Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

For All We Know: For All We Know (Review)

Artist:

For All We Know

For All We Know: For All We Know
Album:

For All We Know

Medium: CD
Stil:

Alternative Progressive Rock

Label: Eigenproduktion
Spieldauer: 58:21
Erschienen: 25.04.2011
Website: [Link]

Wer sich nicht genauer mit Ruud Jolie, hauptberuflich Gitarrist bei WITHIN TEMPTATION, und seinem Projekt FOR ALL WE KNOW auseinandersetzt, dürfte überrascht werden, denn mit dem Sound seiner Stammband hat dieses Debütalbum absolut nichts gemeinsam. Wenn man jedoch um seine musikalischen Vorlieben und seinen praktisch nicht vorhandenen kreativen Anteil bei WITHIN TEMPTATION weiß, scheint der hier präsentierte, alternativ angehauchte Progressive Rock auf einmal nur logisch. Viel eher fragt man sich dann, aus welchen Motiven der Mann eigentlich bei Hollands größtem Musikexport tätig ist... Ruud Jolie kann sich hier erstmals kreativ austoben und hat bis auf eine Ausnahme alle Songs im Alleingang komponiert. Er zählt Bands wie PORCUPINE TREE und PAIN OF SALVATION zu seinen Favoriten und hat auch gleich einige ehemalige und aktuelle Mitglieder der letzteren Band ins Studio eingeladen. Nicht überraschend erinnert die Grundausrichtung dementsprechend ein ums andere Mal an die Schweden. FOR ALL WE KNOW gehen allerdings nicht ganz so verrückt, schräg und „unangenehm“ zu Werke, wie man es teilweise von PAIN OF SALVATION kennt, stattdessen klingen die Songs oft zugänglicher und kommerzieller. Einschmeichelnde Gesangsharmonien, eine angenehme, meist sanfte Stimme und eine eher gemäßigte, verträumte Gangart herrschen vor, auch wenn es immer wieder härtere, jedoch nie wirklich ruppige Ausbrüche zu hören gibt.

Nach dem doch sehr verhaltenen, sphärisch-psychedelischen Beginn mit „Blind Me“ folgt mit „Busy Being Somebody Else“ ein echter kleiner Hit, mitreißend und rockig. Leider stellt dieses Stück fast eine Ausnahme dar, denn FOR ALL WE KNOW gehen meist wirklich eher getragen und atmosphärisch zu Werke, und einige Tracks wirken auch gar nicht wie vollständige Songs, sondern eher wie Intros oder Zwischenspiele. Es wird Spannung aufgebaut, und wenn man dann erwartet, dass es gleich richtig losgeht, ist es auch schon wieder vorbei. Bestes Beispiel ist sicherlich das mit bekannten Gastsängern vollgestopfte „Keep Breathing“, welches sogar aus nur einem einzigen Part besteht, der nicht einmal zwei Minuten lang wiederholt im Kanon gesungen wird. Trotzdem gelingt Ruud Jolie ein wunderschönes Gänsehautstück, nur bleibt eben offen, was man hieraus noch alles hätte machen können.

Das ein oder andere heftige Progressive-Metal-Riff sorgt für Abwechslung und Dynamik, insgesamt überwiegen aber doch die ruhigen Momente mit vielen schönen Akustikgitarren- und Klavierklängen. Das abschließende „Nothing More...“ erinnert mit melancholischen Streicherarrangements sogar ein wenig an „Change Of Seasons“ von SIEGES EVEN. Überhaupt hätten FOR ALL WE KNOW mit der letzten, eher gemäßigten Inkarnation der deutschen Progressive-Metaller ein ideales Tour-Package bilden können. Noch besser passen würde das heutzutage sogar mit SUBSIGNAL: Wie die SIEGES-EVEN-Nachfolgeband legt man mehr Wert auf eingängige Strukturen und schöne Melodien als auf raffinierte, vertrackte Instrumental-Parts, klingt dabei aber ein wenig düsterer.

Bestellen kann man das Album über die Website der Band.

FAZIT: Ruud Jolie zeigt mit FOR ALL WE KNOW, dass er mehr zu bieten hat, als nur der zweite Gitarrist einer bekannten Band zu sein. Wer sich eine Mischung aus PAIN OF SALVATION und SIEGES EVEN, bzw. SUBSIGNAL vorstellen kann, es sowohl alternativ als auch progressiv mag, aber auf übermäßiges Gefrickel zugunsten schöner Melodien verzichten kann, wird hier fündig. Mir persönlich wird es an einigen Stellen etwas zu sphärisch, und ein paar mehr herausragende Tracks hätten dem Album sicherlich gut getan. Wenn man den Songs jedoch genug Zeit lässt, entfalten diese dennoch eine gewisse Wirkung, der man sich nur schwer entziehen kann.

Daniel Fischer (Info) (Review 3568x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
10 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Blind Me
  • Busy Being Somebody Else
  • Out of Reach
  • When Angels Refuse to Fly
  • I Lost Myself Today
  • Keep Breathing
  • Down On My Knees
  • Save us...
  • Embrace/Erase/Replace/Embrace
  • Tired and Ashamed
  • Open Your Eyes
  • Nothing more...

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Sieben mal sieben sind?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!