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Braver Since Then: Adorned Weakness (Review)

Artist:

Braver Since Then

Braver Since Then: Adorned Weakness
Album:

Adorned Weakness

Medium: CD
Stil:

Heavy Progressive Rock

Label: Stonefellowship Recordings / Just For Kicks
Spieldauer: 55:44
Erschienen: 17.10.2008
Website: [Link]

Die Ursprünge BRAVER SINCE THEN’s gehen zurück bis ins Jahr 1994, als John Lutzow (seit 1995 zusammen mit Bandkollegen Derek Blake) die Band als Sideproject seiner Gruppe LEVIATHAN aus der Taufe hob. Hier brachte er Ideen unter, die nicht ins Konzept LEVIATHAN’s gepasst hätten. Obwohl LEVIATHAN qualitativ hochwertigen Progressive Metal spielten, der sich nicht damit begnügte, andere, erfolgreiche Bands zu kopieren, gelang ihnen trotz Kritikerlobs nie der große Durchbruch. Von den Qualitäten der Band kann man sich anhand des Albums „Riddles,Questions,Poetry & Outrage“ überzeugen, das recht häufig für wenige Euro im Netz angeboten wird. Die anderen Alben beider Formationen sind leider teurer und schwieriger zu erstehen. Vor allem die fünf Vorgänger von „Adorned Weakness“ sind kaum aufzutreiben. Angesichts dieses vorzüglichen Werks schwer nachzuvollziehen. Eines scheint sich zum 2004er Vorgänger „Venerable Spark“ geändert zu haben: mit Dave Rumbold ist ein Drummer an Bord. Mittlerweile sang- und klanglos von Trevor Helfer abgelöst, womit 3/5 der Besetzung LEVIATHAN’s wieder zusammen sind.
Mit Progressive Metal (ein blasser Stempel, der der Band im Presseinfo aufgedrückt wird) ist die Musik BRAVER SINCE THEN’s nur unzureichend beschrieben. Denn Metallisch ist kaum etwas an der „dekorierten Schwäche“. Nicht, dass es an Härte fehlen würde. Gelegentlich verschaffen sich die Gitarren ruppig Gehör. Dabei werden keine Schallgrenzen durchbrochen, die vorhandene Härte ist eher eine Frage der Konsequenz als des Tempos. Denn BRAVER SINCE THEN wollen nicht ins Guinness Buch der Flitzefinger eingetragen werden, sie bleiben lieber sperrig und nachdenklich, und gebären daraus eine eigenständige Variante harten Progressivrocks. Irgendwo zwischen Jethro Tull (ohne Folk), Gentle Giant (ohne Kunstschulchor), Guy Manning (mit besserem Sänger) und Fates Warnings „A Pleasant Shade Of Grey“ toben sich John Lutzow und Mitstreiter aus, haben keine Scheu vor zappaesken Momenten und wortreichen Sequenzen, die zwischen Hörspielatmosphäre und akustischem Filmtrailer changieren. Abwechslungsreich und stimmungsvoll ist das jederzeit, und wenn am Ende Joseph McGirr mit der Viola zur Band stößt, werden melodische Türen aufgestoßen, hinter denen die gemeinsamen Kinder von King Crimson und Kansas wohnen könnten.

FAZIT: „Adorned Weakness” fällt seinen Hörern nicht um den Hals, wie eine schöne Geliebte ihrem Auserwählten im Morgengrauen. Das Album will erobert werden, ein Etwas, das sich unzugänglich gibt, hinter rauer Rhythmik versteckt und einen konzentrierten Hörer fordert. Doch spätestens beim dritten Durchgang fällt auf, wie vielschichtig das Album geraten ist. Gesprächsfetzen werden eingebaut, Songideen aufgenommen und wieder fallen gelassen, an anderer Stelle kurz noch mal zitiert und weiter geht’s. Dabei wirkt „Adorned Weakness” äußerst geschlossen, steigert sich vom scheppernden Beginn zu einem melodramatischen Finale, das Pomp und Pathos vermeidet. Wenn Lutzow und Blake scheinbar gelassen vor sich hin spielen, während der Lee Strasberg Gedächtnis-Kurs Exzesse feiert, könnte man ihnen Stunde um Stunde weiter ergriffen zuhören. Es gibt keine ausufernden Soli, keine Freejazz-Exzesse, aber genug Experimentelles, um auf lange Sicht zu fesseln. Tolles Album einer kaum fassbaren Band...
Wer weitere Hintergründe zur obskuren Geschichte BRAVER SINCE THEN’s erfahren möchte, findet sie unter http://www.gigbot.net/artists/braver-since-then. Passend zum Erscheinungsbild der Band, bricht auch dieser Artikel einfach ab, endet im Nirgendwo auf der Suche nach einer Folgeseite. Bleibt der fromme Wunsch, dass sie irgendwann gefunden wird. Noch eine Positive Nachricht zum Schluss: ein neues Album ist bereits in Arbeit (laut CD-Booklet ist „Adorned Weakness” bereits seit 2007 auf dem Markt. Der offizielle VÖ-Termin hierzulande steht im Header).

Jochen König (Info) (Review 3457x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Left Behind Tears
  • Someone Else's Art
  • Destination Over Destined To Fail
  • Puppety Oddballs Eat An Orange
  • Srength And Limitations
  • Estrogen Poisoning
  • Blood And Limitation
  • Juicy Fruit
  • A Smile And A Far Away Place
  • Possessions & Ballad Of A Wannabe Cyber Geek

Besetzung:

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