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Jackie Leven /w Michael Cosgrave: Live At The Rockpalast (DVD) (Review)

Artist:

Jackie Leven /w Michael Cosgrave

Jackie Leven /w Michael Cosgrave: Live At The Rockpalast (DVD)
Album:

Live At The Rockpalast (DVD)

Medium: DVD
Stil:

Jackie Leven

Label: MIG Music
Spieldauer: 74:41
Erschienen: 25.04.2011
Website: [Link]

„The wonderful JACKIE LEVEN and his music“ – so stellt er sich selbst vor – hat endlich seine erste reguläre Live-DVD erhalten (es gab zwar schon „The Meeting of Remarkable Men“, aber diese DVD bekam nicht ohne Grund den Zusatz „JACKIE LEVEN & Friends“). Ein Rockpalast-Auftritt in Bonn. Zwar aus dem Jahr 2004, weswegen das damals aktuelle Album „Shing Brother Shining Sister“ mit drei langen Songs im Mittelpunkt des Auftritts steht, aber zusammen mit Keyboarder Michael Cosgrave, der LEVEN auch heute noch begleitet sowie Kevin Foster am Bass. Dieses Trio reicht, um einen ebenso wehmütigen wie dynamischen Auftritt auf der „Harmonie“-Bühne, garniert mit JACKIE LEVENs kleinen, witzigen und hintergründigen Stories. Wobei es Konzerte gab, während denen der massige Mann aus Fife noch weit mehr erzählte. Aber er kann das, hat einen guten Blick für Land, Leute und Stimmungen, weiß Pointen zu setzen oder sie auch einmal auszulassen.

Musikalisch gibt es JACKIE LEVENs typische, inbrünstige Variante keltischen-Folk-Rocks. Charismatisch, mitreißend, traurig, von zärtlicher Melancholie, untermalt von dezentem Sarkasmus („the Jukebox playing a terrible song – a really terrible song: ROBBIE WILLIAMS“) und auch vor Zoten nicht zurückschreckend, liefern er und seine beiden Mitstreiter eine Performance ab, die sofort Lust auf mehr macht. Mehr Musik von JACKIE LEVEN, mehr Stories von JACKIE BALFOUR und leider keine Äußerung mehr vom großen Romantiker und Frauenherzen schmelzen lassenden SIR VINCENT LONE (den LEVEN 2009 zu Grabe trug. Nachdem er im Anschluss an eine heftige „Chablis-seligen Diskussion über den Einfluss der zentralen Ideen Wittgensteins auf das Spätwerk Kajagoogoos“ sehr wütend wurde und später in seiner Wohnung verstarb).

Höhepunkt ist die energetische Version des eigenen Klassikers „Call Mother A Lonely Field“, inklusive der Erklärung, was der Titel bedeutet. Insgesamt ist dieser Live-Auftritt und die gut klingende DVD ein exzellenter Einstieg in die Welt eines einzigartigen Musikers. Filmisch ist das solide Drittes-Programm-Kost. Aber was soll man auch verkehrt machen, bzw. groß experimentieren, wenn LEVEN mit seiner Gitarre auf einem Stuhl sitzt, flankiert von Cosgrave und Foster, und das macht, was er unvergleichlich gut kann: JACKIE LEVEN sein.
Oder wie es in einem Interview heißt:
„I think we‘re leaving now!“
"I'm Leven all the time..."!

FAZIT: Wermutstropfen ist die, dem “kleinen” Rockpalast geschuldete, Konzertlänge von lediglich knapp 75 Minuten. Aber diese Zeit nutzen JACKIE LEVEN und seine musikalischen Begleiter zu einem bemerkenswerten Auftritt. Ruhig und kraftvoll, witzig und traurig zugleich. Oder wie LEVEN es ausdrückt: “We all must live for the good times – the bad times are never far away…”. Der Mann weiß wovon er spricht, und das merkt man. Großartige Sache, dies. [Album bei Amazon kaufen]

Jochen König (Info) (Review 3277x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Tracklist:
  • A Little Voice In Space
  • (The Butterfly Story)
  • Classic Northern Diversions
  • Live Or Die
  • Poortoun
  • (Jackie’s Bad Depression – A Funny Story)
  • My Philosophy
  • (Jackie Talks About Kiel And His Mother)
  • Call Mother A Lonely Field
  • (Jackie Has A Moment Of Silence)
  • Empty In Soho Square
  • (Jackie Talks About Norwegian Prisoners )
  • Exit Wound

Besetzung:

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Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Thoralf Koß (musikreviews.de)
gepostet am: 14.06.2011

Mein lieber Jochen,
ich habe schon einmal die Ehre gehabt, Leven live zu erleben - und war komplett fertig danach! Der Mann hat eine Ausstrahlung und eine Art, die Ihresgleichen sucht.
Nachdem ich mich mit ihm dann auch noch eine knappe Stunde unterhalten hatte, wusste ich: "Genau diese Musiker sollte die Welt suchen - nur finden tun sie die weltfremden Außenseiter!"
Jochen [musikreviews.de]
gepostet am: 15.06.2011

User-Wertung:
13 Punkte

Ich habe Leven bislang zweimal erlebt, das erste al inmitten einer Meute, die sich bei seinem Konzert die ganze Zeit unterhalten hat. Das sind die Momente, in denen man sich fragt, ob man für einen Mehrfach-Mord wohl straffrei ausgeht. Das zweite Mal vor ein paar Monaten. Allein mit Michael Cosgrave. Da war er mehr der Geschichtenerzähler. Und das kann er wirklich unnachahmlich. Auch wenn Lokalitäten und Publikum schwierig zu bewältigen sind. Ein Unikat, das für Momente das ganze Musik-Business wegblendet, und pure Magie auf die Bühne bringt.
Jöhrschi
gepostet am: 15.11.2011

...die schönen Geschichten zwischen begnadeten Liedern auf seinen Touren, die ich in den letzten 18 Jahren erleben durfte, werde ich vermissen. Leven ist an Krebs gestorben. Ein ganz speziell sympathischer Typ; ich werde ihn vermissen. Seine Musik wird mich weiter begleiten.
Thoralf Koß [musikreviews.de]
gepostet am: 15.11.2011

Warum nur erwischt es immer die, die noch so viel zu sagen und zu singen hätten!!!

Ich hole jetzt definitiv ein paar Taschentücher und meine Leven-Platten raus - verdammt noch mal!

R.I.P. Jackie!
Jochen [musikreviews.de]
gepostet am: 17.11.2011

User-Wertung:
13 Punkte

Während Spiegel-online einen von Respekt und Anerkennung gezeichneten Nachruf veröffentlichte, der zurecht mit bewegenden Kommentaren versehen wurde, ist das Postulat der FAZ-Redaktion ein schlechter Witz. Hier trifft Ahnungslosigkeit auf Inkompetenz und Mangel an Gespür. Wer DOLL BY DOLL als "Möchtegern-Punkband" bezeichnet dürfte eigentlich bestenfalls Kaffeeholer für die Mitarbeiter der Apotheken-Rundsdchau sein. Hätte der Depp besser Jöhrschi um Rat gebeten ...
Und Kossis Eingangsfrage ist nur allzu berechtigt.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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