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Statistiken

Kafkas: Paula (Review)

Artist:

Kafkas

Kafkas: Paula
Album:

Paula

Medium: CD
Stil:

Indiepop / Punk

Label: Broken Silence / Domcore
Spieldauer: 38:43
Erschienen: 16.04.2010
Website: [Link]

Diese Band tourt mit den großartigen Propagandhi? - Okay, KAFKAS mögen eine fast 20-jährige Historie auf dem Rücken haben, wirken aber auf den neu mit ihnen konfrontierten Hörer wie ein aus dem Ei gepellter Vertreter des zeitgenössischen Musikfernsehen-Punks, was sich durch die MTV-Prominenz der Gruppe zu bestätigen scheint. Ihr glatter Sound liegt in einiger Nähe zu Stuß wie Revolverheld oder der x-ten neuen Welle an Radiobands, deren Namen man nicht zu nennen braucht: kennt jeder ... schielt man nach Amerika fällt einem Wehleidiges wie die Weakerthans oder Hot Water Music ein. Nun ja ...

Emo und Pop sind der Gruppe definitiv ein Begriff ... Entweder hat der Verfasser etwas verpasst oder Sampler wie "Schlachtrufe BRD" sind nicht mehr, was sie waren, wenn sie solchen Kram zur Schau stellen - aber es ist nicht fair, diese Kritik auf nicht erfüllten Erwartungen aufzubauen. “Klatscht in die Hände” winkt mit dem Zaunpfahl auf die Tanzfläche. Elektro ... dürfen die das, zumal mit Videobegleitung? Ungeachtet dessen hört man beim Text gleich genauer hin und wird enttäuscht: Kreuzbrav nennt man das wohl, und da wir uns hier nicht in den Szenemedien der Sicherheitsnadelträger befinden, schlachten wir auch keine heilige Kuh, wenn wir sagen, sie seien auf strunzdoofe Weise unpolitisch, weil sie sich mit Alltäglichkeiten befassen.

Anderswo liest man nur zwischen den Zeilen, dass die vermeintlichen Rebellen sich selbst die Zähne gezogen haben, hier sei es offen ausgesprochen: "Paula" ist keinen Deut besser, intelligenter oder mit längerer Halbwertszeit gesegnet als Silbermond und Konsorten. Wachsen die Hörer erst einmal aus einem gewissen Alter heraus, haben sie Texte über Tätowierungen und Herzschmerz schnell über. Das musikalische Gewand dazu kann man ohne Szeneauge als geschmackvoll indie-poppig bezeichnen, aber für die einstige Zielgruppe müsste das hier einem Springerstiefel im Gesicht gleichkommen ... Nein, die Musikalität und Leidenschaft der Beatsteaks (okay, Vergleich hinkt) oder der Zynismus von Muff Potter (trifft es eher) geht der Gruppe ab - von der Tiefe But Alives ebenfalls ganz zu schweigen. Dass man "Hasste mal 'ne Mark" heuer als überholt ansieht, heißt im Umkehrschluss nicht, dass man sich stromlinienförmig verbiegen muss.

FAZIT: KAFKAS machen Indiepoppunk für die Massen - egal, was früher einmal war, und das durchweg professionell mit elektronischer Note und massentauglichen Lyrics. Was deutschsprachige Rockmusik mit revolutionären (klingt dieses Wort heuer nicht selbst wie ein Klischee? - aber einerlei ...) Wurzeln betrifft, sind KAFKAS bestenfalls dritte Wahl. Die echten Dritte Wahl beispielsweise gehören da schon eher an die Front ... aber die wollen und brauchen Emmteewiewa nicht. [Album bei Amazon kaufen]

Andreas Schiffmann (Info) (Review 4122x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 6 von 15 Punkten [?]
6 Punkte
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Tracklist:
  • Klatscht in die Hände!
  • Deine Lippen schweigen
  • 90 Minuten
  • Leben ist Gut
  • Wenn Es Eine Hölle Gibt
  • Ich will kein Kumpel Von Euch Sein
  • ... Wenn ich mal ein Tattoo habe
  • Die Götter versagen
  • Hell oder Dunkel
  • Der Kuchen ist gegessen
  • Zwei Hände reichen nicht
  • Warum kann die Welt keine Scheibe sein?
  • Irgendwas ging schief
  • 2000 Hände
  • Nur Noch eine Raste

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

  • Paula (2010) - 6/15 Punkten
Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Lisa
gepostet am: 03.04.2010

User-Wertung:
15 Punkte

Wer hat denn die Kritik geschrieben?? Geht's noch???
Das Album ist total grossartig!

