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The Mighty Ra: All Secrets Known (Review)

Artist:

The Mighty Ra

The Mighty Ra: All Secrets Known
Album:

All Secrets Known

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive Rock

Label: White Knight/Just For Kicks
Spieldauer: 62:10
Erschienen: 10.06.2022
Website: [Link]

Welch schrecklicher Gedanke: Alle Geheimnisse sind entschlüsselt und bekannt!?
Damit ist der Untergang vorprogrammiert.
Und den zeichnet das britische Prog-Quartett, zu dem Musiker von CYAN, EZRA und MULTI STORY gehören, teuflisch an die progressive Wand.
Auch ist es bereits nach dem ersten Hördurchgang von „All Secrets Known“ kein Geheimnis mehr, dass THE MIGHTY RA sich besonders dem Neo-Prog hingeben, dabei aber gerne auch mal den einen oder anderen Schlenker Richtung Retro-Prog wagen und dass ihre Vorbilder unüberhörbar PINK FLOYD, GENESIS und RUSH sind.

Muss man an dieser Stelle noch großartig weiterschreiben?
Eigentlich ist mit dem die Review einleitenden Absatz doch schon alles gesagt, oder?
Im Grunde ja – auch dass die Süd-Waliser ihr Debüt-Album bei dem Label 'White Knight' veröffentlichen, das sich hauptsächlich dem neoprogressiven Schönklang verschrieben hat, verrät ihren Hang zum progressiven, unkomplizierten und nicht auf freifliegende Experimente setzenden Prog, während der singende Gitarrist und Keyboarder Andy Edwards klarstellt: „Wir kamen zusammen, weil wir von solchen großartigen Musikern, die einen wesentlichen Teil unseres Lebens ausmachten, wie RUSH, PINK FLOYD und GENESIS beeinflusst waren. Trotzdem versuchten wir natürlich unsere eigene Musik zu machen, aber diese Einflüsse sind deutlich zu hören, denn erst dadurch kam es zu diesem Album.“
Und auf der Startseite zu ihrer Homepage setzen die Süd-Waliser dann noch einen drauf, indem sie ihrer Musik die Marke 'Progrock aus dem Land der Schlösser und Drachen' verleihen.

Auch wenn die Musik sicher alle Neo-Prog-Freunde musikalisch erfreuen wird, werden sie wohl weniger Freude an der Gestaltung von „All Secrets Known“ haben – ein aufklappbares, dünnes Digipak, das kein Booklet oder irgendwelche weiteren Beigaben enthält und auch mit seinem utopischen Cover garantiert keine gestalterischen Wettbewerbe gewinnen kann. In der Beziehung ist noch verdammt viel Luft nach oben, selbst wenn die vier Jungs auf dem Cover schon selber über den Pyramiden-Planeten wandeln. Sicher ist auch das Motiv als eine Anspielung auf PINK FLOYD gedacht.

Leider nervt aber mal wieder (Wie bei vielen Bands noch viel zu oft!), dass die CD nicht nur mit dem nicht weltbewegenden Cover-Motiv, sondern auch nur in einem Klappcover-Digipak daherkommt, das keinerlei Beigaben – wie beispielsweise ein Booklet – enthält.
Ist nicht gerade in den schaurigen Zeiten der schnelllebigen Stream-Kultur, besonders auch für sich progressiv orientierende Bands der haptische Bereich bedeutend und verkaufsentscheidend?
Außerdem wäre es nicht schlecht, wenn man sich ein wenig in die Texte hinter diesem von jeglichen Geheimnissen angeblich befreiten Album etwas einlesen könnte und genau dem gruseligen Totschlagargument, dass sinnvolle Texte im Progressive Rock eher unwichtig oder komplett unnötig sind, den Garaus machen könnte. Auch dass der Gesang, der manchmal etwas übertrieben auf DAVID GILMOUR getrimmt kling, zwar gut, aber nicht sonderlich charismatisch ist, trägt diesbezüglich nicht gerade zu einem durchgängig positiven Aspekt rund um Text und Gesang bei.

Anders sieht es mit der Instrumental-Fraktion aus, die sich getreu ihren Vorbildern ordentlich in das Album hineinsteigert – und mit allen elektrifizierten (fette E-Gitarren und E-Bässe sowie Keyboards) wie akustischen (akustische Gitarren, Piano, Percussion) Musikgerätschaften aufwartet und diese eindrucksvoll zum Klingen bringt.

Die erste Minute ist einer hinter elektronischen Klängen gesprochenen Stimme gewidmet, die uns in das göttliche THE MIGHTY RA-Universum einführt, das dann alle altbekannten Neo-Prog-Zutaten im dem Album seinen Namen gebenden Longtrack rauslässt.

Im Laufe des Albums verbessert sich „All Secrets Known“ mehr und mehr – wendet sich von zu offensichtlichen oder etwas weichgespülten neoprogressiven Strukturen ab, begibt sich in den Art- und Symphonik-Rock-Bereich, setzt auf ausgiebige Gitarren-Soli, bei denen PINK FLOYD unverkennbar Pate standen, und holen zum ganz großen Finale aus.

So – und damit wären eigentlich schon alle Geheimnisse rund um THE MIGHTY RA und „All Secrets Known“ gelüftet – so wenig Geheimnisvolles sich auch hinter diesem Album verbergen mag. Nichts für die All-Time-Faves-List, aber als progressive Schonkost für zwischendurch bestens geeignet.

FAZIT: 'Progrock aus dem Land der Schlösser und Drachen' nennt das Nord-Waliser Prog Quartett THE MIGHTY RA die Musik hinter ihrem Debüt-Album „All Secrets Known“, das im Grunde keine großartigen Geheimnisse oder Entdeckungen zu bieten hat, sondern einfach nur (neo-)progressive Musik, die sich deutlich an ihren Vorbildern von 'Gilmour-geprägten' PINK FLOYD bis RUSH orientiert und damit wohl auch allen gefallen sollte, deren Ohren ihre Antennen in eine ähnliche Richtung kalibrieren.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1315x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
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Tracklist:
  • All Secrets Known
  • Nothing Comes To Easy
  • Freedom (I: Liberta / II: La Fuga)
  • Will We Ever Know
  • Seven Days
  • Rising Tide
  • Rain
  • Bigger Lie

Besetzung:

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