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Modern Stars: Space Trips For The Masses (Review)

Artist:

Modern Stars

Modern Stars: Space Trips For The Masses
Album:

Space Trips For The Masses

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Kraut-, Psychedelic-, Space-Rock, Neo Folk

Label: Little Cloud Records/Mia Camaretta Records
Spieldauer: 40:48
Erschienen: 11.11.2022
Website: [Link]

„Wir wollen, dass unsere Platten wie eine Reise klingen, nicht nur eine Collage von Songs.“ (MODERN STARS)

Das LP-Cover von „Space Trips For The Masses“ passt gleichermaßen wie der Albumtitel hundertprozentig auf die Musik, welche uns von den MODERN STARS aus Italien erwartet.
Man möchte eigentlich sofort den Begriff Krautrock ins Spiel bringen, doch ist der ja vorrangig dem anspruchsvollen Prog-Psyche-Space-Undsonstwas-Rock besonders der Spätsechziger- und Frühsiebziger-Jahre in Deutschland vorbehalten.
Doch völlig egal, im Weltall sind sowieso alle gleich, auch Raum und Zeit verschmelzen ständig miteinander – und wenn wir schon mit dem Kosmonauten durch die grünen Universumsnebelschwaden auf einem grünmarmorierten Vinyl-UFO abheben, dann darf diese sperrige Space-Reise uns auch mitten durch ein Zeitloch ins progressiven Kräutergärtchen führen, die uns auf „Space Trips For The Masses“ ähnlich den Geist vernebeln wie dem Kosmonauten seinen Flug durchs Universum.

Dass Himmel und Erde verdammt nah beieinander liegen und man im All entschweben wie gleichermaßen im Ozean ertrinken kann, beweist dann gleich der mit über 8 Minuten längste Song „Drowning“ als stilles Highlight des Albums, auch wenn nicht gerade voller Optimismus in den letzten drei Zeilen festgestellt wird: „And now I'm sinking / While I'm getting old / Baby It's seems I'm drowning.“

Doch zuvor eröffnet ein „Sarlight“-Funkspruch das Album, bevor wir schwerelos – ein wenig wie in Zeitlupe – durch musikalischen Raum und Zeit schweben, manchmal etwas orientierungslos, manchmal völlig erhaben und immer von psychedelischen Wolkenfetzen umgeben.
Außerdem dürfen wir auf der bedruckten Innenhülle, die das farbige Vinyl umschließt, neben dem magischen Erscheinungsdatum (11.11.22) noch nachlesen, dass wir hier 'Botschaften aus dem All' erhalten.
Wirkt anfangs etwas spinnert, entwickelt aber im Laufe der Zeit, in welcher man dieses Album hört, eine immer deutlichere Logik. Also – wenn wir irgendwann mal aus dem Universum wichtige Fingerzeige erhalten, werden sie bestimmt ganz ähnlich wie „Space Trips For The Masses“ klingen.
Oder vielleicht doch wie die Affen, die den Blues haben, diesen aber als eine Space-Reise verkaufen, welche wie auf „Monkey Blues“ sich postrockig entfaltet, um am Ende doch wieder in neuen Sphären zu verschwinden…

...welche an die ganz frühen Psyche-Zeiten der 60er-Jahre anknüpfen, als irgendwie alle ihre eigenen Trips einwarfen und selbst die damals noch gar nicht angesagten PINK FLOYD dabei nur zur Intensivierung dieses Flugs beitrugen, weil ihr Frontmann Barrett ganz offensichtlich seine abgefahrenen Ideen vor allem unter Einbeziehung spezieller Mittelchen entwickelte.

So erlangt dann auch der Satz des MS-Bassisten eine gänzlich neue und aus musikalischer Sicht absolut gerechtfertigte Bedeutung, wenn er feststellt: „In der Finsternis unserer Gefangenschaft im eigenen Körper, greift unsere Seele auf unsere Ohren zurück und benutzt diese als Boten, wodurch die Musik unendlich bewegende Bilder schafft.“
Darum unbedingt die MODERN STARS intensiv, aber niemals nebenbei hören, damit sich die ganze Atmosphäre und die mitunter hypnotische Anziehungskraft voll entfalten kann.

Wer Musik sucht, die uns bei unserer letzten Reise durch Raum und Zeit begleiten sollte, selbst wenn die im Raumanzug durchs All stattfindet, der wird bei MODERN STARS fündig und glücklich.

FAZIT: Bei den Italienern von MODERN STARS verfließen auf „Space Trips For The Masses“ ganz unterschiedliche Musikstile, damit die modernen Sterne am dunklen, oft recht bedrückend wirkenden Himmelszelt aufleuchten – als da wären Space-, Kraut-, Psyche-, Post- und Prog-Rock sowie Electronics der Berliner Schule plus Doom, Shoegaze und Experimentelles. Eine gewagte, eben echt abgehobene und oft wie in Zeitlupe erscheinende Mischung, die wortwörtlich durch das gesamte Album schwebt, genauso wie der Kosmonaut, der das Frontcover ziert. Unbedingt sollte man auch auf das grün marmorierte Vinyl zurückgreifen – das passt nämlich bestens zu dem schwebenden, schwerelosen Space-Sound, der immer wieder seine Bodenhaftung verliert.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 618x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (21:54):
  • Starlight (4:11)
  • Monkey Blues (3:54)
  • No Fuss (7:30)
  • My Messiah Left Me Behind (6:19)
  • Seite B (18:54):
  • Everyday (4:21)
  • Drowning (8:16)
  • Ninna Nanna (6:17)

Besetzung:

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