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Captain Piff And The First Mates: Razzle Dazzle (Review)

Artist:

Captain Piff And The First Mates

Captain Piff And The First Mates: Razzle Dazzle
Album:

Razzle Dazzle

Medium: LP/Download
Stil:

Garage Rock, Punk

Label: Eigenvertrieb
Spieldauer: 32:32
Erschienen: 29.03.2019
Website: [Link]

Schon der Bandname verrät uns, dass die deutschen Jungs um Kapitän Piff, natürlich auch ein Paff im Angebot haben und mit ihren hochsseeerprobten Musik-Kameraden durchaus gerne auch mal NAZARETHs „Razamanaz“ gehört haben, selbst wenn die jungen Musik-Seeleute im Jahr 1973, als die hardrockigen Briten diese Scheibe veröffentlichten, wohl noch „Quark im Schaufenster“ waren. Doch jede Menge Sinn für Humor und ein musikalisches Gespür für genau die richtigen Töne macht aus „Razzle Dazzle“ von CAPTAIN PIFF AND THE FIRST MATES ein anschauliches und anhörliches Album, das es sogar auf Vinyl zu entdecken gilt. Denn die Jungs verlassen sich nicht nur musikalisch, sondern auch von der Gestaltung sowie der Vermarktung her ganz auf sich selbst und ihre guten Freunde Levin Bumann und Dennis Kruse. Ein gesunder, im Falle dieser Band ernsthaft zu unterstützender Idealismus!
Voraussetzung dafür, um auf dem Paff-Musikboot unter Kapitän Piff und seinen First Mates mitzusegeln, ist aber, dass man ein Freund von rotzigem Garage Rock mit Punk-Attitüde und rauer Aufnahmetechnik ist.

Razzle Dazzle“ bedeutet auf gut Deutsch eigentlich „Durcheinander“ – und genau das erwartet einen auch auf dem Album, das wohl in einer rockigen Garage sogar auf Vinyl gepresst wurde und dadurch gleich noch einen ordentlichen Nostalgie-Kick verpasst bekommt.
Los geht‘s. Lasst den Plattenteller rotieren und habt eine gute halbe Stunde Spaß an der urwüchsigen Schönheit von „Razzle Dazzle“ und der Musik, die von zwei Gitarren, einem Bass, Schlagzeug und dem Gesang von Gitarristen Piet lebt, dessen Stimme genauso rau klingt wie die Produktion der Scheibe. Und in ein paar besonders schönen Momenten taucht sogar eine urige Orgel auf.

Dass CAPTAIN PIFF AND THE FIRST MATES mit ihrem punkigen Garagen Rock in Oldenburg/Bremen mit zu den besten Live-Bands der Region gehören, ist unüberhörbar. „Razzle Dazzle“ klingt wie live im Studio in einem Abwasch aufgenommen und glattweg mit Wumms und Eiern sowie viel Können eingespielt. Immer wieder lächeln dabei als kleine Einsprengsel auch ein paar Klassiker-Momente der Marke LED ZEPPELIN, NAZARETH oder BLACK SABBATH und JIMI HENDRIX um die Ecke, während die SEX PISTOLS ordentlich abspritzen, so als wollte das rockige Quartett aus Oldenburg den Beweis erbringen, dass sie es durchaus auch mit den Klassikern aufnehmen können. Ein Augenzwinkern natürlich immer inklusive, dass noch dazu zu einem breiten Grinsen wird, wenn der gute „Florida Rolf“, dessen musikalisches Vorbild unverkennbar ist (Mehr soll hier mal nicht verraten werden!), beim Albumstart als Opener den Anker lichtet.
Und lustig geht es auf diesem wilden DIY-„Razzle Dazzle“-Durcheinander genau in dieser schrägen Art und lautstarken Weise weiter.

Mit der gleichen Ambitioniertheit und Konsequenz wie die Band aus Oldenburg an ihre Musik geht, zieht sie auch das Album durch, welches es eben nicht als CD, nur als digitalen Download oder limitiertes Vinyl gibt. Die Zeiten ändern sich eben, die Musik nie – und die war in der Vergangenheit nie so schön wie auf Schallplatte und in der Gegenwart nie so schnelllebig wie als digitaler Download. CAPTAIN PIFF AND THE FIRST MATES lieben die Vergangenheit, den Punk, den Hardrock, das Sponatane und den Mut, genau die Wege zu gehen, die in punkto Kommerz zwar in die Sackgasse, aus künstlerischer Sicht aber in die Zukunft führen, selbst wenn die auf „Razzle Dazzle“ noch sehr nach der guten alten Vergangenheit klingt. Und genau das ist auch einer der vielen Pluspunkte von „Razzle Dazzle“.

FAZIT: Mit CAPTAIN PIFF AND THE FIRST MATES erobert eine junge, sich ganz dem punkigen Garagen-Rock hingebende Oldenburger Band mit zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und eindringlichem Gesang eine Welt, welche widerständig THE CLASH oder die ganz frühen NAZARETH, als die noch nicht über „Liebesschmerzen“ sangen, als Gegenmodell des Bombast-Rocks schufen. „Razzle Dazzle“ ist die provokante, raue, geradlinige deutsche Antwort auf den viel zu glattpolierten Brit-Pop und den unerträglichen Radio-Wohlfühl-Deutsch-Rock.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 528x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (17:47):
  • Florida Rolf (1:57)
  • Iron Beard (4:25)
  • Song 8 (2:15)
  • Blazing Heat (5:02)
  • Little Black Bluesheart (3:08)
  • Seite B(14:45):
  • Moldy Shoes (3:19)
  • Strobocop (3:57)
  • Tarted Up! (1:56)
  • Stranger (2:17)
  • Disco (3:16)

Besetzung:

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