Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Divinity: Allegory (Review)

Artist:

Divinity

Divinity: Allegory
Album:

Allegory

Medium: CD
Stil:

Death / Thrash / Progressive Metal

Label: Nuclear Blast
Spieldauer: 40:16
Erschienen: 28.03.2008
Website: [Link]

Da soll man ein Review über DIVINITY schreiben. Noch bevor man die Promo-CD in den Händen hält, denkt man sich: „Auf zu MySpace und mal schauen, was die Jungs aus Kanada so treiben!“ Die Beschreibung „Death /Thrash / Progressive“ macht richtig neugierig und man hört sich mit hohen Erwartungen den erstbesten Song „Induce“ an. Im ersten Moment hat man das Gefühl doch eher halbherzigen Metalcore zu hören, trotzdem macht der Song definitiv Lust auf mehr. Man bekommt direkt den Eindruck, dass DIVINITY vor Ideen nur so sprudeln. Der Song ist fast schon zu abwechslungsreich, so dass man ca. alle 30 Sekunden glaubt, bereits ein neues Lied zu hören. Wiederholungen von musikalischen Passagen (Strophe? Refrain?) gibt es einfach nicht. Hier wetteifern ein aggressives Schlagzeug, abgehackte Gitarren, nervöse Melodien, Shouts bis Growls, abgehackte Rhythmen mit vielen Breaks und trotz allem auch noch Melodie um die Aufmerksamkeit des Hörers. Genau das Richtige für jeden, der Metal mag.

Bereits auf der MySpaceseite von DIVINITY geht die Enttäuschung allerdings schon los. Die beiden folgenden Songs „Power Control“ und „Plasma“ wirken schon nicht mehr so prickelnd. Zwar hat der erstgenannte noch einen halbwegs kreativen Anfang, erinnert aber trotz des, zum Teil massiven, Gegrunzes des Sängers, gerade an den klar gesungen Stellen einfach, nur an 08/15 – Quatsch von BULLET FOR MY VALENTINE. Das Gitarrensolo wird eher mäßig und ziemlich lieblos runtergerissen. Schon bei diesem Song erinnert nichts mehr an die Kreativität des ersten Titels. Bei „Plasma“ wäre ich, trotz des weiterhin schnellen und aggressiven Schlagzeugs mit konstantem, eintönigem Beckeneinsatz, beinahe eingeschlafen.

Beim Anfang von „The Unending“ hat man zunächst durch ein 33 Sekunden langes Klavierintro das Gefühl, auf dem Album habe sich tatsächlich eine Ballade versteckt. Auf das Intro folgt allerdings genau das, was auf dem Rest der Scheibe auch zu hören ist. Somit ist dieser Lichtblick auf eine echte Abwechslung auch erloschen und man beginnt nur zu hoffen, dass der Titel nicht all zu wörtlich zu nehmen ist.
Tatsächlich findet man auf dem Album noch einen Titel neben „Induce“, der es wert ist, erwähnt zu werden. „The Diarist“ verzichtet komplett auf klaren Gesang und man bleibt dem Death- bzw. Thrash Metal endlich mal treu. Außerdem ist das Stück genauso einladend wie der Opener und macht mal wieder Lust auf mehr.

Wenn man sich das komplette Album anhört, stellt man fest, dass es einfach nichts Besonderes ist. Es mag zwar ganz nett sein, solchen belanglosen, pseudoaggressiven Metal im Hintergrund zu hören und es wird sicher auch Fans von dieser Band geben, doch klingen fast alle Songs mehr oder weniger gleich. Insbesondere zeichnet sich ein eklatanter Mangel an Ohrwürmern ab. Zwar versuchen DIVINITY immer wieder durch Abwechslung und Breaks innerhalb der einzelnen Titel zu überzeugen, aber es gelingt den Kanadiern leider nicht. Was an diesem Metalalbum „progressive“ sein soll, habe ich auch beim fünften Durchlauf nicht verstanden.

Die Band selbst behauptet, dass jeder Song seine eigene Identität habe und die lyrischen Themen „alles“ abdecken. Angefangen bei der Schlacht gegen die Technologie (wie hätte DIVINITY ohne diese ein Album aufnehmen wollen?!?) über persönliche Dinge wie Drogenmissbrauch bis hin zum „Chaos der Existenz“ (Was auch immer damit gemeint sein mag…). Liest man sich die Lyrics dann mal durch, stellt man fest, dass diese genauso absurd und wenig tiefgängig sind, wie es die diffuse Themenliste bereits erwarten lässt.

FAZIT: Was ist nur mit Nuclear Blast passiert, die solche genialen Bands wie Blind Guardian, Dimmu Borgir, Rage, In Flames, Nightwish, uvm. unter Vertrag haben? Ist der gute Metal wirklich schon gestorben, dass man sich auf eine Band wie DIVINITY einlassen muss und sich hinter einer Mischung aus angeblich drei Genres versteckt, oder sind die Verantwortlichen bei Nuclear Blast von ihrem Erfolg so verwöhnt, dass sie jetzt denken, aus jedem Menschen, der eine Gitarre bedienen kann, eine Legende machen zu können? Das Album der kanadischen Newcomer kann ich guten Herzens nicht weiterempfehlen. Vielleicht stehe ich dem Genre nicht nahe genug, aber es ist meiner Meinung nach bestenfalls mittelmäßig.

René Pickhardt

Gast-Rezensent (Info) (Review 3766x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 6 von 15 Punkten [?]
6 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Induce
  • Power Control
  • Plasma
  • Methodic
  • Modern Prophecy
  • Strain
  • The Unending
  • Chasm
  • The Diarist
  • Neuro Tyrant

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
kinT
gepostet am: 07.08.2012

User-Wertung:
12 Punkte

Muss in diesem Falle dem Reviewer widersprechen. Ich halte das Album für eine brutale Balance zwischen Metalcore und Death Metal, mit teils übelst bösen Vocals und genialen Riffs. Schade, dass Nuclear Blast diese Band nach nur einem Album wieder hat ziehen lassen. Tip für alle Interessierten: Bei dem Label kann man die CD auf Festivals für ein paar Ois erwerben, man macht nix falsch damit!
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Wieviele Tage hat eine Woche?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!