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Odeville: Rom (Review)

Artist:

Odeville

Odeville: Rom
Album:

Rom

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Rock / Pop

Label: PandaPanda / Soulfood
Spieldauer: 57:20
Erschienen: 19.10.2018
Website: [Link]

Im zwölften Jahr ihres Bestehens gelingt es ODEVILLE endlich, ihren Stil auf den Punkt zu bringen, ohne nur wie ein Abklatsch US-amerikanischer Mallcore-Acts zu klingen. Tatsächlich muss man in ihrem Fall einräumen, dass sich die Verwendung der deutschen Sprache langfristig ausnahmsweise bezahlt gemacht hat, obgleich dies nicht der einzige Grund dafür ist, dass die Hamburger spätestens jetzt eine ausgesprochen eigenständige Marke sind.

Dass Keyboarder Martin schon länger fest zur Band gehört, steht bezeichnend für die aktuelle Ausrichtung, denn den Weg zum Pop, den die Gruppe erstmals auf dem Vorgänger „Phoenix“ konsequent einschlug, ist sie beim Songwriting für "Rom" noch ein Stück weiter gegangen, was gleich beim eröffnenden 'Königreich' ins Auge bzw. Ohr fällt. Core-Wutschnauben und Emo-Gejammer im Wechsel gehören definitiv der Vergangenheit an.

Sänger Hauke geriert sich dazu passend auf überzeugende Weise zum klassischen Storyteller, selbst wenn ODEVILLE weit vom Liedermachertum entfernt sind, und sinniert ohne Ironie über allzu Zwischenmenschliches, widmet sich aber auch der Gesellschaft als Ganzes. Nennt man das nun Reife, oder handelt es sich um einen Fall von "alles bedienen wollen".

Definitiv ersteres: ODEVILLE sind augenfällig zwanglos bei dem, was sie auf "Rom" tun, und haben sich noch nie so deutlich von jeglicher temporären Strömung im U-Musik-Bereich entkoppelt.

Der freche Indie Rocker 'Bitte Ja bitte gleich' geht genauso schnell ins Ohr, wohingegen 'Herr der Gezeiten' mit Reggae-Groove überrascht. 'Die Verlangsamung der Zeit' versöhnt unterdessen kommerziellen Radio-Stoff mit Post-Punk-Vibes, und '70.000 Meilen' ist zum Schluss eine geradezu proggige Power-Ballade, denen viel höhere Ambitionen zugrunde liegen als eher standardmäßig Gestricktem wie 'Funkenwalzer' oder 'Halb vier'. Solchen Kram, so gut er auch gemacht ist, treiben sich ODEVILLE sicherlich auch noch selbst aus.

FAZIT: ODEVILLEs sechstes Album gehört anders als seine Vorgänger in keine enge Subgenre-Schublade mehr, sondern ist für alle Zeiten gültiger Rock, der nicht einmal das Präfix "Deutsch-" nötig hat.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 312x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Ko?nigreich
  • Funkenwalzer
  • Rom
  • 8 MM
  • Bitte Ja bitte gleich
  • Schwarzfahren mit Hintergrund
  • Die Verlangsamung der Zeit
  • Halb vier
  • Wunderwerk
  • Arnim
  • Kreisverkehr
  • Herr der Gezeiten
  • Gute Nacht
  • 70.000 Meilen

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

  • Rom (2018) - 12/15 Punkten
Interviews:
  • keine Interviews
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