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Museum Of Fear: The God In My Closet (Review)

Artist:

Museum Of Fear

Museum Of Fear: The God In My Closet
Album:

The God In My Closet

Medium: CD
Stil:

Progressive Rock / Alternative

Label: Dirge Records / Just For Kicks
Spieldauer: 27:19
Erschienen: 2006
Website: [Link]

Welche Absicht verfolgt eine Band, die sich den Namen MUSEUM DER ANGST gibt?

Mein Tipp wäre gewesen: MUSEUM OF FEAR verstehen sich als die musikalischen Gärtner auf dem Friedhof der Gothic- oder Death-Metal-Szene. Doch mit diesem Tipp hätte ich mich dort gleich begraben lassen können.

Und schließlich kann man ja fett hervorgehoben auf dem Promo-Zettel lesen: “Hart, aber kein Death-Metal, gefühlvoll, aber kein Emo, melodisch, aber nicht poppig - progressive, aber trotzdem leicht zugängliche Rock-Musik für Fans von A PERFECT CIRCLE, PORCUPINE TREE, Rush und Jethro Tull.”

RUSH und JETHRO TULL, also liebe Freunde anspruchsvoller Musik, nicht jeder, der eine Flöte halten und mit zwei Fingern abwechselnd kleine Löchlein zudrückt, macht Musik wie JETHRO TULL und auch wenn man mal ein bisschen höher singt, kann man von sich behaupten, nur weil man Musiker ist, wie RUSH zu klingen. Diese beiden Vergleiche vergessen wir mal ganz schnell.

Aber mit A PERFECT CIRCLE und PORCUPINE TREE sind die atmosphärsich-musikalischen Parallelen durchaus zutreffend, auch wenn fast jeder Titel, dieser viel zu kurzen CD andere Wege, mal laut und holprig, mal ruhig und akustisch, beschreitet. Auch könnte man einen Streit vom Zaun brechen, ob diese Musik wirklich progressiv zu nennen ist oder einfach nur alternativ. Zumindest bewegt sie sich zwischen diesen beiden Fix-Punkten.

„Darkest Days“ öffnen die Museums-Tür mit düsteren, etwas an PORCUPINE TREE erinnernde Klänge, die ganz schnell in die Heavy-Ecke wandern, vielleicht bereits auf der Suche nach dem „Abstellraum, in dem sich Gott befindet“. Der soll mit E-Gitarren und knarzenden Bässen zum Vorschein gebracht werden. Wie´s scheint, will er sich unter diesen Bedingungen nicht zu erkennen geben.

Also versucht man in „Always Goodbye“ mit ruhigeren, akustischen Gitarren-Tönen und verhaltenem Gesang sein Interesse zu wecken, dazu ein sanfter Bass und ein im Hintergrund bleibendes Schlagzeugspiel. Diesmal ist es die einschmeichelnde Variante, die den älteren Herren aus seinem Versteck locken soll. Doch dieser scheint davon wohl eher einzuschlafen.

Darum rockt bei „Mindwheel“ gleich das Schlagzeug los, die Gitarren spielen in RAMMSTEIN-Manier und es wird tödlich düster. Trotzdem kreischt man nicht oder hämmert nur wild auf seinen Instrumenten rum – man bewahrt eine eingängige Melodie, fordernd, aber keinesfalls nervend oder aggressiv. Doch auch das hilft nichts.

„Afterthought“ versucht dann auf die ganz sanfte, zarte, fast ein wenig schmalzig-einschmeichelnde Art das göttliche Gehör zu erreichen… und vielleicht lässt sich unser himmlicher Rauschebart ja kurz blicken, denn „Fade“ schließt genau an dieser Stimmungs-Variante an, fügt ihr aber etwas Bombast hinzu.

Mit lautem Geläut lässt am Ende „Walking Wounded“ die Freunde härterer Musik noch einmal aufhorchen – um dann mit akustischen Gitarren und leicht verfremdeten Gesang auszuklingen. Harfen fehlen völlig – und darum bleibt Gott wohl in seiner Abstellkammer zurück, während sich die Museums-Tür wieder schließt.

FAZIT: Angstlos, aber neugierig verlasse ich nach 27 kurzweiligen Minuten dieses Museum, das zum Glück keine plastinierten Leichen ausstellt, dafür aber in EINEM PERFEKTEN KREIS den BAUM DES STACHELSCHWEINS veranschaulicht bzw. vertont.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 2592x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 8 von 15 Punkten [?]
8 Punkte
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Tracklist:
  • Darkest Days
  • Always Goodbye
  • Mindwheel
  • Afterthought
  • Fade
  • Walking Wounded

Besetzung:

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