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Wuthering Heights: The Shadow Cabinet (Review)

Artist:

Wuthering Heights

Wuthering Heights: The Shadow Cabinet
Album:

The Shadow Cabinet

Medium: CD
Stil:

Symphonic/Folk/Speed/Prog Metal

Label: Locomotive Records
Spieldauer: 60:14
Erschienen: 2006
Website: [Link]

"Wenn dieses Album keinen Durchbruch für die Band mit sich bringt, dann wäre das eine himmelschreiende Ungerechtigkeit ... unbedingt kaufen!" So endete das von Nils verfasste Review zum letzten WUTHERING HEIGHTS-Album "Far From The Madding Crowd" von 2004.
Nun, die Welt taugt nichts, und mit dem großen Durchbruch hat es noch nicht so ganz geklappt; ich zumindest komme hier mit den Skandinaviern erstmals in Berührung. Ein Fehler meinerseits, wie sich schnell zeigen wird. Manchmal sollte man halt auf die Kollegen hören (bzw. deren Kritiken früher lesen...)

Bei mir haben die (in der Mehrzahl) Dänen nämlich fast schon im Vorhinein gewonnen, weil sie den schwedischen Vokalakrobaten Nils Patrik Johansson in ihren Reihen haben - seit der ersten ASTRAL DOORS´ einer meiner Lieblingssänger der Jetzt-Zeit. Hätte mir längst auffallen müssen, dass er bereits auf dem Vorgänger zu hören ist (auf den ersten beiden Alben war noch Ex-TAD MOROSE Kristian Andrén für den Gesang zuständig). Aber solche Versäumnisse lassen sich ja beheben.

Trotz der vorweggenommenen Zuneigung nun also der Versuch, möglichst unvorbelastet an diesen Rundling heranzugehen. "Symphonic Metal" nennt das Label den Stil der Band. Diese Umschreibung ist nicht verkehrt, beschreibt die Musik der Truppe aber letztlich unzureichend, ist diese doch wesentlich vielschichtiger. Die Band selbst spricht auf ihrer Homepage von "Symphonic-Folk-Speed-Prog-Metal" und diese ausufernde, etwas großkotzig wirkende Klassifizierung passt wirklich, all diese Elemente finden sich in der Musik von WUTHERING HEIGHTS - daher darf sie der Rezensent durchaus so übernehmen.

Der überwiegende Teil vom "Schattenkabinett" bewegt sich im von Bands wie RHAPSODY und SYMPHONY X gewohnten, melodischen Speedtempo, wird aber von unzähligen Breaks durchzogen und großzügig mit Folklore-Elementen angereichert. Freunde progressiver Metalsounds liegen hier also richtig, nicht nur, weil sich die beteiligten Flitzefinger diverse Male auf dem Virtuosenparkett präsentieren.

Durch ein latent vorhandenes Fantasyflair sind bei Songs wie den keltisch gefärbten "Beautifool" und "Sleep" partielle Ähnlichkeiten zu BLIND GUARDIAN und auch FALCONER auszumachen, während bei meinen Albumfavoriten "Faith" und "Envy" nicht nur wegen der beteiligten Violine, sondern auch von der Rhytmik her, Affinitäten zu SKYCLAD erkennbar sind. Auch hier erwarten den Hörer etliche Tempowechsel, diverse Soli und manch aberwitzige Songidee; so ist eine in "Faith" unvermittelt eingeflochtene Schlager-Passage schon wieder weg, bevor man sich richtig darüber wundern konnte.

Zusammengehalten werden die verschiedenen, meist rasenden Abfahrten und virtuosen Gefechte zwischen Keyboarder und Riffmeistern letztendlich von der beherrschenden Stimme Johannsons, der hier dramatisch wie nie und als kraftvoller Power-Metal-Sänger die Bühne betritt und bei dem Werk, nicht frei von Pathos, die theatralischen Fäden spinnt. Er liefert hier einen weiteren, eindrucksvollen Beleg für seine umfangreiche Begabung. So ist seine Präsenz selbst dann spürbar, wenn sich seine Mitmusiker bei der Begeisterung für das eigene Können zu verzetteln drohen. Denn in manchen Songs fehlt es mir bei doch etwas an emotionaler Tiefe - immer dann, wenn mir die gebotene, filigrane Spieltechnik etwas zu hektisch wird. Da die Ruhephasen auf dem Album sowieso schon sehr übersichtlich ausgefallen sind, wirkt dies auf Dauer ein wenig anstrengend. So erfährt auch das Schlagzeugspiel nicht immer meinen vollen Zuspruch, gibt der Mann hinter den Kesseln doch überwiegend Vollgas, tackert dabei aber auch einiges vom Feeling weg. Bei "Snow" und "I Shall Not Yield" geht mir dies beispielsweise so. Vielleicht war in diesem Bereich die ansonsten klangvolle Produktion von Tommy Hansen auch nur etwas zu großzügig.

FAZIT: Hinter den Türen des "Shadow Cabinet" verbirgt sich anspruchsvolles Metal Theater, von einem brillantem Ensemble als rauschendes Drama aufgeführt, das nur wenige Verschnaufpausen vorsieht und in manchen Akten den Zuhörer zu überrennen droht. Dass man seinen Logenplatz dennoch nie verlässt, dafür sorgt alleine schon die Begeisterung für den Star-Tenor.

Lars Schuckar (Info) (Review 4344x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Demon Desire
  • Beautifool
  • The Raven
  • Faith - Apathy Divine Part I
  • Envy
  • Snow - Apathy Divine Part II
  • Sleep
  • I Shall Not Yield
  • Reason...?
  • Carpe Noctem - Seize The Night
  • Midnight Song

Besetzung:

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Interviews:
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