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Ash Wing: Ash Wing (Review)
| Artist: | Ash Wing |
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| Album: | Ash Wing |
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| Medium: | CD/Download | |
| Stil: | Progressive Rock, Art Pop, Folk |
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| Label: | White Knight Records/Just For Kicks | |
| Spieldauer: | 54:39 | |
| Erschienen: | 21.11.2025 | |
| Website: | [Link] |
Erster Gedanke bei den ersten Tönen von ASH WINGs selbstbetiteltem Debüt: „Huch?! Hat da jemand ein frühes Album von KATE BUSH wiederentdeckt?“
Denn wenn die Sängerin Sian Elson beim Album-Opener „Millennium“ ihre Stimme erhebt, glaubt man, die frühe „Lionheart“-Bush zu hören. Und damit sind sofort alle, denen das anfangs musikalische David-Gilmour-Ziehkind nicht nur Respekt, sondern zugleich Bewunderung abverlangte, sofort mit im „Ash Wing“-Boot, das zuvor unter der C SIDES PROJECT-Flagge durch die progressiven Rockgewässer schipperte.
Allerdings wäre es ein fataler Fehler, den musikalischen Wirkungsgrad von „Ash Wings“ hinter dieser walisischen Prog- und Art-Pop-Band auf die echt beeindruckende, charismatische Sängerin zu beschränken, selbst wenn sie oft im Mittelpunkt der längeren wie kürzeren Songs, die einem einheitlichen Konzept folgen, steht.
Hervorgegangen aus dem melodisch progrockenden C SIDES PROJECT, das gerne auch auf ein paar metallische Einschläge zurückgriff, die im Gegensatz zu „Ash Wing“ ausbleiben, sich dafür aber deutlicher auf ein psychedelisches Spielfeld begeben – und dabei zudem mit großartigen Gästen antreten, die offensichtlich tiefe MAGENTA-Spuren hinterlassen: ROBERT REED (Keyboards) und PETER JONES (Saxophon und Flöte).
In diesem Sinne sind MAGENTA bei den ASH WINGs nie weit, wobei eben hier auf eine Sängerin gesetzt wird, die sich anscheinend bei einer KATE BUSH ihre Stimmbänder geliehen zu haben scheint und welche die Waliser zugleich in den einen oder anderen folkloristischen, keltischen Einfluss auf ihrem Debüt mit einbauen.
In „From My Window“ gibt’s bei genauem Hinhören sogar hintergründige floydianische Psychedelik zu entdecken, doch das ist bei weitem nicht das Beste auf diesem Album. Denn hier kommt der TIGER MOTH TALES-Kopf Peter Jones und sein Saxophon ins Spiel: ein unfassbares, ekstatisch daherkommendes Saxophon-Solo zur Eröffnung von „It's All Change“ veredelt den Song rundum.
Danach wird „Ash Wing“ mit zwei Longtracks besonders progressiv, doch zugleich ziemlich bedrückend, wobei besonders der Zwölfminüter „In Our Darkness“, diesmal mit einem traurigen, schwebenden Saxophon-Teil bestückt, beiträgt.
Bei der darauf folgenden kurzen Ballade „Why You Run Your Circles“ greift Mr. Jones statt zum Saxophon zur Flöte, was ein wenig den vorangegangenen Schwermut vertreibt.
„Only You Know“ wird hingegen zu einem kleinen Hit aufgebräzelt, der sich tatsächlich selbst im Mainstream-Radio (auch wegen seiner Laufzeit von 3 Minuten und 42 Sekunden und weihnachtlichem Glockengeläut) gut schlagen würde, um dann am Ende mit „The Fox And The Crow“ die große hymnische Vereinigung von Fuchs und Krähe zu feiern.
