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Teabag: Teabag (Review)

Artist:

Teabag

Teabag: Teabag
Album:

Teabag

Medium: CD
Stil:

Progressive Metal

Label: Eigenvertrieb
Spieldauer: 36:52
Erschienen: 01.11.2001
Website: [Link]

Mitte 2010: Da PSYCHOTIC WALTZ wieder aktiv geworden sind, quetscht der Rezensent eine weitläufig übersehene Perle ins Sommerloch, an welcher zwei Viertel der legendären Dreivierteltakter aus San Diego nach dem Abgesang beteiligt waren - Schlagzeugmeister Norm Leggio sowie "Bleeding"-Gitarrist Steve Cox. TEABAG bestanden bereits vor dem Einstieg des Klampfers bei WALTZ; man kann anhand dieses Materials mutmaßen, dass die kompakte Härte des 1996er-Scheibe der Band auf seinen Einfluss zurückzuführen ist, obwohl sich der Trend dorthin bereits auf "Mosquito" abzeichnete - nicht zuletzt auf Drängen des exzentrischen Kumpel-Sklaven hin …

Es mutet ironisch an, dass gerade das Zerwürfnis mit Buddy Lackey während der Entstehung von "Bleeding" in einem besonders geschlossenen Album resultierte; "Teabag" zeichnet unabhängig von solchen Vorgeschichten ebenfalls ein verzerrtes und trotzdem stimmiges Bild. "Resisting Possession" klingt rhythmisch dem nicht unähnlich, was MESHUGGAH zur ungefähr gleichen Zeit ganz allmählich zum Metal-Chic erhoben. Das Lied kommt aber gerade ob des melodiösen Solos sowie der leidenschaftlichen Vocals wesentlich inspirierter und überaus eingängig daher, bevor es fast nahtlos in "Convicted" übergeht. Neben den erneut gelungenen Refrainhooks gibt es am Ende eine speedige Abfahrt zu bestaunen, und da die Produktion ordentlich scheppert (Snare), was jedoch keine "St. Anger"-Ausmaße annimmt, kommen Hardcore-Assoziationen auf. Andererseits hört man hier keine bloßen street-level-Musiker ohne fundiertere Kenntnisse, wie "Mummity" nicht zuletzt mit seinem irren Groove beweist. Dazu besticht der Track mit beschwörendem Gesang und irritiert weiterhin mit einigen Grunzlauten. Während "Shadows" kommt die schizophrene Stimmung des Albums besonders zum Tragen: ausgedehntes Solo an einer Stelle, und anderswo die akustische Prügelstrafe. TEABAG zeichnen sich durch diese vom ersten Moment an originelle Verbindung von Ruppigkeit und Harmonie aus.

Das forsch dahingethrashte "Earthbound" steht aggressivem Punk am nächsten, ohne tatsächliche Gesten in Richtung dieses Genres zu machen. Auch "Sin or Be Damned" ist flott, ehe ein akustisches Break für PSYCHOTIC-WALTZ-Atmosphäre sorgt. Diesen Part könnte durchaus deren Fronter ersonnen haben, was angesichts der Tatsache gar nicht so unwahrscheinlich erscheint, dass die Gruppe auf ihrer letzten Tournee bereits diverse Ideen live ausprobierte, die Steve und Norm laut eigener Aussage bei TEABAG einfließen ließen. Mit "Incantation" steht der Hit des Albums an vorletzter Stelle. Lerma klingt hier, als sitze er mit der Flöte vor einem mit Schlangen gefüllten Bastkorb, obwohl er sich textlich wie auch in anderen Tunes der Scheibe mit Horrorfilmen auseinandersetzt - in diesem Fall "Evil Dead".

"Teabag" kompiliert sich aus von 1996 bis zur Jahrtausendwende entstandenen Stücken, wirkt jedoch trotzdem wie aus einem Guss. Die Songs sind nur unter spielerischen Aspekten zerrissen und haben die Zeit ausgezeichnet überstanden - selbst das besonders fahrige "Projections" am Ende, bei dem ein Hauptmotiv nicht klar erkennbar ist.

FAZIT: Wer diese gute halbe Stunde noch irgendwo findet, sollte unbedingt zuschlagen. Mit einer finanziell üppiger ausstaffierten Produktion könnten TEABAG heutzutage Meriten einfahren, die ihnen damals verwehrt blieben - schließlich ist riffbasierendes wie progressives Songwriting nicht erst seit den letzten NEVERMORE-Werken salonfähig geworden.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 3595x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Resisting Possession
  • Convicted
  • Mummity
  • Shadows
  • Earthbound
  • Sin or Be Damned
  • Incantation
  • Projections

Besetzung:

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