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Neko Case: Hell-On (Review)

Artist:

Neko Case

Neko Case: Hell-On
Album:

Hell-On

Medium: CD/Download/Do-LP
Stil:

Indie- und Alternative-Rock

Label: Anti-Records/Indigo
Spieldauer: 52:49
Erschienen: 21.09.2018
Website: [Link]

Oh je, die Hölle ist los bei NEKO CASE!
Kein Wunder, wo bereits Studio-CD-technisch fünf Jahre Funkstille um sie eingetreten war. Nun also taucht sie mit einer Kopfbedeckung aus brennenden Zigaretten (und der schrecklichen Erfahrung, dass ihr Haus während der Aufnahmen zu diesem Album komplett ausbrannte, ihre Hunde aber zum Glück gerettet werden konnten) auf und versucht bei uns ihr musikalisches Feuer zu entfachen.
So ganz gelingt ihr das allerdings nicht, da neben absolut großartigen Songs sich auch ein paar – um beim hochexplosiven Bild zu bleiben – Fehlzünder oder regelrechte Rohrkrepierer befinden.

Warum nur hat NEKO CASE sich so unglaublich viele Musiker in ihr verqualmtes Boot geholt – von denen viele natürlich Rang und Namen haben, wie K.D.LANG, BETH DITTO, MARK LANEGAN, LAURA VEIRS uvm. – und sich damit ihr Album zerfleddert und orientierungslos erscheinen lassen? Viele Köche verderben doch bekanntlich den Brei – und das gilt nicht nur in der Küche so, sondern auch ganz genauso in der Musik.

Laut Case war sie nicht nur auf der Suche nach neuen Geschichten – von denen sie für ihr Album in gewohnter Manier jede Menge gefunden hat –, sondern besonders auch nach neuen Klängen: „Ich habe so lange mit den gleichen Leuten gearbeitet und musste nie aus meiner Komfortzone ausbrechen, darum entschied ich mich diesmal dafür.“

Und selbst wenn dabei eine so unglaublich schöne Ballade wie „Sleep All Summer“, bei der NEKO CASE im Duett mit ERIC BACHMAN singt, sowie mit „Curse Of The I-5 Corridor“ ein weiteres, wirklich abgefahrenes Duett mit dem SCREAMING TREES-Frontmann MARK LANNEGAN, oder der faszinierende Titeltrack, welcher das Album eröffnet, herausspringt, wirken andere Songs, ob nun „My Uncle‘s Navy“ im Country-Style oder das mit melodramatischen Streichern überfrachtete und ungewöhnlich schwach gesungene „Dirty Diamond“ und die billig anmutende Pop-Nummer „Bad Luck“, wie das pure Füllmaterial – ein paar weggeworfene, erkaltete Zigarettenstummel.
Noch dazu fühlt man sich sehr oft und ganz besonders bei „Oracle Of The Maritimes“ an SUZANNE VEGA erinnert, was zwar für die Qualität der Musik, aber nicht wirklich kompositorischen Einfallsreichtum spricht.

Sogar das sehr schön gestaltete 32seitige (!!!) Booklet weckt gemischte Gefühle, denn trotz der vielen Fotos, die immer einen Bezug zu dem entsprechenden Titel herstellen, fehlen die abgedruckten Texte, die ja bei NEKO CASE bekanntlich mehr als nur ein „BlaBlaBla“ zu sagen haben. Mensch, 5 Jahre Zeit, und am Ende so viele vermeidbare Oberflächlichkeiten. Schade, auch wenn am Ende der Eindruck zu „Hell-On“ nicht enttäuscht, echte Begeisterung kommt aber auch nicht auf.

FAZIT: Zwiespältige Gefühle befallen den Hörer bei diesem zwiespältigen Album, das man im Grunde mögen möchte, ja sogar lieben, denn schließlich ist es von einer Ausnahmemusikerin wie NEKO CASE. Aber „Hell-On“ macht es einem nicht leicht – ähnlich wie ein Nichtraucher seinen rauchenden Partner lieben möchte. Die Zigarette steht (oder im Cover-Falle von NEKO CASE sitzt sie massenhaft als Perücke auf ihrem Kopf) irgendwie immer störend dazwischen, ähnlich wie einige der echt lahmen Songs auf diesem Album, auf dem doch eigentlich die Hölle los sein soll. Na ja, vielleicht ein kleines Fegefeuer, aber mehr auch nicht.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1962x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 8 von 15 Punkten [?]
8 Punkte
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Tracklist:
  • Hell-On
  • Last Lion Of Albion
  • Halls Of Sarah
  • Bad Luck
  • Curse Of The I-5 Corridor
  • Gumball Blue
  • Dirty Diamond
  • Oracle Of The Maritimes
  • Winnie
  • Sleep All Summer
  • My Uncle‘s Navy
  • Pitch Or Honey

Besetzung:

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