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Die Kombinaten: Lautwort (Review)

Artist:

Die Kombinaten

Die Kombinaten: Lautwort
Album:

Lautwort

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Deutsch Rock

Label: Valve Records
Spieldauer: 40:50
Erschienen: 12.03.2021
Website: [Link]

DIE KOMBINATEN wollen mit „Lautwort“ als Rock/Ska/Punk/Funk-weißderGeierwas-Kollektiv eine ausgewogene Mischung aus pointierten Texten und jeglichen Rockmusikvarianten zur Diskussion stellen. Dabei versuchen sie mit Wort-und Spielwitz allem und jedem den Spiegel vorzuhalten, was mal mehr, mal weniger gut klappt.
„Nicht in meinem Namen“ z.B. spricht mit klug formuliertem Text die (vermeintlichen) Probleme unserer Zeit an(Klimawandel, Politik, etc.). Auch „Der alte kranke Mann des Pop“ weiß zu gefallen. Irgendwo zwischen Blues und poppiger Rockmusik skizziert die Band das Schicksal eines abgehalfterten Rockstars, der seinem vergangenen Ruhm hinterher läuft. Was dabei entsteht, hat durchaus das Potenzial ein Ohrwurm zu werden, genauso wie das Indie-mäßige „Geerdet“.

Der Knackpunkt von „Lautwort“ ist aber der Gesang. Klar, zu den teilweise ironisch formulierten Texten passt diese nasale, irgendwie säuselnde Stimme gut, sorgt sie doch alleine durch ihren Klang für ein gewisses Augenzwinkern, das suggeriert, dass sich DIE KOMBINATEN selbst nicht zu ernst nehmen. Auf Dauer wird es aber immer angestrengter.
Je länger das Album läuft, desto mehr wirkt es, als wolle die Band auf biegen und brechen ironisch sein. Das hat zur Folge, dass die durchaus relevanten Inhalte der Texte leider immer mehr zur Nebensache degradiert werden, weil der Gesang mit jedem Song nerviger wird.

Besonders schade ist das in „E-Mail aus Honkong“, das eigentlich mit einem sehr gut formulierten Text aufwartet. Die ersten paar Mal funktioniert der Song auch noch sehr gut. Aber je öfter die Musik läuft, desto angestrengter und aufgesetzter wirkt das Ganze. „Fussball ist Scheisse“ nimmt danach das Phänomen Fußball auseinander. Hier passt die Ironie dagegen perfekt. Faszination und Frustration liegen in kaum einem anderen Sport so nah beieinander. Dementsprechend ist das Thema prädestiniert für die zweideutigen Formulierungen des Textes.
Der Reggea-Flirt „B&K Reprise“ könnte danach sehr leicht unter den Tisch fallen, hat aber den relevantesten und wahrscheinlich besten Text des Albums in Petto und führt „Lautwort“ zu einem nachdenklichen Ende.

FAZIT: DIE KOMBINATEN präsentieren auf „Lautwort“ eine sehr krude Mischung aus allen möglichen Musikstilen. Textlich sind sie aber auf der Höhe der Zeit und erweisen sich als schlaue Köpfe, die sich wirklich Gedanken darüber machen, was sie sagen wollen und was sie zu sagen haben. Die Musik wird dem Anspruch der Texte aber leider kaum gerecht. Die Songs wirken an vielen Stellen zu krude, zu unschlüssig zusammengewürfelt. Das Soundbild ist in sich geschlossen, im Sinne dessen, dass allen Songs wirkliche Ecken und Kanten fehlen. Gleichzeitig ist die Musik vom ersten Ton an gleichbleibend penetrant. Wenn dieser Widerspruch Methode ist, dann ist dieses Album geglückt. Wenn das Ziel aber war, den Hörer auf lange Sicht bei der Stange zu halten und zum Zuhören zu bewegen, dann ist „Lautwort“ leider durchgefallen.

Dominik Maier (Info) (Review 1107x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 6 von 15 Punkten [?]
6 Punkte
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Tracklist:
  • B&K
  • Vespa 50N
  • Visionen
  • Nicht in meinem Namen
  • Der alte kranke Mann des Pop
  • Geerdet
  • Klagenfurt
  • Langsam
  • E-Mail aus Hongkong
  • Wer's glaubt wird selig
  • Fussball ist scheisse
  • B&K Reprise

Besetzung:

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