Lisa
Andreas
gepostet am: 04.04.2010

ja genau, schlag nach, was "gross" auf Englisch bedeutet, haha!
Ritchie
gepostet am: 06.04.2010

Habe gerade reingehört in "Paula" - ich bin sprachlos - vor Begeisterung! Der Verfasser dieser Kritik hier hat a) keine Ahnung und b) einen schelchten Geschmack haha
Hammer-Album!!!!
Jimmerthal
gepostet am: 07.04.2010

Was du Dilletant "Kreuzbrav" nennst ist anspruchsvolle Musik mit Stil, Charme und Charakter. Aber mit allem was über Drei-Akkorde-Schrammelpunk, unterlegt mit primitiven Gebrülle, hinaus geht, bist du ja scheinbar völlig überfordert.
Andreas
gepostet am: 07.04.2010

Klar, drei Akkorde, was ist das hier denn mehr? Prog-Keyboard-Rebellion oder was? Gutes in dieser Richtung kommt in Germany von Dritte Wahl (okay, härter) oder den Beatsteaks (okay, mehr Rock allgemein). Wenn ich Musik mit Pop-Appeal und Independent-Wurzeln hören will, dann fallen mir diese Monsieurs hier nicht ein, und daran ändert dieses Album nichts. Schon mal Sugar gehört?
hummelchen
gepostet am: 08.04.2010

Kafkas werden oft mit Schmuse&Kommerzbands wie Revolverheld oder Tomte verglichen. Tatsächlich aber verhalten sich die Fuldaer/Bremer, zu den Toten Hosen oder den Ärzten, wie Adrenalin zu Koffein. Das Letztere kannst Du kaufen und in der Pfeife rauchen (wohl bekomm's). Ersteres kannst Du selbst erzeugen - und es kickt zehnmal besser. Ja, mit den Kafkas bewegt sich nun eine Band auch mal (nach 13 Jahren - na hallo?!) aus dem Indie-Hungerleidertal ZURECHT in die fetteren Gefilde, wo auch mittlerweile Muff Potter oder Fehlfarben (nach 25! Jahren wieder) grasen. Und wenn man ihnen die Jahre anmerkt, dann vor allem auf der Bühne, auf Tour: dort sind sie ungleich spritziger und gleichzeitig geerdeter als z.B. oben erwähnte Toten Hosen, die zwar ebenfalls behaupten, sie hätten ihre Wurzeln bewahrt... aber wie, und zu welchem Preis, darf man vielleicht kritisch anmerken. Und selbst die Goldenen Zitronen schielen auf einen Theater-/Hörspielpreis nebst sozial abgefedertem Ruhesitz. Ach nöö. Dann lieber eine Band wie die Kafkas. Da blitzt noch Funpunk ohne Reue, und dennoch mit "systemkritischem Anspruch" (den die Band in ihren Liedern augenzwinkernd, aber immer ernsthaft, anmahnt), bei jener Band, die von den Punks im Zuschauerraum die Nietenjacken ausleiht, um im nächsten Moment eine Münchner Freiheit-Coverversion zu spielen. Aber stimmt, wer keine Seele hat, und sonst sowieso nur Parttimepunk-Ansprüche hat, dem fällt die Band im Vergleich zu Jägermeister-Liga-Möchtegern-Indie-Zeugs kaum auf. Und ihnen vielleicht gerade ihre tolle Produktion oder ihre professionellen Shows vorzuwerfen, Motto: ja, dann sind die auch Kommerz... Ja, was ein Trugschluss.
Boarderfreak
gepostet am: 10.04.2010

User-Wertung:
15 Punkte

Hu, hu, der Autor hat n Spatz gefrühstückt. Selten eine Plattenkritik gelesen, die dermaßen weit daneben liegt. Peinlichkeit kennt keine Grenzen...
Tom
gepostet am: 10.04.2010

