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The Air We Breathe: Things Between (Review)

Artist:

The Air We Breathe

The Air We Breathe: Things Between
Album:

Things Between

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Ruhiger Indie- und Alternative-Pop/Rock zum Durchatmen

Label: Hicktown Records
Spieldauer: 47:26
Erschienen: 07.12.2018
Website: [Link]

Allein der Name der Nürnberger Band versprüht schon jede Menge Sympathie, denn er bezieht sich auf etwas, was wir längst nicht mehr zu achten scheinen und als selbstverständlich betrachten, obwohl es doch für jeden von uns überlebensnotwendig ist. Wir haben verlernt, die Dinge zu schätzen, die ein ganz besonderes, unbezahlbares Geschenk sind. Das gilt für die Luft zum Atmen genauso wie für die Musik, die unser Leben viel reicher macht. Und all die Dinge dazwischen! Genau davon wissen THE AIR WE BREATHE auf „Things Between“ nicht nur ein Lied – wie schon THE HOLLIES vor 44 Jahren mit „The Air That I Breathe“ – zu singen, sondern zugleich eine ganze LP zu füllen. Und selbst wenn sie nicht wie THE HOLLIES auf ihrer doch arg schmalzigen Ballade klingen, so sind ihnen besonders die ruhigen und zarten Töne sehr wichtig sowie Texte, die mehr als platt klingendes Musik-Beiwerk sind: „I‘m looking around all over the world / Healed by life / This is how I changed my life.“

THE AIR WE BREATHE sehen sich und ihre Musik selbst „im salzgrauen Raum inmitten des Dreiecks von Erfolg, Schönheit und Glück. Zwischen Einsamkeit, Zweifeln und richtungsloser Sehnsucht nach einem anderen Ich“, wovon sie bei ihrem Album-Opener „How I Changed“ bereits ein Lied zu singen wissen. Atmosphärisch, ruhig, sich steigernd und mit einer eingängigen Melodieführung, die zum Träumen einlädt. Träumern sei dieses größtenteils akustische Pop-Album überhaupt ganz fest an ihr weit offenes Herz gelegt.

Natürlich kommen auch so einige Erinnerungen beim Hören von „Things Between“ auf, beispielsweise an ihre Landsleute FOOLS GARDEN, wenn die gerade mal nicht am Zitronen-Baum, sondern ihre Brit-Pop-Elegien aus dem Ärmel schütteln, und die bewegenden Balladen der sehr sympathischen britischen Soupergroup COLDPLAY...
...oder wie es das Kulturjournal Regensburg so anschaulich bemerkte: „Hymnisch wie alte OASIS und unaufdringlich wie ELBOW“!
Das passt nur zu gut, wenn THE AIR WE BREATHE in „Shame“ über die Peinlichkeit des eigenen Verhaltens der Geliebten gegenüber singen oder in „Letters“, einem der bewegendsten Songs des Albums samt großartigem E-Gitarren-Solo, Briefe an einen lieb gewonnenen Menschen senden, der nicht mehr am Leben ist: „Send you letters from the island my dear (Erste Zeile) … I‘m glad to see you when I die (Letzte Zeile)“.
Oder gibt es eine schönere Liebesbekundung als in dem todtraurigen „B.I.Y“, wenn es darin heißt: „The devil in you want to survive / Let me rescue your life!“ (Der Teufel in dir kämpft um sein Überleben, so lass mich dein Leben retten!)?

Doch was wären wohl so eindringliche, manchmal sehr melancholische Zeilen ohne den passenden Gesang dazu?
Welch Glück für THE AIR WE BREATHE, dass sie mit Christoph Schuster nicht nur einen sehr guten Sänger hinterm Mikro, der noch dazu Gitarre spielt, sondern auch ebenso guten Texter haben, der voller Leidenschaft und Gefühl sowie mit der tatkräftigen Unterstützung der Band seine eigenen Lyrics vorträgt, die voller Tiefe sind und – passend zu den in erster Linie ruhigen Klangwelten von THE AIR WE BREATHE – oft auch sehr nachdenklich oder traurig wirken, wenn zum Beispiel in „My Soul“, einem Song, der sich anfangs nur auf Gesang und akustische Gitarre beschränkt und dann zur fetten Hymne entwickelt, die Frage gestellt wird: „Can‘t anybody hear / I‘ve been screaming aloud / Can‘t anybody see / How things are inside me.“
Nein, sehen können wir es vor unseren Boxen oder unter Kopfhörern nicht, aber nur zu gut hören!

FAZIT: Als am 18. Mai 2018 „Things Between“ von dem Nürnberger Quartett THE AIR WE BREATH nur digital bzw. auf CD erschien, müssen viele verblüfft gewesen sein, wie intensiv und voll großartiger Melodien die größtenteils hymnischen Balladen klangen. COLDPLAY kam einem in den Sinn. "So etwas muss doch auch auf Vinyl gebannt werden", wird da der Nostalgiker denken. Dieser Wunsch geht zum Glück noch kurz vor Weihnachten in Erfüllung, wenn am 7. Dezember die Vinyl-Ausgabe samt farbiger Innenhülle und mit allen Texten, die absolut lesenswert sind, erscheint. Ein bewegendes Album!

Thoralf Koß (Info) (Review 358x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (24:13):
  • How I Changed (3:33)
  • My Orphan Day (5:06)
  • Perfect Unknown (3:59)
  • Letters (5:15)
  • Every Monday (5:20)
  • Seite B (23:13):
  • Shame (5:33)
  • My Soul (3:30)
  • Childhood Dream (5:14)
  • B.I.Y. (5:27)
  • To The Moon (3:26)

Besetzung:

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