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Rishloo: Feathergun (Review)

Artist:

Rishloo

Rishloo: Feathergun
Album:

Feathergun

Medium: CD
Stil:

Alternative Prog/Modern Prog

Label: Eigenproduktion/Just For Kicks
Spieldauer: 58:27
Erschienen: 05.03.2010
Website: [Link]

Oh, tragische Welt! Kilotonnen nichtssagender Musik finden ihren Weg auf die Tische von Musik-Managern, welche die substanzlose Suppe aus Kopisten-Schmand und anbiederndem Zeitgeist-Sumpf auch noch in die realen und virtuellen CD-Regale von Discountern und Online-Shops wuchten. Die Perlen blinken derweil einsam in der Finsternis der infrastrukturell vom Massenpublikum abgeschotteten Szenen und Untergründe, die anscheinend immer noch fruchtbarer Nährboden sind für Bands, die dich völlig überraschend an Herz und Gurgel packen, durchrütteln und emotional aufgewühlt zu Boden werfen.

RISHLOO sind so ein Phänomen. Ohne Label im Rücken, dafür aber mit literweise grellrotem Herzblut im Körper, widmet sich diese aus Seattle stammende Band einem progressiven Sound, der nicht bloß Melodic Metal in kompliziert ist, nicht nur abstraktes Abnudeln von Skalen oder Klon von all den RIVERSIDES und PORCUPINE TREEs dieser Welt. RISHLOO erfinden das Rad nicht neu, aber die Herangehensweise an ihre Version des Alternative-Progs ist erfrischend und aufwühlend zugleich. Die Gitarren schreien, brüllen und weinen, schneiden mit flirrenden, manchmal schrillen Schnitten in die Seele. Der Sound ist warm, volltönend und natürlich. Die Drums rollen, die Riffs reißen gewalttätig und doch gefühlvoll am Trommelfell. Die dominanten Gitarren sind nicht bloß Muskelspiel, sondern durchdachtes und durchfühltes Emotionsfeuerwerk mit genügend Platz für ruhige Momente und fein ziselierte Passagen mit ganz viel Atmosphäre und herrlichen Piano-Arrangements.

Ach ja, ganz nebenbei: Sänger Andrew gehört zu den allerbesten seines Fachs. Mein Gott, was hat der Mann für einen pathetischen Wumms in der Stimme! Und das Beste dabei ist, dass hier nichts aufgesetzt, gekünstelt, manieriert oder sonst wie zusammengekrampft wirkt. Vom sauberen Klargesang bis zum urgewaltigen, dreckigen Aufschrei deckt Andrew ein Emotionsspektrum ab, das der leidenschaftlichen Gitarreninstrumentierung in nichts nachsteht. Es ist fürwahr eine Seltenheit, wenn Songs wie „Scissorlips“ oder „Diamond Eyes“ dir Schauer der Gänsehaut über den Rücken bis ins Mark treiben. Und es ist eine zu verkraftende Schande, dass RISHLOO ein paar wenige Songs im Repertoire haben, die gegenüber all dem großartigen Material ein wenig abfallen und einfach „nur“ recht gute Songs sind.

FAZIT: Stimmgewaltigen, von modern-progressiven Gitarrengewalten getragenen Progressive Rock mit viel Feingefühl tischen RISHLOO hier auf und veröffentlichen mit „Feathergun“ schon jetzt eines der größten Prog-Highlights 2010.

Nils Herzog (Info) (Review 11909x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Scissorlips
  • Turning Sheep Into Goats
  • Systematomatic
  • River Of Glass
  • Keyhole In The Sky
  • Downhill
  • Feathergun
  • Dreamcatcher
  • Diamond Eyes
  • Katsushika
  • Weevil Bride

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Benjamin [Musikreviews.de]
gepostet am: 15.03.2010

Scissorlips klingt nach Tool. Aber die visuelle Ausgestaltung ist schon ein richtiger Eye-Catcher. Hört sich gut an!
Nils [musikreviews.de]
gepostet am: 15.03.2010

Wie Tool? Ich finde, die klingen absolut gar nicht so. Tool sind für meine Ohren viel abstrakter und kälter. Für mich klingt das eher wie eine Mischung aus Vangough, Wastefall und sogar Queen (pathetischer Gesang).
Tim
gepostet am: 16.03.2010

User-Wertung:
13 Punkte

Hervorragendes Album, auch die beiden Vorgänger sind sehr zu empfehlen!
MJJ
gepostet am: 16.03.2010

User-Wertung:
10 Punkte

Das Songwriting ist wirklich gut, und zu 90% unterschreibe ich das Review. Die fehlenden 10% betreffen den Gesang. Nicht, das dieser schlecht wäre - es ist nur einfach zuviel davon! Ständig wird gesungen, und zusammen mit einer Produktion, die den Gesang vehement nach vorne drückt, bleibt den restlichen Instrumenten meienr Meinung nach einfach zu wenig Spielraum. Ansonsten toole, äh, tolle Platte...
Henning [musikreviews.de]
gepostet am: 17.03.2010

User-Wertung:
13 Punkte

Musikalisch klingen die gar nicht nach Tool. Aber der Sänger Andrew hat eine ähnliche Klangfarbe wie Maynard James Keenan, das stimmt schon, und auch der Gesangsstil ist ähnlich.
Zu viel ist mir das aber überhaupt nicht. Ich finde, RISHLOO lebt vom Gesang - melodiös, detailverliebt, ausdrucksstark, einfach großartig!
radhirte
gepostet am: 26.09.2010

User-Wertung:
15 Punkte

Starker Sound!
Einige Stücke erinnern an Chevelle.
vinylfreund
gepostet am: 10.10.2010

User-Wertung:
13 Punkte

Moin,

stimme Benjamin zu. Die Band hat viel Tool gehört. Ähnlichkeiten sind zu Hauf vorhanden, aber trotzdem ein sehr gutes Album!
mensch
gepostet am: 06.10.2011

User-Wertung:
13 Punkte

lustigerweise hab ich auch die queen-note
gespürt...ich finde rishloo is ne starke prog-platte,
gerade in einem instrumental-dominierten
genre fällt der emotionale gesang positiv auf!
Mick
gepostet am: 02.03.2012

User-Wertung:
13 Punkte

Merkwürdig, dass niemand Dredg in ihrer Präplastikpop-Phase anführt. Dieselben flirrenden Gitarren, sehr ähnlicher Gesang, die herangehensweise an den Song. OK ein paar Tool-Referenzen sind auch dabei. Öh, Queen???? Aber: Wirklich, wirklich großartige Band!!!!
Thomas
gepostet am: 29.03.2012

User-Wertung:
12 Punkte

Richtig gute Musi.
lizardking
gepostet am: 27.08.2012

User-Wertung:
13 Punkte

Auf der Suche nach guter Musik hat mich Spotify direkt in die Arme von rishloo getrieben.
Das Songwriting im Allgemeinen erinnert schon stark an Tool,wobei rishloo viel wärmer,auf unbekannte Art vertrauter wirkt.
Anfangs hatte ich Probleme mit den hohen Stimmlagen des Sängers.Irgendwie unzugänglich dachte ich mir.Ein paar Stunden später muss ich feststellen,dass die Band anders überhaupt nicht funktionieren würde,denn ist ein Stück Eigenständigkeit die ich heute sehr vermisse.Die Ähnlichkeit mit Queen?Yes Sir!
Ich für meinen Teil bin früh über die Band gestolpert zu sein.
Bully
gepostet am: 20.07.2016

User-Wertung:
15 Punkte

Vor kurzem reingehört, per Zufall.
Für Saustark befunden.
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