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The Doors: Live At The Isle Of Wight Festival 1970 (Review)

Artist:

The Doors

The Doors: Live At The Isle Of Wight Festival 1970
Album:

Live At The Isle Of Wight Festival 1970

Medium: DVD/CD+DVD/Blu-ray
Stil:

Legendäre Live-Aufnahme in großartiger Qualität von THE DOORS

Label: Eagle Rock Entertainment/Universal
Spieldauer: 149:09
Erschienen: 23.02.2018
Website: [Link]

Man nannte es „Europas Woodstock“ - das Isle Of Wight Festival, das insgesamt dreimal veranstaltet wurde: 1968, 1969 und 1970. Während die ersten beiden Varianten schnell in Vergessenheit gerieten, wurde das 70er-Festival vom 26. bis 30. August zur Legende. Ein maßgeblicher Grund dafür war auch der Auftritt von THE DOORS. Es sollte ihr letzter werden – denn schon 10 Monate später wurde JIM MORRISON das Opfer seines selbstzerstörerischen Lebensstils, um dessen Tod sich noch immer so einige Legenden ranken.

Schon unter diesem Gesichtspunkt ist die Veröffentlichung dieser Konzertaufnahme vom 29. August 1970 vor über einer halben Million Zuschauer ein kleine Sensation, ebenso wie die Tatsache, dass THE DOORS bei diesem Freiluft-Festival überhaupt auftraten, da JIM MORRISON bis dahin immer Freiluft-Auftritte abgelehnt hatte, weswegen sie auch, trotz Einladung zum Woodstock-Festival, dort nicht auftraten.
Noch sensationeller aber ist die gigantische Bild- und Ton-Qualität, die man im Rahmen modernster Verfahren aus einem beim Isle-Of-Wight-Festival gefilmten DOORS-Konzert herausgeholt hat. Die Voraussetzungen dafür waren denkbar miserabel. Die Bühne ausschließlich in tiefrotes Licht getaucht, dass THE DOORS eher wie Silhouetten wirkten und der typisch Siebziger-Live-Ton. Doch plötzlich hält man diese DVD plus CD in der Hand mit diesem letzten Konzert, bei dem man dem fast bewegungslos auf der Bühne stehenden, bärtigen Morrison zwar ansieht – aber glücklicherweise nicht anhört – dass er physisch am Ende ist, aber trotzdem stimmlich extrem lebendig.

Das Desaster um Morrison, der anfangs extrem schüchtern war und deswegen oftmals mit dem Rücken zum Publikum auftrat, begann neben den Drogen mit der Zeile: „Father, I want to kill you, Mother, I want to fuck you!“ („Vater, ich will dich töten, Mutter, ich will dich ficken!“), die er dem bis dahin unbedenklichen „The End“ von der ersten Doors-LP bei einem Auftritt hinzufügte, was eine Kündigung in dem Club, in dem THE DOORS bis dahin regelmäßig auftraten, und eine Verbannung aus allen Radiosendern zur Folge hatte. Danach wurden, angefeuert durch Drogen und Alkohol, der Lebensstil und die Auftritte von Morrison immer exzentrischer und er erschien oftmals verspätet und betrunken zu den Auftritten, während der Rest von THE DOORS das wütende Publikum mit Instrumentalversionen der Songs zu beschwichtigen versuchte.
Zu dem Ärger mit dem Publikum und den Gesetzeshütern, die Morrison wegen seiner ständigen Vergehen auf dem Kieker hatten und ihm 1969 in Miami sogar den Prozess machten, kam noch eine schwere Lungenentzündung von Morrison hinzu, die dazu führte, dass THE DOORS ihre geplante Europa-Tournee absagen mussten und der einzige Auftritt das endlich in ausgezeichneter Bild- und Ton-Qualität vorliegende Isle-Of-Wight-Konzert war.

Einen besonderer Zusatzwert ist auch die DVD-Beigabe „This Is The End“, in der die drei nach Morrisons Tod verbliebenen THE DOORS-Musiker über die komplizierte Situation (deutsch untertitelt) sprechen, in der sich Jim Morrison wegen des Prozesses, der ihm in Miami gemacht werden sollte (Weil er bei einem Konzert vorm Publikum angeblich seinem besten Freund hinterm Hosenstall mal kurz die totale Freiheit gönnen wollte!) und der ihn im schlimmsten Falle zehn Jahre Haft hätte einbringen können, sowie die Band befand. Auch die Probleme rund um das Festival werden thematisiert und dass die drei damals mit dem introvertierten Verhalten, welches Morrison dort auf der Bühne an den Tag legte, nicht sonderlich glücklich war. Allerdings ist aus heutiger Sicht gerade dieser Eindruck unter der enormen Belastung, der Morrison damals ausgesetzt war, das besonders Bemerkenswerte. Denn im Gegensatz zu seinen vielen anderen Auftritten war er noch nicht einmal betrunken.
Auch dass in der 17minutigen Dokumentation noch RAY MANZAREK zu Wort kommt, der ja im Mai 2013 in Rosenheim starb, ist eine nicht nur sehr informative, sondern zugleich auch bewegende Erinnerung, genau wie seine Worte, die er 1997 bei einer Pressekonferenz formulierte: „Die Gegenwart ist doch entsetzlich. Wir leben genau in dem zynischen Albtraum, vor dem wir in den Sechzigern immer gewarnt hatten.“

FAZIT: Wenn ein Konzert Geschichte schrieb, dann ist es dieses, das ab sofort für alle Freunde von THE DOORS in sehr guter Bild- (16:9) und Ton-Qualität (Dolby-Digital-Stereo, Dolby-Digital-5.1 und DTS Surround Sound) als CD, DVD und BluRay erhältlich ist: THE DOORSLive At The Isle Of Wight Festival 1970“ vor über einer halben Million Zuschauer! Legendärer Kult des letzten gefilmten THE DOORS-Konzerts in Top-Qualität, erstmals nach fast 50 Jahren erhältlich.

Thoralf Koß (Info) (Review 1566x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • CD (65:09):
  • Roadhouse Blues
  • Introduction
  • Back Door Man
  • Break On Through (To The Other Side)
  • When The Music‘s Over
  • Ship Of Fools
  • Light My Fire
  • The End
  • (Medley: Across The Sea / Away In India / Crossroad Blues / Wake Up)
  • DVD (84:00):
  • Roadhouse Blues
  • Introduction
  • Back Door Man
  • Break On Through (To The Other Side)
  • When The Music‘s Over
  • Ship Of Fools
  • Light My Fire
  • The End
  • (Medley: Across The Sea / Away In India / Crossroad Blues / Wake Up)
  • DVD-Featurette: „This Is The End“

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