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The Quill: The Quill (1995) / Silver Haze (1999) (Review)

Artist:

The Quill

The Quill: The Quill (1995) / Silver Haze (1999)
Album:

The Quill (1995) / Silver Haze (1999)

Medium: 2 CDs
Stil:

Stoner- und Hard-Rock

Label: Metalville/Rough Trade
Spieldauer: The Quill 62:13 / Silver Haze 72:59
Erschienen: 22.02.2019
Website: [Link]

THE QUILL, das sind nicht etwa die QUILL aus dem Nordosten der USA, die mit ihrem progressiv-psychedelischen Art-Rock 1969 in Woodstock auftraten, sondern die in den frühen 1990ern gegründete schwedische Stoner-Rock- und Heavy-Metal-Band, die allerdings bei ihrem qui(r)l(l)igen, urwüchsigen Rock auch locker nach Woodstock gepasst hätten. Doch dafür kamen sie, selbst wenn sie diese Zeit schon bei der graphischen Gestaltung ihres Debüt-Albums „The Quill“ zu wecken versuchen, gut 25 Jahre zu spät.

Nicht zu spät kommen aber die von den Original-Tapes remasterten Neuauflagen ihres ersten Albums „The Quill“ aus dem Jahr 1995 und zweiten Albums „Silver Haze“ von 1999. Auf keinen Fall sollte man sich dabei von den, nennen wir sie mal „nicht sonderlich reizvoll gestalteten Original-Covern“ ablenken lassen, denn die Musik hinter den nun als Digipak im Original-Artwork veröffentlichten Neuauflagen, die jeweils mit einem Booklet samt Linernotes und bei „The Quill“ auch aller Texte versehen sind, deren psychedelische Gestaltung schon deutlich auf die Musik der schwedischen Stone-Rocker hinweist, hat es in sich und wird sicher jeden Freund des Stoner Rocks in Kombination mit Hard- und Psyche-Rock erfreuen. Noch dazu gibt es auf beiden Alben hochwertige Bonus Tracks mit dazu.

Das Debüt-Album „The Quill“ nahm das zu diesem Zeitpunkt noch als Quintett agierende Stoner-Rock-Kollektiv in nur drei Wochen in einem Studio in Malmö auf. Dementsprechend authentisch und unverfälscht sowie urwüchsig klingt es auch. Unüberhörbar sind dabei die Einflüsse der Band, die wie eine Kombination aus LED ZEPPELIN, DEEP PURPLE und BLACK SABBATH klingen, wobei der Organist Anders Haglund ganz offensichtlich JON LORD als großes Vorbild hatte. Stoner Rock in Reinkultur, der gerne mal in metallische Gefilde ausbricht, aber auch den ruhigen Tönen niemals abgeneigt ist.
Müsste man Wetten abschließen, in welcher Zeit dieses Album entstanden ist, würden diese eindeutig auf die goldenen Rock-Siebziger fallen.

Besonders auffällig ist auch die charismatische Rock-Röhre des Sängers Magnus Ekwall, welche so einige Ähnlichkeiten zum SOUNDGARDEN-Sänger CHRIS CORNELL aufweist und die auch Arjen Anthony Lucassen aufgefallen sein muss, der vielleicht sogar ein Fan von THE QUILL ist. Denn für sein großartiges, bombastisches Konzept-Album „The Human Equation“ wählte er Ekwall als Sänger für die „Pride“-Rolle aus, die er dann auch in der späteren Bühnen-Variante sang.
Der Bassist Roger Nilsson ist zudem aktiv bei den SPIRITUAL BEGGARS, ARCH ENEMY und FIREBIRD.

Der Bonus-Song auf dem Album ist dann tatsächlich der deutlich DEEP PURPLE-orientierte „Shovel Coal“ mit ausgiebigem E-Gitarren- und Orgel-Solo. Eine echte Bereicherung für das Album und nicht etwa irgendeine käsige, irgendwo ausgebuddelte Archiv-Aufnahme. Warum dann aber ein völlig überflüssiger, seltsamer Hidden Track das Album abschließt, bleibt besser das Geheimnis von THE QUILL.

Auf dem zweiten Album „Silver Haze“ gibt‘s dann gleich eine Hiobs-Botschaft, denn der THE QUILL wirklich bereichernde Organist ist auf dem Album nicht mehr mit dabei und es gibt auch keinen Ersatz an den Keyboards für ihn. Damit kommt „Silver Haze“ vier Jahre nach „The Quill“ deutlich die JON LORD- und DEEP PURPLE-Atmosphäre abhanden, wobei der Hard- und Blues-Rock der Marke LED ZEPPELIN noch stärker in den Vordergrund tritt und beispielsweise mit „Under A Vow“ wie eine Fortsetzung von „No Quarter“ klingt. Auch sind die beiden letzten Titel der Original-Version mit ihrem weltmusikalischen Touch und dem Einsatz von Harmonika und Flöte ein starker Abschluss und zugleich neben dem hervorragenden, sehr ruhigen Bonustitel „Where The Lovelight Shines“ die besten Songs des zweiten Albums, das durch die vier Boni die Spielzeit der CD mit fast 80 Minuten komplett ausreizt.

FAZIT: Mit „The Quill (1995)“ und „Silver Haze (1999)“ veröffentlichen die schwedischen Stoner-Rocker THE QUILL ihre seit Ewigkeiten vergriffenen ersten beiden Alben aus den Jahren 1995 und 1999, digital remastert (aber trotzdem rotzig nach den Hardrock-Siebzigern klingend) und mit Bonus Tracks versehen. Wer sich nach Musik sehnt, die im Umfeld von LED ZEPPELIN, DEEP PURPLE und BLACK SABBATH ihr musikalisches Seelenheil sucht, der ist bei THE QUILL bestens aufgehoben.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 497x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • The Quill (62:13)
  • Jet Of Water
  • Dry
  • Lodestar
  • Homespun
  • From Where I Am
  • The Flood
  • In My Shed
  • Gleam
  • Not A Single Soul
  • In The Sunlight I Drown
  • I Lost A World Today
  • Sweetly
  • Bonus Track:
  • Shovel Coal
  • Silver Haze (72:59)
  • Evermore
  • Grand Canyon
  • Freedom Mountain
  • Under A Vow
  • Stirring Times Ahead
  • Mercury
  • Into The Volcano (I Fly)
  • Universal Treehouse
  • Who‘s Crying
  • Aeroplane
  • Rockets Collide
  • Bonus Track:
  • Unbroken
  • Silver Haze
  • Sparrow
  • Where The Lovelight Shines

Besetzung:

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