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Ralf Hubert (Mekong Delta) im Musikreviews-Blog

Zeromancer: The Death Of Romance (Review)

Artist:

Zeromancer

Album:

The Death Of Romance

Medium: CD
Stil:

Synth Rock

Label: Trisol Music Group
Spieldauer: 44:24
Erschienen: 26.02.2010
Website: [ Link ]

Zeromancer: The Death Of Romance

ZEROMANCER werden zum Leidwesen der Band häufig in die Gothic-Schublade gesteckt. Die stilistische Einordnung Synth Rock beschreibt die Musik der Norweger in der Tat wesentlich besser, da die Synthesizer den Sound am stärksten prägen und die Melodien viel häufiger an eine heftigere Version von DEPECHE MODE erinnern als an gängige Gothic-Rock-Größen. Aber auch Elemente von gemäßigten MINISTRY oder PARADISE LOST zu Zeiten von „Symbol Of Life“ lassen sich ausmachen. Hie und da klingen auch die SISTERS OF MERCY schon mal durch („Virgin Rising“), insofern sind die Gothic-Verweise auch nicht ganz aus der Luft gegriffen.

Trotz des klaren, melodischen Gesangs und dem Schwerpunkt auf synthetischen Klängen ist die Musik streckenweise sehr druckvoll und aggressiv. Dazu gesellt sich ein sicheres Gespür für mehrheitsfähige Melodien, was sich insbesondere bei Songs wie dem heftigen „Indutrypeople“, dem etwas süßlichen Titelsong, dem mit einem Hammer-Refrain ausgestatteten „The Plinth“ oder dem popigen Abschluss-Stück „V“ zeigt.

Textlich bewegt man sich allerdings tatsächlich mit morbide-erotisch-romantischen Inhalten etwas in Gothic-Gewässern. Vielleicht rührt auch daher die eingangs erwähnte Schubladiesierung des Band-Sounds.

FAZIT: ZEROMANCER überzeugen auf ihrem fünften Studio-Werk mit durchgehend hohem Songwriting-Niveau in der Schnittmenge von Synth Rock, gemäßigtem Industrial, Metal sowie ein bisschen Gothic und sollten auch toleranten Metal-Fans definitiv ein Ohr Wert sein.

Lutz Koroleski (Oger) (Info) (Review 1611x gelesen, veröffentlicht am 18.03.2010)
(4 Leser-Kommentare vorhanden)

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 9 von 15 Punkten [?]
9 Punkte
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Tracklist:
  • Industrypeople
  • The Hate Alphabet
  • The Death of Romance
  • The Pygmalion Effect
  • Murder Sound
  • Revengefu*k
  • Virgin Ring
  • The Plinth
  • Mint
  • V

Besetzung:

  • Bass - Kim Ljung
  • Gesang - Alex Møklebust, Kim Ljung
  • Gitarre - Dan „Electro“ Heide
  • Keys - Lorry Kristiansen
  • Schlagzeug - Noralf Ronthi

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
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Kommentare
grudge
gepostet am: 20.03.2010

User-Wertung:
14 Punkte

Ich frag mich in welchen "Brummkreiseln" gewisse Kritiker immer wieder drehen...Da will man wissen, dass die Band "leidet", wenn man si in die Goth-Schublade steckt, weiss sich aber selber nicht mit anderen als Szenegrössen Verweisen zu "retten" wenn man deren Musik beschreiben möchte. An den Konzerten sind ebenfalls ja auch fast nur Szenemenschen anzutreffen, obwohl die Musik durchaus weitere Beachtung finden sollte.
Zur CD: Für mich schlicht ein absolutes Highlight, das Beste seit Paradise Lost's "Symbol of Life". Sehr druckvoll produziert, düstere wabbernde Synths -genau das was auf dem Vorgängerwerk "Sinners International" noch fehlte-grossartige Melodien und, was ich besonders schätze, immer wieder kleine versteckte Details, Spielereien welche die meisten Song immer interessant gestalten.
Gerade die vom Rezensenten herausgehobenen Songs sind die eher "oberflächlichen" tracks, welche man beim intensiven öfteren Hören eher überspringt. Der absolute Ueber-track ist "Mint" , der einem durch seine Erhabenheit und Melancholie völlig ergreift und in dieselbe epische KErbe schlägt wie das fantastische "Ammonite" vom Vorgängeralbum. Diese Tiefe ist es was Zeromancer speziell macht. Daneben sind "the Hate Alphabet" und das Korn-angehauchte "The Pygmalion effect" von absolutem Langzeiteffekt ausgestattete Treiber.
oger [musikrewies.de]
gepostet am: 23.03.2010

Meine Bemerkung bezüglich der ungeliebten Gothic Schublade bezog sich auf folgende Aussagen von Kim Ljung in einem Interview des Magazins "Hörsturz" von 2003:
"Zeromancer ist keine Gothic-Band. Die Leute liegen falsch, denn wir sind keine Gothic-Band. Diejenigen, die uns so bezeichnen sind ziemlich engstirnig! ..."; "Einige haben eben dieses Schubladen-Denken...".
Auch interessant finde ich eine 14-Punkte-Wertung für ein Album mit gleich drei "oberflächlichen" Skip-Kandidaten...
grudge
gepostet am: 23.03.2010

User-Wertung:
14 Punkte

Mittlerweile sieht Kim Ljung das wohl auch nicht mehr so eng, denn gerade zum neuen Output setzt man ich auch optisch sprichwörtlich in die "schwarze Ecke". Aber egal, ich freue mich wenn sie auch "ausserhalb" wahrgenommen werden, was aber leider nicht so wirklich der Fall ist.
Tja, selbst die drei "oberflächlichen Skip-Kandidaten" (welche ausser "Industry people" "okay" sind) rechtfertigen für mich locker die 14 weil der Rest des Materials absolut überdurchschnittlich ist.
oger[musikreviews.de]
gepostet am: 24.03.2010

Für mich ist ein 14-Punkte-Album fast perfekt und enthält keinerlei Durchschnitt. Aber das darf natürlich jeder sehen wie er es für richtig hält. Dass Ljung die Gothic Geschichte mittlerweile anders sieht, wusste ich nicht. Danke für den Hinweis.
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