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United Progressive Fraternity: Planetary Overload Part 1: Loss (Review)

Artist:

United Progressive Fraternity

United Progressive Fraternity: Planetary Overload Part 1: Loss
Album:

Planetary Overload Part 1: Loss

Medium: CD/Download/Do-CD
Stil:

Progressive Rock

Label: Giant Electric Pea
Spieldauer: 74:55 + 39:15
Erschienen: 26.04.2019
Website: [Link]

Unitopoas Mark Trueack und Steve Unruh (Resistor) sind die Strippenzieher zwischen diesem Mammutprojekt, unter dessen Banner sich Kreative - nicht nur Musiker - aus aller Welt einfinden, um sozusagen ihre philanthropischen Neigungen zu vertonen. Bereits der Vorgänger "Falling In Love With The World" (2014, Inside Out) legte eindrucksvoll Zeugnis davon ab, wie spannend Schönklang mit ungebrochen positiver Botschaft sein kann, wenn sich eine vielköpfige Riege von Prog-Cracks daran beteiligt.

Der Nachfolger bietet nun sogar mehr von alledem … und eine Bonus-CD, die bei rund halber Länge mindestens noch einmal so zwingend für UNITED PROGRESSIVE FRATERNITY einnimmt. Der Schwerpunkt von "Planetary Overload Part 1: Loss" liegt im Themenkreis Erderwärmung bzw. Klimawandel, wobei das Kollektiv von Dokumentarfilmern und Umweltaktivisten unterstützt wurde, sodass man Stimmen von Persönlichkeiten wie Forscherin Jane Goodall, Sir David Attenborough sowie Dr. James E. Hansen oder David Suzuki zu hören bekommt - abgesehen natürlich von musikalischer Gast Prominenz, u.a. Steve Hackett, Jerry Marotta, Nick Magnus und Hasse Froberg.

Verlust und Hoffnung fungieren als Leitmtotive der Scheibe, "Part 2: Hope" folgte gegen Ende dieses Jahres oder Anfang 2020. Nach der kurzen Einführung in die Materie ('Anthem') könnte die eigentliche Eröffnung des Epos mit den fetten Streicher-Gitarren-Riffs von 'What Happens Now?' nicht besser gewählt worden sein. Gleich darauf gemahnt die erzählerische Ruhe von 'Cruel Times' wie später auch 'Dying To Be Reborn' an Arenas "The Visitor"-Phase, also Konzept-Prog im allerklassischsten Sinn, bevor der Achtminüter mit gemischtgeschlechtlichem Chor und schlussendlich mehrstimmigem Silbengesang einen mitreißenden Sog erzeugt.

'What Are We Doing To Ourselves?', ein tribalistisches Fanal für Liebe statt Zerstörung markiert den Beginn eines tendenziell brisanteren zweiten Aktes, wozu sich die Komponisten in lobenswertem Maß kurz gefasst haben. In diesem Sinn sind auch der Stop-and-go-Rocker 'Stop Time' und 'What If' zu verstehen, wohingegen 'Mercenaries' ungeachtet seiner zupackenden Art insbesondere gegen Ende Geiger Steve Unruh ins Schlaglicht stellt, wie um auf die emotionale Achterbahnfahrt 'Forgive Me, My Son' vorzubereiten. Das Stück ist nicht zuletzt aufgrund seiner an der Musikkultur des Mittleren Ostens orientierten Melodien ein stimmiger Klimax des zweiten Teils.

Im dritten läuft im Grunde alle aufs Grande Finale hinaus, ohne die schreiberischen Qualitäten der Schöpfer, was die vorangehenden Tracks betrifft, in Abrede stellen zu wollen. Es sind also wahrlich monströse 20 Minuten, die den Schlüsseltrack 'Seeds Of Life' ausmachen… Müßig zu erwähnen, dass es sich hierbei um einen wahnsinnigen Parforce-Ritt handelt, in dessen Verlauf von synthetischen Blechbläsern, entrückt jazzigen oder experimentellen Momenten und beinahemetallischer Härte bis zu opulentem Harmoniegesang und sogar Verweisen auf frühen europäischen Electro Ambient - den Minimalismus der Berliner Schule - so ziemlich alles anklingt, was in der Rockmusik der letzten 50 Jahre ausprobiert wurde.

Die auch nicht gerade mager bestückte Bonus-CD ist stilistisch anders ausgerichtet, angesiedelt größtenteils im New-Age- und unaufdringlichem Electro-Pop-Bereich, aber unter der plätschernden Oberfläche geschieht eine Menge: Die Arrangements erweisen sich mit Holzbläsern, Querflöte, generell polyphoner Melodik und eindringlichem Gesang als praktisch genauso komplex wie jene des "Hauptteils", bloß dass das Ergebnis subtiler anmutet. Interessant ist speziell auch die Umdeutung von Album-Stücken wie 'Cruel Times' oder 'Seeds For Life', das sich auf weniger als neun Minuten eingedampft kaum wiedererkennen lässt.

FAZIT: Kann Musik die Welt verändern? Ungeachtet der Antwort auf diese Frage wirkt UPFs zweites Album in sich stringenter als der Vorgänger, bei dem Yes' Jon Anderson plakativ als Aufhänger zur Bewerbung herhielt. Der ausgewogene Soft Prog des Ensembles besticht auf "Planetary Overload Part 1: Loss" durch starkes, verblüffend kompaktes Songwriting, Gänsehaut-Melodien und auch ansonsten nur Qualität. Wem das Ding zu seicht anmutet, der beschäftige sich bitte genauer mit den Texten; diese sind ungleich schwerere Kost, selbst wenn die Musikerinnen und Musiker scheinbar unerschütterliche Hoffnung bezüglich der Lage unseres Planeten hervorkehren.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 895x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • CD1: Album
  • Phase I: Dawning On Us
  • Loss Anthem
  • What Happens Now?
  • Cruel Times
  • What Are We Doing To Ourselves?
  • Phase II: Destraction And Destruction
  • Stop-Time
  • One More
  • Mercinaries
  • What If
  • Forgive Me, My Son
  • Phase III: Growing
  • Dying To Be Reborn
  • Seeds For Life
  • Loss To Lost
  • CD 2: Romantechs: Reimagine
  • Fall In Love With the World
  • This Time
  • Loss to Lost
  • Seeds for Life
  • Rebirth
  • One More
  • Cruel Times
  • Forgiveness
  • The Great Reward

Besetzung:

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