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Crippled Black Phoenix: Ellengæst (Review)

Artist:

Crippled Black Phoenix

Crippled Black Phoenix: Ellengæst
Album:

Ellengæst

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Progressive Rock

Label: Season of Mist / Soulfood
Spieldauer: 52:25
Erschienen: 09.10.2020
Website: [Link]

Justin Greaves, Gründer und bis auf wenige halbwegs feste Mitglieder der einzige ständige Musiker von CRIPPLED BLACK PHOENIX, stand im Vorfeld der Veröffentlichung des neuen Albums seiner Band vor einem metaphorischen Scheibenhaufen, weil ihm ein Großteil seiner Komplizinnen und Komplizen abhandenkam.

Statt den Kopf jedoch in den Sand zu stecken, machte der britischstämmige Multi-Instrumentalist und hauptsächliche Drummer das Beste aus der Situation, sodass man "Ellengæst" (Altenglisch ungefähr: "starker Geist") im Grunde kaum nicht anhört, in welcher Situation das enthaltene Material entstand; schließlich ist ein Teil des alten Kaders noch auf der Platte zu hören, nicht zu vergessen eine erlauchte Riege prominenter Gäste.

Ryan Patterson (Coliseum, Fotocrime) beispielsweise singt den Post Punk-Ausreißer 'Cry of Love' (recht kurz, erinnert zufälligerweise frappierend an den Sound und die generelle Stimmung von Secrets Of The Moons aktueller LP "Black House") gemeinsam mit der Brigthoner Solokünstlerin Suzie Stapleton, die auch ein tolles Bauhaus-Cover ('She's in Parties') zu einem bravourösen Finale veredelt. 'House of Fools' - knapp achtminütig, dies ist auch die durchschnittliche Spielzeit der restlichen Tracks - verläuft als Einstieg hingegen relativ linear zwischen den von der Band bekannten Pink Floyd-Einflüssen und zeitgenössischem Post Rock am Metal-Rand.

Die eigentliche Attraktion ist hier die Stimme von Anathemas Vincent Cavanagh, der auch den erhebenden Chorus des betörenden 'Lost' übernimmt. Während 'In the Night' kommen dann erstmals Gesprächsfetzen aus dem Dokumentarfilm "The Faces Of Depression" von 1959 zum Einsatz, während niemand Geringerer als Kristian Espedal alias Gaahl diese an Nick Cave erinnernde Noir-Pop-Nummer singt - sensationell gut und haarsträubend eindringlich.

Greaves begreift sein neues Werk als Sammlung von Gedanken und Gefühlen über den Lebenswandel des modernen Menschen mit einem Blick über den Tellerrand der Realität, so wie wir sie wahrnehmen, hinein in "andere Dimensionen", womit er die vielzitierten inneren Dämonen meint, mit denen nicht zuletzt er selbst im Rahmen einer depressiven psychischen Störung hadert.

Das laut-leiselnde 'Everything I Say' - wieder mit weiblichem Gesang und irrsinnig intensivem Klimax - bereitet vor dem kurzen Zwischenspiel '(-)' auf einen intensiven Abschluss vor: 'The Invisible Past', das mit elfeinhalb Minuten längste Stück, die totale Entschleunigung und Bestärkung: Alles wird gut, und Angst zu haben geht in Ordnung … Wer könnte sich zur Vermittlung dieser Botschaft besser eignen als Jonathan Hulten (Tribulation), der auf Solopfaden in ähnlicher Weise Zuversicht spendet?

FAZIT: Mit "Ellengæst" erfindet sich Justin Greaves nicht neu, doch dieses Album über charakterliche Stärken und Schwächen, überschwängliche Liebe und Verlustschmerz - eine Achterbahnfahrt der Gefühle also - ist wider Erwarten noch stärker als der Vorgänger "The Great Escape". Um die Zukunft von CRIPPLED BLACK PHOENIX braucht man sich also keine Gedanken zu machen, Line-up-Wechsel hin oder her.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 1861x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • House of Fools
  • Lost
  • In the Night
  • Cry of Love
  • Everything I Say
  • (-)
  • The Invisible Past
  • She's in Parties

Besetzung:

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