Immer wieder bestimmt eine dunkle, melancholische, bedrohliche und bedrückende Stimmung das Album. Was eigentlich bei diesem ascheflügeligen Band- und Album-Namen schon zwingend notwendig erscheint, wobei besonders das von den ASH WINGs gewählte Konzept noch seinesgleichen bewirkt. Hierzu lassen sich die Waliser ausgiebig unter ihrer Bandcamp-Seite aus: „'Ash Wing' ist inspiriert von Gebäuden, die seit Jahrhunderten bestehen, insbesondere von Kirchen. Diese Bauwerke strahlen Beständigkeit aus und sind stille Zeugen des Dahinschwindens von Generationen und unzähliger Leben, die einst ihre Türen durchschritten haben. Sie sind mehr als nur Stein und Mörtel. Sie beherbergen Erinnerungen. Es sind Orte, welche die Freuden, Leiden, Rituale und stillen Momente der Menschen in sich tragen, die sie zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Epochen ausstrahlten...
...Innerhalb ihrer Mauern verblasst die Individualität. Was bleibt, ist die einfache Wahrheit, dass Menschen so gesehen werden, wie sie tatsächlich sind. Verflochten damit ist die Präsenz der Natur, hier repräsentiert durch Krähen, Kreaturen, die wie die Gebäude urteilsfrei beobachten und sowohl das Verborgene als auch das Sichtbare wahrnehmen. Zusammen bilden die Kirchen und die Krähen eine doppelte Perspektive: die eine verwurzelt in der Geschichte und den menschlichen Ritualen, die andere in den ewigen Zyklen der Natur. Das Album bewegt sich in dem Raum, in dem diese beiden Kräfte aufeinandertreffen.“
Eine insgesamt recht schwere Thematik – ähnlich schwer wie die Musik dahinter, über der allerdings immer die glockenhelle Stimme ihrer Sängerin nicht wie auf Asche-, sondern vielmehr auf Engelsflügeln schwebt.
FAZIT: Hervorgegangen aus dem C SIDES PROJECT vereinen ASH WING in ihrem selbstbetitelten Debüt (das aus dieser Sicht im Grunde gar keins ist) mit solch hervorragenden Gästen wie ROBERT REED & PETER JONES von MAGENTA ein düsteres Konzept (wobei auch hier MAGENTA deutliche Spuren hinterlässt), das Progressive Rock mit Art Pop und keltischem Folk sowie floydianischer Psychedelik vereint, über dem besonders die Stimme ihrer Sängerin – die durchaus zu Verwechselungen mit der frühen KATE BUSH führen kann – ihre ganz spezielle, einen gefangen nehmende Aura versprüht. Darum gebühren ihr an dieser Stelle auch die letzten Worte zu ihrer Rolle bei „Ash Wing“: „Die Jungs von ASH WING schreiben die Songs offensichtlich mit meiner Stimme im Hinterkopf und lassen mir die Freiheit, sowohl mit Melodie als auch Harmonien zu experimentieren. Diese Ausdrucksfreiheit ist beim Aufnahmeprozess unglaublich aufregend. Ich habe das Konzept dieses Albums geliebt. Es gab mir die Möglichkeit, meine Liebe zum Folk und alten walisischen Hymnen auszudrücken. Ich fühlte eine tiefe Verbindung zur romantischen keltischen Stimmung und zu den traditionellen walisischen Revival-Liedern, die Teil meines Erbes sind.“
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Millennium
- From My Window
- It's All Change
- Shadow Of The Crows
- In Our Darkness
- Why You Run Your Circles
- Only You Know
- Thin Disguises
- The Fox And The Crow
- Bass - Allen McCarthy
- Gesang - Sian Elson, Martin Rosser, Allen McCarthy
- Gitarre - Martin Rosser
- Keys - Kevin Dawson, Robert Reed
- Schlagzeug - Allan Mason-Jones
- Sonstige - Peter Jones (Saxophon, Flöte), Robert Reed (Mix), Kevin Dawson (Vocoder)
- Ash Wing (2025) - 11/15 Punkten
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