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Bloodstained Ground: Horrors Of A Withered Dimension (Review)

Artist:

Bloodstained Ground

Bloodstained Ground: Horrors Of A Withered Dimension
Album:

Horrors Of A Withered Dimension

Medium: CD/Download
Stil:

Melodic Death Metal

Label: Non Stop Music Records
Spieldauer: 60:00
Erschienen: 25.02.2022
Website: [Link]

H.P. Lovecrafts Geschichten in einen metallischen Kontext zu setzen ist auch nicht mehr ganz so neu und spätestens seit SULPHUR AEON findet der Autor auch im Hartwurstbereich auf Champions-League-Niveau statt.
Die Schweizer Formation BLOODSTAINED GROUND wandert also zumindest lyrisch nicht auf vollkommen abwegigen Pfaden. Und doch ist „Horrors Of A Withered Dimension“ irgendwie anders, denn im Gegensatz zu den kosmischen Schrecken der Texte ist die Musik eine äußerst schnittige Melange aus melodischem Death Metal mit gelegentlichen schwarzen Vibes. Zusätzlich sorgen Instrumente wie Geige und Sitar an vielen Stellen für einen melancholischen Unterton, der allerdings meist sehr weit im Hintergrund steht und eher für zusätzliches Volumen sorgt, als wirklicher Stimmungsbeitrag zu sein.
An mancher Stelle klingen auch immer wieder technische Spielereien an, wie z.B. die ganz kurzen Djent-mäßigen Riffs in „The Mind’s Abyss“. Dadurch bekommt die Musik einige kleine Twists, die sich aber erst nach und nach erschließen, denn vordergründig tobt ein pfeilschneller Orkan. Einzige Ausnahme: Der sehr reduzierte Titeltrack. Der Großteil der Strophen wird lediglich von rhythmischen Drums sowie einer Sitar klanglich inszeniert. Dazu kommt das aggressive Geschrei des Sängers, das ebenso tonangebend ist wie die melancholische Violine. Was sich hier etwas seltsam liest, funktioniert aber sehr gut, vor allem weil es einen packenden Spannungsbogen kreiert, der mit dem abschließenden Groove ein fast epochales Ende findet.
„Alkhalas Bialhikma“ wirkt danach wie die andere Seite der gleichen Medaille. Hier wird’s stürmischer, die Drums blasten alles über den Haufen, aber da sind immer noch diese kalten, hochmelodischen Gitarren, welche der Musik ihre Erhabenheit verleihen. Zusätzlich sorgen auch die Streicher im Hintergrund dafür, dass die Musik fast episch klingt, ohne dass auch nur eine Sekunde der Druck oder die Aggression abfällt.

Auffällig ist, dass es BLOODSTAINED GROUND sehr gut verstehen, ihr konzeptionelles Gesamtpaket stimmungsvoll in Szene zu setzen. Zumeist rasen die Songs zwar rasant durch die düsteren Szenerien der Texte, aber gerade Songs wie „Valley of Despair“ sind clever arrangiert und zeigen, dass kleine Elemente, wie ein zusätzlicher Sprecherpart oder eben eine Violine, sehr gut zum thematischen Rahmen des Albums passen.
„Manger of Time“ ist ein weiterer sehr interessanter Moment auf diesem Album. Nicht nur, dass der Song insgesamt mehr groovt, er klingt auch sehr erhaben, an mancher Stelle fast feierlich und das trotz des durchweg schwarzen Horror-Charakters der Musik. Gleichzeitig sorgt das Zusammenspiel von rasanten Blasts und der immer wieder sehr dominanten Geige für eine surreale Komponente, welche sehr gut zu den Texten um Cthulhu und Konsorten passt.

Ein weiterer Pluspunkt ist außerdem, dass die Horrorstimmung der Texte zu keiner Zeit plump wirkt und sich stattdessen sehr vielschichtig gestaltet. Trotzdem ist eine konstante Storyline auf „Horrors Of A Withered Dimension“ erkennbar, die in einige unerwartete Spitzen ausschlägt und sich dabei konstant intensiver steigert. Das schleppende „Possession“ ist so ein Moment, denn hier sind vor allem die Geigen wiederum sehr dominant, wohingegen an anderer Stelle massiver Doublebass-Groove den Song anschiebt.

FAZIT: Im Grunde passt die Musik auf „Horrors Of A Withered Dimension“ perfekt zur lyrischen Vorlage der Texte. Denn wie auch Lovecrafts Geschichten zeichnet sich das Album durch allerlei kleine Wendungen aus, die in vielen Momenten unvorhersehbar sind, aber nie gänzlich neu oder musikalisch anders wirken. Soll heißen: Wie auch in Lovecrafts Texten wird die wirklich packende Stimmung vor allem im Kopf des Hörers erzeugt. Damit haben BLOODSTAINED GROUND ein Album geschaffen, das in seiner Grundsubstanz nichts wirklich Neues ist, in seiner musikalischen Aura aber stets spannend und unvorhersehbar bleibt. Starkes Album von einer Band, die zuvor manchmal noch in generischen Sackgassen steckte. Mit diesem Album ist BLOODSTAINED GROUND ein eindrucksvoller Befreiungsschlag gelungen.

Dominik Maier (Info) (Review 1138x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Prologue
  • The City of Pillars
  • Pastorial Grief
  • The Mind's Abyss
  • Horrors of a withered Dimension
  • Alkhalas Bialhikma
  • Valley of Despair
  • Manger of Time
  • Thy Funeral Pyre
  • Possession
  • From the Depths

Besetzung:

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