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Cadaver: Edder & Bile (Review)

Artist:

Cadaver

Cadaver: Edder & Bile
Album:

Edder & Bile

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Death Metal

Label: Nuclear Blast / Believe
Spieldauer: 31:30
Erschienen: 27.11.2020
Website: [Link]

Historisch interessierte Extrem-Metaller sitzen seit der Ankündigung von CADAVERs erstem Album seit 14 Jahren ("Necrosis" kam damals über Earache heraus) auf glühenden Kohlen, doch erfüllt "Edder & Bile" (Norwegisch "Gift", Englisch "Galle") die hohen Erwartungen, die Fans an die norwegische Underground-Legende stellen?

Im Grunde genommen lässt sich die Platte nicht mit dem Sound und Gestus vergleichen, für die der längst zum Alleinherrscher gewordene Multi-Instrumentalist Anders Odden (vorübergehend auch Satyricon und Celtic Frost vor deren Ableben) anfangs bekannt wurde. CADAVERs Debüt-Klassiker "Hallucinating Anxiety", der 1990 zusammen mit "Dark Recollections" von Carnage (Dismember-Vorläufer) über Necrosis Records erschien, das kurzlebige Label des Carcass-Duos Jeff Walker und Bill Steer, ist zwar hervorragend gealtert, verglichen mit dem neuen Material aber definitiv "vintage".

2020 steht das Projekt Bands wie Behemoth auf klanglicher Ebene näher als etwa den Sunlight-Produktion, die das Milieu während der Gründerjahre prägten, und hat durchaus noch etwas von der Musik, die zwischenzeitlich aufgrund von Oddens Industrial-Vorlieben unter dem Banner CADAVER Inc. - deren einziges Album "Discipline" erschien 2001 mithilfe von Czral und Apollyon von Aura Noir - als Versuch entstehen musste, den Namen von den Erwartungen und Zwängen der Vergangenheit zu entkoppeln.

Als technisch beschlagener, "gelernter" Drummer hütet sich Dirk Verbeuren zum Glück davor, allzu plakative Kabinettstücke aufs Parkett zu legen. Der einzige feste (?) Mitstreiter des Strippenziehers hat aber trotzdem wohl in mindestens einem Track deutliche Spuren hinterlassen - dem flinken 'Final Fight', das mit seinen zig Rhythmuswechseln binnen nur zwei Minuten und 40 Sekunden regelrecht progressiv anmutet.

Zwischen zackig modern produziertem Sperrfeuer sticht zuerst 'Feed The Pigs' mit dem früheren Massacre-Frontmann Kam Lee (heute u.a. The Grotesquery) hervor, wo CADAVER zwischen Thrash und Beinahe-Grindcore changieren. 'Circle Of Morbidity' ist allein schon deshalb erwähnenswert, weil Possesseds Jeff Becerra mitbrüllt, wohingegen im Titelstück der erwähnte Jeff Walker am zweiten Mikrofon steht. Des weiteren hörenswert: Das Blastbeat-Monster 'Reborn' und das Black-Metal-Flirren in 'Deathmachine', wo sich Odden mit sehr nervösem Handgelenk ganz klassische Swedeath-Melodien aus dem Ärmel schüttelt, sodass für die Hymne des Albums gesorgt ist.

Die drei Tracks der Anfang 2020 erschienenen "D.G.A.F."-EP warfen einen verheißungsvollen Schatten voraus, aus dem CADAVER kurz vor Schluss mit dem rasanten 'Years of Nothing' und dem längsten, schleifenden Stück 'Let Me Burn' wider Erwarten doch springen bzw. kriechen können.

FAZIT: CADAVERs Rückkehr-Langspieler ist krass, ob man den Metal darauf nun mit "Black", "Death" oder schlicht "Extreme" präfigiert und auch ein bisschen bass, aber definitiv besser als der Zweitling "In Pains" von 1992. Wer Retro davon erwartet, sieht sich enttäuscht, und so oder so hat die "Marke" etwas von ihrer Individualität eingebüßt.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 580x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Morgue Ritual
  • Circle Of Morbidity
  • Feed The Pigs
  • Final Fight
  • Deathmachine
  • Reborn
  • The Pestilence
  • Edder & Bile
  • Years Of Nothing
  • Let Me Burn

Besetzung:

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