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Voivod: The Wake (Review)

Artist:

Voivod

Voivod: The Wake
Album:

The Wake

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Progressive Metal

Label: Century Media / Sony
Spieldauer: 56:00
Erschienen: 21.09.2018
Website: [Link]

"The Wake" bietet von allem mehr, was im Fall von VOIVOD eine Menge bedeudet; immerhin ließ sich die Band noch nie auf eine bestimmte Schiene festlegen, auch wenn sich nach der Rückkehr von Frontmann Snake eine leise Behäbigkeit eingestellt hat. So gesehen sind die Frankokanadier nämlich vor allem mit den Songs ihres letzten Albums auf hohem Niveau stagniert, wohingegen jetzt wieder jener Wagemut an der Tagesordnung steht, für den sie insbesondere während der frühen 1990er berüchtigt waren.

In Anbetracht des stilistischen Wagemuts, den VOIVOD beim Schreiben der Songs ihres 14. Albums anscheinend wiedergefunden haben, könnte sich Schlagzeuger und Sprachrohr Michel „Away“ Langevin auch das Pseudonym „Far Out“ zulegen. Dass „The Wake“ aber trotzdem über ein paar Umwege auf den Punkt kommt, verdanken die kanadischen Veteranen Gitarrist „Chewy“, der als Nachfolger des an Krebs verstorbenen Genies Denis „Piggy“ D‘Amour gerade sein zehntes Jahr in der Band feiert.

Dementsprechend erinnert "The Wake" auch an Scheiben wie "The Outer Limits" - das überlange 'Sonic Mycelium' zitiert neben den Stücken des Albums selbst auch aus der Vergangenheit des Quartetts - und versöhnt deren Unberechenbarkeit mit der Erfahrung jener versierten Komponisten, die VOIVOD heute sind. Herausgekommen sind eine Handvoll recht kompakter "left of field"-Hits, die anderen Kalibern, die genauso kompliziert denken wie Away und Co., niemals so souverän gelingen würden.

Snake, der übrigens besser bei Stimme ist denn je, dachte sich eine zusammenhängende Geschichte aus, während der Rest der Band die Musik komponiert hat. Inhaltlich knüpfen VOIVOD an die EP „Post Society“ an. "Wir gehen von einer verheerenden Katastrophe auf der Erde aus, die den Menschen zum Umdenken zwingt. Derart spirituelles Zeug haben wir wahrscheinlich noch nie geschrieben; es beginnt hier unten auf dem Planeten und endet ziemlich intergalaktisch. Im Grunde schneidet die Platte alles an, was wir im Laufe unserer Karriere behandelt haben, bloß in einem zeitgemäßeren Kontext."

Im Grunde bleibt alles beim Alten, aber zeitgemäßer als jetzt gerade waren VOIVOD vermutlich selten zuvor, falls überhaupt jemals. So oder so ist "The Wake" ein Meisterwerk scheinbar ewig jung bleibender Musiker, deren visionäres Schaffen ohnegleichen ist.

FAZIT: Mit "The Wake" legen VOIVOD auf ihre alten Tage hin eines ihrer besten Alben überhaupt vor. Die Songs strotzen vor Einfallsreichtum und gehen am Ende doch so glatt auf, dass man fast von einer Hitplatte sprechen muss … auch wenn sich die Tracks "hintenrum" ins Ohr schleichen. [Album bei Amazon kaufen]

Andreas Schiffmann (Info) (Review 1081x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Obsolete Beings
  • The End of Dormancy
  • Orb Confusion
  • Iconspiracy
  • Spherical Perspective
  • Event Horizon
  • Always Moving
  • Sonic Mycelium

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
hendrik
gepostet am: 20.09.2018

Total geil. Sie könnens einfach. Zwar nie wieder so gut wie in der Negatron/Phobos-Besetzung, aber immerhin nach "Target Earth" der zweite Volltreffer in der neuen Besetzung.
micha
gepostet am: 21.09.2018

User-Wertung:
15 Punkte

Hier knüpfen Voivod an die Entwicklung an, die nach Nothingface zuende gegangen schien. The Wake ist in sich stimmig, was für von Angel Rat bis Target Earth kein Album war. Da gab es höchstens einzelne mal gelungene Songs. Nach Snakes Wiedereinstieg konnte ich mich zwar mit Voivod versöhnen, aber jetzt ist es wieder die große Liebe.
Robert
gepostet am: 29.09.2018

User-Wertung:
13 Punkte

Schon als Kind konnten mich Voivod mit ihrer dystopischen Mischung aus Thrash, Prog und mir eigentlich sonst nichts gebendem Punk begeistern, da es einfach originell war, der Zeit voraus... wie der Soundtrack zu einem Endzeitfilm, der Gesang manchmal eine Spur daneben, die Gitarren mit einem Sound für den ich noch immer keine passenden Worte finde. Meine Freunde damals fanden das alle doof, lieber Maiden und Metallica, später Pantera. Viele Leute haben das nicht verstanden, deshalb waren die Kanadier auch nie Top Seller, wollten sie vermutlich auch gar nicht. Die Alben nach Nothingface, spätestens seit Outer Limits konnten mich auch nicht mehr so begeistern, erst ab Target Earth sind Voivod wieder meine Voivod. Das neue Album wirkt teilweise etwas zugänglicher, aber bevor man in einer Komfortzone landet kommt wieder ein überraschender Part, der einfach nur vertrackt und nicht von dieser Welt ist, sondern- ihr wisst schon - aus einer dystopischen Endzeit-Sci-Fi-Welt
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