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Cruachan: The Morrigan´s Call (Review)

Artist:

Cruachan

Cruachan: The Morrigan´s Call
Album:

The Morrigan´s Call

Medium: CD
Stil:

Folk Metal

Label: AFM/Soulfood
Spieldauer: 47:52
Erschienen: 2006
Website: [Link]

Nach wie vor – allerdings in geringerem Maße wie ihre Landsleute Waylander – scheinen die Iren CRUACHAN musikalisch die Discount-Version von Skyclad zu sein. Gleichwohl stärker in extremen Metal-Spielarten verwurzelt, integrieren sie Folk-Elemente, setzen textlich aber statt auf Gesellschaftskritik ihre Gewichtung wahl- und unkonsequenterweise in traditionellen Überlieferungen und Fantasy. Von Tolkien im unwirschen Opener und in „Ungoliant“ bis zum für Deutsche kaum unvoreingenommen genießbaren „Wild Rover“ (auch Tyr können ein Lied davon singen – oder besser nicht...) ist es folglich nicht weit. Die Eigenkomposition zeigt, wie hölzern die Gruppe rhythmisch arbeitet und integriert zudem unpassende Spinettklänge, wohingegen das Traditional viel zu schnell dargeboten wird. Gestiegene Härte und Geschwindigkeit macht noch keine gute Metal-Adaption von Althergebrachtem.

„The Brown Bull Of Cooley“ ist eine bessere Zucht: Karen Gilligan glänzt gesanglich, wo sie sonst oftmals Kraft vermissen lässt. Gedrosseltes Tempo ist die angemessene Alternative zum Knüppel-Einerlei und treibt die schnell haften bleibenden Melodien an. Weiterhin Abhilfe von Aggression zum Selbstzweck schaffen die kurzen Zwischenspiele: „The Coffin Ships“ als Flötenintro zum bereits von Primordial eindringlich thematisierten „The Great Hunger“ irischer Amerikasiedler schafft Raum, ebenso das tänzelnde „The Old Woman In The Woods“ als Solovortrag Gilligans und das Duett im Titelstück – ausnahmsweise mit klarem Männergesang. Eigentlich gewänne die Band ohne den Einsatz der maskulinen Stimmen, wie auch der Verzicht auf blastende Inspirationsfreiheit wie im achten Track sie adelt. An selber Stelle nämlich zeigen sie ihre Fähigkeit, abwechslungsreiches Liedgut zu schreiben, wenn sie Flöten und Vocals vor bemühten Geschwindigkeitswechseln verweben.

Das Melodieverständnis früherer Jahrhunderte mutet heute mitunter nervig an, denn es zeichnet sich durch penetrante Simplizität und zu häufige Wiederholung aus. „Cuchulainn“ ist dafür das beste Beispiel. Wie bei vielen Viking- oder auch den finnischen Humppa-Metal-Bands laufen CRUACHAN allein auf dieser Ebene hart an der Grenze dessen, was Metal ausmacht. Banal oder zu fröhlich klingen die Motive, und wenn fast asiatisch wie im Abschlusstrack, dann verärgern sie regelrecht. Dazu verbietet ihr Instrumentalniveau den Musikern solistische Beschlagenheit und Akzentsetzung abseits gängigen Akkordschrubbens - Die Fallstricke zum Crossover berufener Bands, die mindestens einen der beackerten Böden nicht gut genug kultiviert haben.

FAZIT: Folk-Metal mit brutalen Versatzsücken und all seinen Nachteilen. Weniger Metal bedeutete hier mehr Qualität. Ansonsten lässt sich´s gut schunkeln, wenn nur diese Prügeleien dazwischen nicht wären.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 5199x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 7 von 15 Punkten [?]
7 Punkte
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Tracklist:
  • Shelob
  • The Brown Bull Of Cooley
  • Coffin Ships
  • The Great Hunger
  • The Old Woman In The Woods
  • Ungoliant
  • The Morrigan´s Call
  • Teir Abhaile Riu
  • Wolfe Tone
  • The Very Wild Rover
  • Cuchulainn
  • Diarmuid And Grainne

Besetzung:

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