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Krayenzeit: Staub und Tränen – Teil 1: Aus der Asche … (Review)

Artist:

Krayenzeit

Krayenzeit: Staub und Tränen – Teil 1: Aus der Asche …
Album:

Staub und Tränen – Teil 1: Aus der Asche …

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Mittelalter-Rock

Label: Trisol / Soulfood
Spieldauer: 52:21
Erschienen: 22.01.2021
Website: [Link]

„Staub und Tränen“, der erste Teil eines Doppelalbums, wurde konzeptionell und somit auch optisch in Szene gesetzt wie ein Tagebuch, wodurch es zu KRAYENZEITs bislang überzeugendstem Gesamtkunstwerk wird. Damit einher geht ein weiter optimiertes Songwriting, obwohl die Combo ihren Zenit erst noch erreichen muss.

Das Ensemble verzeichnet auf seinem jüngsten Langspieler eigentlich nur einen echt dämlichen Total-Ausfall - 'Küss den Frosch' mit elektronischem Zierrat stinkt nach Bierzelt-Mucke für NDH-affine Prolls. Das episch getragene Titelstück und 'Willkommen in Nichts' befinden sich hingegen auf Augenhöhe miteinander, wobei der Rest der Tracks aber etwas kompakter gehalten ist.

KRAYENZEIT sind immer dann am besten, wenn sie frühe bis mittlere Subway To Sally anklingen lassen wie in 'Wir sind Geschichte', 'Die Rabenfänger' und insbesondere dem rein akustischen, aber dank energetisch eingebundener Rhythmusgruppe mit Rock-Drive versehenen 'Je länger umso lauter' als heimlichem Hit der Scheibe.

In eine ähnliche Kerbe schlägt später das verspielte 'Mein Bruder' als weiteres Glanzlicht, ehe 'Schwerelos' das Klavier-Pendant zur minimalistischen Ballade 'Unsterblich' abgibt. Selbiges bringt den Inhalt des Albums als Eloge an die Kunst an sich und Erinnerung daran, wie wichtig kreative Köpfe nicht nur im Musik-Bereich für den Kulturbetrieb sind, ziemlich genau auf den Punkt.

In treibenden Momenten wie während 'Neue Helden' oder der Selbstbeweihräucherung 'Im Bund der Krähe' fällt die einen Tick zu breitbeinige Produktion unangenehm auf, speziell in Sachen Schlagzeug, denn der Doublebass-Druck, den Trommler Martin Daniel erzeugt, hat dann in klanglich so penetrant aufbereiteter Form doch eher was von doofem Metalcore als folkloristischem Hardrock.

Apropos Frontmann und Multi-Instrumentalist Markus Engelfried trällert nach wie vor mitunter arg übermotiviert, als wollte er den Heldentenor der nächstbesten Power-Metal-Kapelle ablösen. 'Durch den Sturm' ist ein charmantes Duett mit Drehleier-Spielerin Jessica Kondermann, in dem er allerdings eine glänzende Figur abgibt.

FAZIT: Mit „Staub und Tränen“ gelingen KRAYENZEIT Songs voller glaubwürdig vermittelter Durchhalteparolen zur Bestärkung ihrer Fans und von allen, die den Ludwigsburgern ansonsten ihre Ohren leihen möchten. Die Band hält an ihrem Folk Rock im weitesten Sinn fest, leidet aber nach wie vor ein wenig unter ihren zeitweiligen Metal-Anwandlungen, und dürfte somit kaum jemanden zu ihrer Sache bekehren, der bisher Vorbehalte dagegen hatte. Andererseits enthält die Platte einige der besten Kompositionen der Gruppe überhaupt, weshalb man der Fortsetzung entgegenfiebern kann.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 726x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Intro
  • Wir sind Geschichte
  • Neue Helden
  • Die Rabenfänger
  • Staub und Tränen
  • Unsterblich
  • Im Bund der Krähe
  • Durch den Sturm
  • Je länger umso lauter
  • Willkommen im Nichts
  • Küss den Frosch
  • Mein Bruder
  • Schwerelos

Besetzung:

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