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Stereolab: Cobra And Phases Group Play Voltage In The Milky Night (1999) – Expandend Edition (Review)

Artist:

Stereolab

Stereolab: Cobra And Phases Group Play Voltage In The Milky Night (1999) – Expandend Edition
Album:

Cobra And Phases Group Play Voltage In The Milky Night (1999) – Expandend Edition

Medium: 3-LP-Set
Stil:

Krautrock, Avant Pop, Post Rock, Indie, Punk, Alternative, Electronic, Easy Listening

Label: Warp Records/Duophonic UHF Disks
Spieldauer: 125:02
Erschienen: 29.11.2019
Website: [Link]

Konsequent beschreiten STEREOLAB mit „Cobra And Phases Group Play Voltage In The Milky Night – Expandend Edition“ ihre Vinyl-Neuveröffentlichungsoffensive alt(bekannt)er LP's nicht nur im neuen Gewand und deutlich besseren Sound, sondern auch mit einer kompletten, hochwertigen Bonus LP, weiter. Nun also sind sie schon bei ihrem insgesamt zehnten Album angelangt, welches im Jahr 1999 die Plattenteller anspruchsvoller Rockmusikfreunde mit Hang zur Experimentierlust genauso wie zu flotter Tanzbarkeit entdeckte, angelangt.

„Cobra And Phases Group Play Voltage In The Milky Night“ von STEREOLAB reiht sich in die besten jazzy Chill-Out- und Electro-Dance-Manierismen solcher Bands wie AIR, ARCHIVE und THIEVERY CORPORATION ein. Dabei verlassen sie nicht ihren eingeschlagenen Weg zwischen krautig und elektronisch, bei dem besonders auch der weibliche Gesang besticht.

Besonders einprägsam und beeindruckend ist diesmal der ausgeprägte Hang zu mitunter jazzverliebten Bläsereinsätzen, die das Album gleich feurig mit freien Jazz-Rhythmen sowie wilden Gongs und Percussion eröffnen, als hätte man sich in eins der Jazz-Alben von PIERRE MOERLEN'S GONG verirrt. Ebenso garnieren fast perfekte – warum auch immer viel zu unbeachtete – Popsongs die klangvollen Rillen. Umwerfend „People Do It All The Time“, verträumt der Longtrack „Caleidoscopic Gaze“ oder angenehm verwirrend-atmosphärisch „Blips, Drips And Strips“ und immer am schönsten, wenn noch dazu Laetitia Sadier singend auf ihre französische Muttersprache und rein vokale Stimm-Spielereien zurückgreift.

Aber auch echte Prog-Rock-Freunde kommen bei „Cobra And Phases Group Play Voltage In The Milky Night – Expandend Edition“ voll auf ihre Kosten, denn die komplette LP-C-Seite, bestehend aus dem experimentellen Instrumental „Velvet Water“ und dem verspielten „Blue Milk“, das sich postrockend wie ein ROBERT FRIPP-Projekt mit ENO und CLUSTER entwickelt, zieht einen genauso in den Bann wie viele der atmosphärischen ENO- und FRIPP-Werke.

STEREOLAB legen mit „Cobra And Phases Group Play Voltage In The Milky Night – Expandend Edition“ eins ihrer abwechslungsreichsten Alben vor, das manchmal infolge der ständigen Stilwechsel, so als hätte man sich mal in eine CAN-Album, dann wieder in TripHop oder Westcoast-Western-Sounds mit Jazz-Appeal oder gar Franco-Pop-Flair verirrt, und dabei pure ohrale Verwirrung stiftet. STEREOLAB und AIR muss man spätestens nach diesem Album in einem Atemzug nennen. Und man muss sich einlassen können, auf diese experimentelle Musik, die sich keine Grenzen setzt, außer natürlich die des schlechten Geschmacks. Für den dürfen andere Bands sorgen, nicht aber STEREOLAB!

Auch die dritte LP voller Demos und bisher unveröffentlichten Songs ist wieder ein kleines Sound-Schatzkästchen geworden, das bei Sammlern garantiert für große Freude sorgt. Denn diese Aufnahmen wurden nicht nur so einfach hingeschustert, sondern mit viel Liebe zusammengestellt und zugleich ausgiebig in dem vier-LP-seitigen Faltposter vom STEREOLAB-Mastermind TIM GANE kommentiert.

FAZIT: Die britische Underground-Kultband STEREOLAB schlägt 2019 mit den (insgesamt sieben) Neuveröffentlichungen fast aller ihrer alten Alben erneut auf grandiose Weise zu. Das nunmehr sechste in dieser glorreichen Remaster-Reihe, erweitert um unveröffentlichtes Bonusmaterial aus Demos, Outtakes und alternativen Mixen, ist mit „Cobra And Phases Group Play Voltage In The Milky Night – Expandend Edition“ eins ihrer zu Unrecht erfolglosesten Alben aus dem Jahr 1999, bestehend aus drei LP‘s im Gatefold-Sleeve samt Download-Card und 4-LP-Cover-großem Faltposter mit dem LP-Motiv und allen Songtexten sowie umfangreichen Ausführungen des Gründungsmitglieds Tim Gane, verpackt in einer klaren Heavyweight-PVC-Außenhülle. Die Zeit war allerdings so kurz vor dem Millennium einfach nicht mehr reif für das krautrockige, elektronisch verspielte, sogar progressive Musik-Gefühl, was STEREOLAB gerade ihrer außergewöhnlichen Art wegen zu spüren bekamen. Schöne Scheiße auch – denn was uns dann im digitalen Stream-Zeitalter samt kreativem Musik-Exodus erwartete, nahm dieses noch großartige Album im Grunde schon vorweg. Schön, dass es jetzt in einer so noblen Luxus-Ausgabe wiederveröffentlicht wird. Nichts zum Streamen – eher was zum Rundumgenießen!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 504x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (15:37):
  • Fuses (3:40)
  • People Do It All The Time (3:42)
  • The Free Design (3:47)
  • Blips, Drips And Strips (4:28)
  • Seite B (22:32):
  • Italian Shoes Continuum (4:36)
  • Infinity Girl (3:56)
  • The Spiracles (3:40)
  • Op Hop Detonation (3:32)
  • Puncture In The Radax Permutation (5:48)
  • Seite C (15:53):
  • Velvet Water (4:24)
  • Blue Milk (11:29)
  • Seite D (22:35):
  • Caleidoscopic Gaze (8:09)
  • Strobo Acceleration (3:55)
  • The Emergency Kisses (5:53)
  • Come And Play In The Milky Night (4:38)
  • Seite E (18:55):
  • Galaxidion
  • With Friend Like These, Part 2
  • Blackwards Shug
  • Continuum (Unreleased Original Version)
  • Continuum Vocodered (Unreleased)
  • People Do It All The Time (Demo)
  • Op Hop Detonation (Demo)
  • The Spiracles (Demo)
  • Latin Cobra Coda (Demo)
  • Seite F = Demos = (19:29):
  • Infinity Girl
  • Blips, Drips & Strips
  • Blue Milk
  • Italian Shoes Continuum
  • Come And Play In The Milky Night
  • Strobo Acceleration
  • Caleidoscopic Gaze
  • Galaxidion

Besetzung:

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