Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Atlantean Kodex: The Course Of Empire (Review)

Artist:

Atlantean Kodex

Atlantean Kodex: The Course Of Empire
Album:

The Course Of Empire

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Heavy Metal

Label: Ván / Soulfood
Spieldauer: 62:33
Erschienen: 13.09.2019
Website: [Link]

Zu den wenigen Bands, die viel aus einem beschränkten musikalischen Vokabular schöpfen, gehören ATLANTEAN KODEX vermutlich gerade deshalb, weil sie sich im Sinne ihrer "Regressive Metal"-Leitlinie absichtlich beschneiden, was ihr Riff- und Melodierepertoire betrifft. Andere beschönigen solches Wiederkäuen dahingehend, es wäre eben ihr ureigener Stil, während die Bayern dies von jeher berechtigterweise hätten behaupten dürfen.

Stattdessen lassen sie aber einmal mehr nur ihre Musik sprechen, deren inhaltliche Grundlage wie gewohnt deshalb zu Diskussionen anregt, weil sich Chef-Songwriter und Akademiker Manuel Trummers für die Texte mit Weltliteratur und Mythologie auseinandergesetzt hat. Auf dem dritten Album der Gruppe bleibt also wirklich alles beim Alten und jegliche Neuerung außen vor, wenn man den kürzlichen Abgang des langjährigen Gitarrist Michael Koch ausblendet, für den Coralie Baier von den Thrashern Antipeewee in die Bresche springt.

Mag sein, dass das eine oder andere Solo deswegen schwungvoller wirkt, doch darüber hinaus schreitet das Quintett dieselben Eckpunkte ab wie mit den beiden Vorgängern “The Golden Bough“ (2010) und “The White Goddess” (2013): die ersten drei Manowar-Alben (ohne Jahresabo für die Mucki-Bude), Bathorys Wikingerphase und in puncto Atmosphäre insbesondere "New Dark Age", das Meisterwerk schlechthin der Briten Solstice (betrifft speziell das mit traumhaften Chören ausgestattete 'A Secret Byzantium' mit seinem leisen Vorspiel 'The Innermost Light '), verbunden mit der schlichten Direktheit von Manilla Road zu "Crystal Logic"-Zeiten, bloß über weite Strecken quasi in Zeitlupe.

Zumindest dieser Hörer möchte sie im Gegensatz zu so einigen Szenestimmen nicht die Speerspitze des (europäischen) Epic Metal nennen, sondern vielmehr eine vom Beginn ihrers Schaffens an zur Kult-Combo berufene Band, deren Renommee zu einem beträchtlichen Teil von ihrer Kompromisslosigkeit herrührt. Das bedeutet nicht, dass ATLANTEAN KODEX keine Kompositionen zeitloser Couleur zu bieten hätten, konkret das vor allem während der schnelleren Parts kräftig mitreißende 'Chariots' und 'He Who Walks Behind The Years', eine schier himmlische Hymne im wahrsten Sinn des Wortes. Die kleinen Spitzfindigkeiten, die an zahlreichen Stellen eingebaut wurden (Passagen aus dem preisgekrönte Roman "Vor dem Fest" des bosnisch-stämmigen Schriftstellers Saša Staniši? etwa), garantieren übrigens anhaltende Entdeckerfreude.

Ach ja, auch daran, dass Sänger Markus Beckers Stimme mehr als Gold wert ist, hat sich in Bezug auf "The Course Of Empire" nicht geändert.

FAZIT: Kurz vorm 15. Jahrestag ihrer Gründung komplettieren ATLANTEAN KODEX ihren LP-Hattrick mit einer Platte, die ihren Ausnahmestatus nur nachdrücklicher festigen dürfte. Im für plumpe Zitate von stilprägenden Acts besonders anfälligen Epic-Metal-Bereich spielen die Charakterköpfe praktisch in ihrer eigenen Liga … und auch in Zukunft gegen sich selbst, wenn es darum geht, weiterzumachen oder nicht.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 1697x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • The Alpha And The Occident (Rising From Atlantean Tombs)
  • People Of The Moon (Dawn Of Creation)
  • Lion Of Chaldea (The Heroes’ Journey)
  • Chariots (Descending From Zagros)
  • The Innermost Light (Sensus Fidei)
  • A Secret Byzantium (Numbered As Sand And The Stars)
  • He Who Walks Behind The Years (The Place Of Sounding Drums)
  • Spell Of The Western Sea (Among Wolves And Thieves)
  • The Course Of Empire (All Thrones in Earth And Heaven)
  • Die Welt von gestern (Abendland)

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
Kommentare
Robert
gepostet am: 21.09.2019

User-Wertung:
12 Punkte

Also ganz so umhauen wie The White Goddess tut es mich nicht, trotzdem weiterhin die Referenzband für Epic Metal in Deutschland!
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Musikreviews.de - Webzine für Metal, ___ und Rock.

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!