User-Wertung:
15 Punkte

Klar, die Kritik ist eine unglaubliche Frechheit - aber ich glaube kaum, dass der Typ hier ein echter Musikredakteur ist. Der macht einen auf Musikexperte und Fachmann, aber man merkt doch sofort, dass er einfach keine Ahnung hat. Völlig an der Sache vorbei. Platte wird bezeichnenderweise von den entsprechenden Redakteuren ja total abgefeiert... wahrscheinlich hat einer der Kafkas ihm mal die Freundin ausgespannt, haha - aber der Band wird es eh egal sein, was so ein Pseudo-Redakteur rumgiftet. ZU Recht! Album ist klasse!
Andreas
gepostet am: 10.04.2010

Ich habe mein Zertifikat "Musikredakteur" gerade eben erst abgestaubt. Hängt hier überm Tisch ... Frühjahrsputz, ihr wisst schon :-)
Klasse Album klar.
"If we played this riff more punk then maybe we would have a million seller ..."
Marion666
gepostet am: 11.04.2010

User-Wertung:
13 Punkte

hey,
hatte gerade bei amazon ins album reingehört und bin dann durch google-zufall hier gelandet... wollte das nur mal loswerden: die platte ist total klasse!! egal, was hier oben für ein quatsch steht! *marion*
einfacher wacher
gepostet am: 04.05.2010

User-Wertung:
15 Punkte

Also Andreas: Ist dir aufgefallen, dass "klatscht in die Hände", dass du "kreuzbrav" nennst genau das hat, was du doch so anprangerst zuvor. Nämlich den Zynismus den Markus schon immer in seinen Texten nutzte. Von wegen früher waren sie besser. Das ist genau das was sie früher taten, nur mit dem mutigen Schritt hin zu einer Produktion die sie so einfach mal machen wollten (wenn du mal die Interviews liest).

Das du übrigens höchst miserabel recherchiert hast, beweist schon, dass du die Besetzung mal eben auf eine Person runterschraubst!
Andreas
gepostet am: 05.05.2010

Ich brauche nicht zu recherchieren, da wir Schreiberlinge die Infos immer aufs Brot geschmiert bekommen, und in dem Fall sah man seitens des Labels ausdrücklich niemand anderen als erwähnenswert vor. Gibt ein gutes Bild von einer harmonischen Band ab :-)
Tom Tom
gepostet am: 14.09.2010

User-Wertung:
1 Punkte

Junger Mann, deine Kritik ist 1000-prozentig korrekt. Das Album ist der letzte Sch***dreck. Soundtechnisch zwischen Emo-heulboien Kettcar und Kommerzrotz Wir-sind-Helden. Textlich, meine güte, man könnte die Texte auch jederzeit von Münchner Freiheit erwarten. Und überhaupt warum Punk? Das was die machen ist halt kompletter Ausverkauf, klar die machen schon lange musik ohne richtig dicke Knete zu machen, und jetzt dachten die sich halt genau wie DIE Wohlstandskinder, jetzt trumpfen wir nochmal richtig auf und sahnen ab was geht. Was diesen Aspekt angeht, sollen die jeden Erfolg haben den sie haben können. Gönn ich euch, kostet ja ne Menge Mut alles für das man steht zu verkaufen. Desweiteren ist das Musik für humanoide Weibchen im pupertären Alter, die werden jetzt so viel sex haben wie noch nie zuvor.

Aber abschließend muss ich sagen das ich mich seit "PAULA" ganz schön schäme wenn ich sage das ich schon mal auf Konzerten von denen war.
Andreas
gepostet am: 14.09.2010

Haha, Danke! Balsam für die geschundene Kritikerseele :-)
Svenja L*
gepostet am: 19.12.2015

User-Wertung:
15 Punkte

Rege mich selten auf ;) aber als ich eben zufällig diese absurde Plattenkritik las, dachte ich mir: da schreibst du hin ;)
Wundervolle Platte!!! Schon seit Jahren bei mir im Dauereinsatz <3
Ganz großes Album!!!!
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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