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Melissa-Bel: Brave (Review)

Artist:

Melissa-Bel

Melissa-Bel: Brave
Album:

Brave

Medium: CD
Stil:

Singer/ Songwriter, R'n'B Soul Country Rock

Label: Fallen Sky / Groove Attack
Spieldauer: 43:58
Erschienen: 13.11.2009
Website: [Link]

Irgendwo muss es eine Zuchtstation für all die sangesbegabten Mädchen, mal mit Klampfe, mal am Klavier, mal nur am Mikrophon, geben, die zu gewissen Zeiten die Musiklandschaft überschwemmen.
Wenn diese jungen Dinger mit ihren ersten Elaboraten unters Volk gehen, werden gerne große Vorbilder beschworen. Unter BILLIE HOLIDAY, EDITH PIAF, oder wie im vorliegenden Fall JANIS JOPLIN, läuft da gar nichts.
Ich würde erst mal zu SHERYL CROW (in den besseren Momenten) und MELISSA ETHERIDGE, bzw. AMANDA MARSHALL (in den schlechteren) greifen, bevor ich die ganz große Rockgeschichte strapaziere.

MELISSA-BEL nervt nicht ganz so mit ihrem mühevollen Blues-Jazz-Rockgebräu wie ETHERIDGEs hemdsärmelige weibliche Antwort auf BRUCE SPRINGSTEEN; aber das suppt mitunter reichlich plump aus den Boxen. Das ist Musik, die man schon dutzendfach gehört hat. Zwar schon erheblich schlechter, aber eben auch besser. Der Jazzanteil in MELISSA-BELs Musik ist eher gering, stattdessen stehen ruppiger Rock mit funky Bläsern, einem Hauch Blues’n’Soul, ein wenig Countryfeeling, sowie angestrengte Balladen, die BEL mutmaßlich mit geballten Fäusten vorträgt, im Vordergrund.
Da ist bei weitem nicht alles schlecht, vor allem der abwechslungsreiche Titelsong überzeugt, ebenso der coole, bluesig-groovende Einstieg „Distance“. Doch zwischendurch auch immer wieder Material, das zu gewöhnlich ist, um auf Dauer zu glänzen. Kann man hören, aber man kann auch sein Platten-, bzw.CD-Regal durchforsten und zwischen den beginnenden 70ern und den mittleren 90ern genug Stoff finden, auch von längst vergessenen One-Hit-Wundern (wer erinnert sich noch an SOPHIE B. HAWKINS oder TANITA TIKARAM?), der „Brave“ mindestens ebenbürtig ist.

FAZIT: Nettes Album. Nervt manchmal, wenn die kleine Rockgöre die große Rockröhre raushängen lassen möchte. Nicht, dass MELISSA-BEL schlecht singt; aber die Durchschnittlichkeit vieler Songs auf ihrem Debüt färbt halt auch auf’s Sängerlein ab. Die junge Dame hat Potenzial und auch ein paar bessere Lieder und Momente („We All Lose Our Way“) im Gepäck, ich empfehle aber dringend ein gepflegtes Testhören, bevor man sich das Album zulegt.

Wen’s interessiert: „Melissa Bel’s Stimme ist rauchig, leidenschaftlich und kraftvoll. Eine Rarität in der heutigen Popwelt [gelogen; es gibt die oben genannten Veteraninnen, und in den Startlöchern hockt noch die ein oder andere junge Stimme]. Wenn die zwanzigjährige über Liebe und Liebeskummer singt, kann man es fühlen [„Alle Bläser, die noch keinen Ständer haben, gehen auf die Bühne und holen sich einen runter“. DAS ist ein Klassiker. Aus dem echten Leben. Verbürgt.]. Dieses Mädchen gibt alles was sie hat [Honi soit qui mal y pense].“
Und was sagt Melissa selbst dazu: „Mich inspirieren am meisten Gefühle, die ich rauslassen muss. Damit geht einher, dass ich meine innersten Gefühle mit meinen Zuhörern teilen möchte...“ Dass da auch viel unausgegorenes, plattes und pubertäres Zeug bei ist (Zitat: „I wish you would kiss me, oh oh oh, and hold me oh so tight ... it’s more than I can take“ - das Infosheet nennt es wahrhaftig „Liebeskummer Erfahrungen“. Ich liebe Pressetexte), liegt in der Natur der Sache.

Letztlich wird „Brave“ das Schicksal vieler besprochener Alben teilen: intensiv zur Rezension gehört, dann ab in die Kiste und gelegentlich als Hintergrundbeschallung eingesetzt.

Jochen König (Info) (Review 4118x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 8 von 15 Punkten [?]
8 Punkte
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Tracklist:
  • Distance
  • We All Lose Our Way
  • Better Things to Do
  • I Hate to Say It
  • Get Away With Murder
  • I Wish You Would Kiss Me
  • Tear This Apart
  • You Don’t Fool Me
  • Tragedy in Disguise
  • Brave

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

  • Brave (2009) - 8/15 Punkten
Interviews:
  • keine Interviews
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