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Jim Gilmour: Great Escape (Review)

Artist:

Jim Gilmour

Jim Gilmour: Great Escape
Album:

Great Escape

Medium: CD
Stil:

Prog

Label: Progrock Records
Spieldauer: 57:20
Erschienen: 2006
Website: [Link]

Der Saga-Keyboardwizard hat seine Burg zum zweiten Mal verlassen und ein Tribut an die Landschaft seiner kanadischen Heimat eingespielt; zum Konzept gehört auch die Aufteilung in jeweils fünf Gesangs- und Instrumentalnummern. Herausgekommen ist ein offenbar Bassisten-freies, aber nicht druckloses und erstaunlich kompaktes Stück Musik.

Es geht los mit Pianoakkorden, zu denen sich bald eine heftig bratende Gitarre gesellt. "No Sign" treibt ordentlich, und man gewöhnt sich schnell an Gilmours Falsett-Regionen streifende Stimme. Neben den Klavierklängen kommen logischerweise auch weitere Synthesizer-Trademarksounds hinzu, etwa in "Algonquin". Teils dunkel und bedrohlich, teils mit epischen Melodielinien versehen beschreibt es die anmutige Strenge des gleichnamigen Naturparks ebenso gut wie die Gemälde der Group-of-Seven-Landschaftsmaler. Zur Unterstreichung tröpfelt der Meister sporadische Tastenfarben über das Rauschen eines Baches, ehe erneut Gitarrenheftigkeit die Reise fortsetzt - in tiefe Gefilde, zumindest was Gilmours Organ in "Lost Along The Way" betrifft, ein poppiges Stück mit Fokus auf künstlichen Sounds und allenfalls hintergründigen unverzerrten Strummings. Gastsängerin Tofani gibt einen kurzen Einstand vor einem ebensolchen Keyboardsolo und im Ausklang - ein Kontrast zu den beiden ersten Tracks, jedoch im Vergleich ein wenig abfallend.

"Killarny Sunrise" setzt auf verstärkende Drumloops und Synthbass. Hämmernde Akkorde und schräge Zwischentöne lassen das Instrumental gitarrenlos auskommen. Die Pianoimprovisation im Mittelteil ist leicht jazzig, glücklicherweise aber nicht aus der Fahrstuhlmucken-Kategorie. Diese weigert sich auch das balladeske "The Northwind" zu bedienen. Melancholisch und mit weiblichen Begleit-"Uhhhs" bestückt, führt der Songschreiber mit ruhiger Hand durch gerade noch schmachtfreies Liedgut. Statt die Gitarren zur Abwechslungs wieder sprechen zu lassen überrascht "Radiant Lake" mit trippigen Beats und verschmitzt-schalkhaftem Motiv, fingerfertig auf den Tasten ausgeführt. "Carden Isle" ist eine bloße Improvisation an der Klaviatur, "Wasteland" wiederum Ballade ohne Rhythmusgruppe.

"Canoe Do It?" birgt nicht nur einen Wortwitz, sondern wieder härtere Riffs. Es ist das frickeligste und bombastischste Stück mit nur einer zwischenzeitlich ruhigen Impression. "Last Portage" schließlich fußt auf dieser Üppigkeit und erinnert in den Passagen mit multiplen Stimmschichten an verwässerte Yes, wenngleich flinke Pianokaskaden und simpler Rhythmus die moderne Ausrichtung bewahren. Der obligatorische versteckte Bonus nach Leerlauf ist erneut eine Improvisation auf hohem Niveau.

FAZIT: Der Saga-Mann nutzt seine Soloaktivitäten nicht zur virtuosen Egobefriedigung, sondern für Songideen abseits des Überpomp seiner Hauptband - wenngleich mit deutlichem Verweis auf ihre Herkunft. Dabei hält er das dynamische Gleichgewicht nicht durchgehend - Von den überzeugenden Arrangements abgesehen hätte man sich etwas mehr gitarristischen Schneid erhofft...Ist wohl eben ein Keyboarder-Album, das seine Fans eher in den Reihen gesetzter Rocker und unter Anhängern der Mutterband Gilmours finden wird.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 4043x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 8 von 15 Punkten [?]
8 Punkte
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Tracklist:
  • No Sign
  • Algonquin
  • Lost Along The Way
  • Killarney Sunrise
  • The Northwind
  • Radiant Lake
  • Carden Isle 7 Wasteland
  • Canoe Do It?
  • Last Portage

Besetzung:

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