, bis dieses beeindruckende musikalische und optische Live-Zeugnis auch in Deutschland angekommen ist. Allerhöchste Zeit!

MORIARTY ist eine bunt zusammengewürfelten Band voller professioneller Musiker, die sich im Jahr 1995 mit fünf Künstlern aus Frankreich, Amerika, der Schweiz und Vietnam zusammenschloss und beeinflusst von den Traditionen dieser und anderer Länder einen völlig weltoffenen Sound in ihrer Musik darbietet, der von Irish & franko-amerikanischen Folk über Blues und Country, aber auch Chanson und Swing bis hin zu Indie- und Alternative-Rock so etwa alles zu bieten hat. Dabei kommen zugleich jede Menge, größtenteils akustische Instrumente zum Einsatz, wie Kontrabass, Xylophon, Kazoo, Saxophon, Mundharmonika sowie Klavier, Gitarren plus Percussion en masse. Besonders auffällig aber ist der charismatische, recht hohe und zerbrechlich wirkende weibliche Gesang von Rosemary Standley.

Und wenn MORIARTY in unseren verschnarchten Musikbreiten auch noch als ein absoluter Indie-Geheimtipp gelten, so ist das eher ein Armutszeugnis für unsere Hörgewohnheiten, denn die Faszination hinter dieser weltoffenen Band liegt besonders darin, dass ihre Songs sowohl in kleinen Irish Pubs oder nächtlichen Bars als auch in riesigen Konzerthallen oder sogar Konzerthäusern funktioniert.
Noch dazu liegen die Live-Aufnahmen von Echoes From The Borderline – Live Recordings & Auto Bootlegs in ausgezeichneter Sound-Qualität vor und keiner braucht einen Schreck zu bekommen, wenn er den Begriff „Bootleg“, der zumeist ja mit unterirdischen Sounds verbunden ist, liest.
Ganz offensichtlich entstanden die Aufnahmen rund um die Welt – Dublin, Zürich, Prag, London, Brüssel, Taiwan, Paris, Melbourne, Berlin, Delhi, Istanbul, Tokio und anderen Orten – wurden aber immer direkt an der technischen Anlage mitgeschnitten. Sonst wären die großartigen Abstimmungen zwischen Instrumenten, Gesang und besonders den Percussion garantiert nicht auf diesem Niveau gelungen.

So geheimnisvoll der Name der Band und die Musiker aus aller Welt auch wirken mögen, um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man wissen, dass MORIARTY sich nicht etwa auf den für alle Krimi-Fans weltberühmten Professor MORIARTY aus Sir Arthur Conyan Doyles Sherlock-Holmes-Geschichten bezieht, in denen er als Holmes genialer, kreuzgefährlicher Gegenspieler auftritt, der ihn in „The Final Problem“ ursprünglich auch töten sollte und den Holmes als „Napoleon des Verbrechens“ bezeichnet.
Der MORIARTY, welcher der Band als Namenspatron diente, ist Dean MORIARTY aus dem weltberühmten Kult-Roman der Beat-Generation „Unterwegs“ von JACK KEROUAC, das den „Beatnicks“ als ihr geheimes Manifest dient und in dem es vorrangig um Sex‘n‘Drugs‘n‘Jazz geht! Eine von zwei Hauptfiguren darin ist neben dem Erzähler Sal Paradise eben besagter Dean MORIARTY, der sich trampend durch Mexiko und Amerika ganz dem Rausch von Drogen, dem Sex und dem Jazz hingibt. Eine idealere Wahl für einen Bandnamen, wenn man solche Musik macht, wie wir sie auf „Echoes From The Borderline – Live Recordings & Auto Bootlegs“ hören, konnte man gar nicht treffen.

Ein zusätzlicher Reiz geht von diesem Live-Album, das es neben der Doppel-CD-Hardcover-Digibook-Variante zugleich als Dreifach-LP zu erstehen gibt, auch dadurch aus, dass auf ihm neben den bekannten Nummern, wie „Jimmy“ oder „Long Live The (D)Evil“ sowie „Isabella“ und natürlich das grandiose „Julie Gold‘s Candy Cane Tale“, die besonders in Frankreich oder der Schweiz zu Hits gereichten, auch bisher gänzlich unveröffentlichte Songs zu hören gibt, die sich auf keinem der Studio-Alben befinden und unsere Ohren zugleich von einer gehörigen Portion Blues-Harp verwöhnt werden, die der Live-Musik einen regelrecht hypnotischen Rhythmus verleihen.

FAZIT: „Echoes From The Borderline – Live Recordings & Auto Bootlegs“ ist ein in zehn Jahren entstandenes, hochwertig klingendes Live-Dokument der französischen Indie-Folk-Band mit internationalen Musiker-Wurzeln MORIARTY, die aus Anlass ihres vor zehn Jahren entstandenen, in Frankreich sehr erfolgreichen Debüt-Albums „Gee Whiz But This Is A Lonesome Town“ dieses liebevoll gestaltete Doppel-Live-Album mit 48seitigem Foto-Booklet im Hardcover-Digibook und als Dreifach-LP veröffentlichen. Irish & franko-amerikanischer Folk, Blues und Country, aber auch Chanson und Swing bis hin zu Indie- und Alternative-Rock mit viel Mundharmonika und ausgezeichnetem weiblichen Gesang. Eine echte Entdeckung!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 839x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • CD 1 (59:08):
  • History Of Violence
  • Long Live The (D)Evil
  • Motel (feat. MAMA ROSIN)
  • Milena
  • Beasty Jane
  • St. James Infirmary
  • Nobody Home
  • Serial Fields
  • Julie Gold‘s Candy Cane Tale
  • Ramblin‘ Man
  • Fireday (feat. MORIBA KOITA & PEDRO KOUYATE)
  • Alice & Lewis (Soon Will Come Too Soon)
  • Oshkosh Bend
  • When I Ride
  • CD 2 (57:10):
  • Where Is The Light
  • Clementine
  • Chocolate Jesus
  • Privat Lily (feat. MORIBA KOITA & PEDRO KOUYATE)
  • Isabella
  • Cottonflower
  • La Chanson De Margaret
  • Tagono-Ura
  • Jimmy
  • Roboto Hoshi
  • Whiteman‘s Ballad
  • Long Is The Night

Besetzung:

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